Schlagwort-Archive: Psychedelic Rock

Kostenlos und sehr gut: Die Musik von Jade Leary

Jade Leary - Black Glitter Diaries (2007)Von allen Musikern, die ich über das Internet kennengelernt habe, lag und liegt mit der Kanadier Jade Leary (bürgerlich Patrick LaRoque) am meisten am Herzen. Seine Musik ist eine emotional intensive, zumeist düstere, manchmal rohe Mischung aus Progressive Rock, Psychedelic Rock, Alternative Rock und Singer/Songwriter-Elementen. Seit ich 2005 sein Album „The Lost Art of Human Kindness“ auf dem Internetlabel Magnatune entdeckte (und darüber bloggte), verfolge ich mit dem Enthusiasmus eines echten Fans seine Karriere. Und sein Scheitern. Denn Jade Leary hat (fast) aufgehört Musik zu machen. Heute arbeitet er als erfolgreicher Fotograf und findet keine Zeit mehr für seine zweite (oder seine eigentliche?) Liebe, die Musik. Oder keinen Mut.
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Kostenlos und sehr gut: Psychedelischer Hardrock mit Prog-Einflüssen von Deafening Opera auf „Blueprint“ – #musicmonday No. 35

Deafening Opera - BlueprintKraftvoller psychedelischer Hardrock mit unüberhörbaren Prog-Einflüssen und einem starken Siebziger-Einschlag kommt von der Münchener Band Deafening Opera auf ihrem brandneuen Album “Blueprint“. Eine echte Empfehlung für alle Fans komplexer, riffbetonter Rockmusik à la Deep Purple, Black Sabbath, Blue Öyster Cult, Dream Theater und Co.

„Blueprint“ ist das zweite Album der Band. Es ist als pay-what-you-want-Download bei Bandcamp erhältlich.
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Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #17: Gino Pertot – Jew Nails — rarer 70er-Psych-Folk aus Österreich

Wer zum Teufel ist Gino Pertot??? Gino Pertot wurde 1948 in Wien geboren und startete seine Musikerlaufbahn 1964 als Sänger von Bands wie den Dandys, Horror oder Bergkristall. In den 1970ern gehörte u. a. der Wiener Hardrockformation Cadillac und der hoffnungsvollen Kraurrock-Band Orange Power an und trat als Solist u.a. im Vorprogramm von Fairport Convention auf.

Seine auf ca. 200 Stück limitierte LP „Jew Nails“ verteilte er 1976 an Freunde und Bekannte und zog sich danach aus dem Musikbusiness zurück um in seinem erlernten Beruf als Schriftsetzer zu arbeiten.

(Quelle: Austro-Rock-Lexikon)

Gino Pertot - Jew Nails

2010 wurde das Album vom Raritäten-Vinyl-Spezialisten Golden Pavillion wiederveröffentlicht, kurz darauf gab das Label die Audiospuren beim Free Music Archive als kostenlose MP3s zum Download frei.

„Jew Nails“ ist ein typisches Kind der 1970er: Etwas Folk, etwas Psychedelic Rock mit Anklängen an den jungen Elton John, Jim Croce, Tim Hardin und Nick Drake, dem der düstere Closing Track des Albums namentlich gewidmet ist.

1976 ging Pertot mit seiner leisen Produktion natürlich unter: Solche Musik gab es schon zu Hauf, die Discowelle nahm in Europa und den Staaten immer stärker Fahrt auf, in England opponierten bereits die ersten Punk-Bands gegen das Musik-Establishment: Pertots rückwärtsgewandte Musik hatte, zumal aus der österreichischen Provinz kommend (und Provinz war damals alles, was nicht England oder USA war) keine Chance. Aus heutiger Sicht ist Pertots Solo-Album ein durch und durch stimmige Produktion, die sich mit zahlreichen Genre-Highlights jener Jahre durchaus messen kann.

Ein „Jew Nail“ ist übrigens ein verrosteter oder krummer Nagel.

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #3: The Dallas Guild – Hello Darkness

Ich habe doch keine Zeit! Darf ich mir also die Freiheit nehmen euch noch einmal einen alten Artikel/Tipp zu recyclen, zumal es sich bei dem → bereits im Sommer vorgestellten Album „Hello Darkness“ der Londoner Band The Dallas Guild um eines der meiner Meinung nach gelungensten Pop/Rock-Alben des ablaufenden Jahres handelt? Und zwar aller Alben, beileibe nicht nur der kostenlos erhältlichen …

„Hello Darkness“ mit seinen bittersüßen Melodien und ironisch-verrückten Texten war mein persönlicher Soundtrack für einen stellenweise doch eher bescheidenen Sommer (und funktionierte auch an sonnigen Spätsommer-Tagen prima). Die 1970er-lastige Mischung aus Pop, Psychedelic Rock und (altmodischer) elektronischer Musik erinnert immer wieder einmal an Bands wie die Beatles, 10CC, Porcupine Tree (jaja, ich weiß, die sind nicht alle aus den 70ern) und an den frühen poppigen Brian Eno (nicht an den späteren Ambient-Eno). Und das Beste ist: Man kann es verdammt gut anzuhören (und es klebt nicht). Produziert hat das Ganze übrigens Paul Stacey, der schon den Black Crowes und Oasis eine glaubwürdige Patina verpassen konnte.

„Hello Darkness“ ist immer noch ein ganz heißer Tipp für alle, die sich noch an die Zeiten erinnern können, als „Popmusik“ nicht ein Schimpfwort war, das man mit jodelnden, halbnackten Models in Verbindung brachte. Oder für solche, die sich auch mal von gut gemachter Musik einfach nur unterhalten lassen wollen.

Wer seinerzeit im Sommer nicht zugeschlagen hat, sollte jetzt zugreifen: Das Album funktioniert auch im Winter hervorragend 😉

(Note: Dieser Artikel wurde ursprünglich bereits am 20. Juli 2012 unter dem Titel “Kostenlos und sehr gut: The Dallas Guild – Hello Darkness — Mein Soundtrack für einen bescheidenen Sommer” veröffentlicht und nun für den Adventskalender umgeschrieben.)

Kostenlos und sehr gut: The Dallas Guild – Hello Darkness — Mein Soundtrack für einen bescheidenen Sommer #musicmondayonafriday

»It feels good, but is it good enough? Take to the men in white coats … «

Dies wird wohl mein persönlicher Soundtrack für diesen bisher bescheidenen Sommer werden. Die Londoner Band The Dallas Guild präsentiert auf ihrem Debütalbum eine sehr 70er-lastige Mischung aus Pop, Psychedelic Rock und (altmodischer) elektronischer Musik. Das alles erinnert immer wieder einmal an Bands wie die Beatles, 10CC, Porcupine Tree (jaja, ich weiß, die sind nicht alle aus den 70ern) und an den frühen poppigen Brian Eno (nicht an den späteren Ambient-Eno). Und es ist verdammt gut anzuhören (und klebt nicht). Produziert hat das Ganze übrigens Paul Stacey, der schon den Black Crowes und Oasis eine glaubwürdige Patina verpassen konnte.

„Hello Darkness“ ist ein ganz heißer Tipp für alle, die sich noch an die Zeiten erinnern können, als „Popmusik“ nicht ein Schimpfwort war, das man mit jodelnden, halbnackten Models in Verbindung brachte. Oder für solche, die sich auch mal von gut gemachter Musik einfach nur unterhalten lassen wollen.

Das Album gibt es nur für eine begrenzte Zeit als kostenlosen Download. Reinhören und bei Gefallen downloaden. Definitiv eine Band, die ich im Auge behalten werde.

Meine Rezensionen im Schallplattenmann #646 vom 05.10.2009

Meine Rezensionen in der Ausgabe #646 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

  • Jethro Tull – Live At Madison Square Garden 1978
    Tull in ihrer Hochphase, in Bild und Ton
    (1978, veröffentlicht 2009, DVD+CD; EMI)

    (…) Als Jethro Tull am 9.10.1978 im New Yorker Madison Square Garden aufspielten, war die Band auf dem Zenit ihres künstlerischen Schaffens und ihrer Popularität. Vor 20.000 Zuschauern absolvierten sie ein furioses Live-Konzert (…)

  • Sal’s Prog Corner #83
  • Parzival’s Eye – Fragments
    Solo-Projekt des RPWL-Bassisten Chris Postl
    (2009, CD; Red Farm)
  • Mouth – Rhizome
    Starkes Debüt
    (2009, CD; BluNoise)
  • Gösta Berlings Saga – Detta Har Hänt
    Düsterer Retroprog für Fans von King Crimson, Van Der Graaf Generator und Co.
    (2009, CD; Transubstans)

    (…) Schon das Debüt der Schweden von Gösta Berlings Saga „Tid Är Ljud“ (2007) war bei mir eingeschlagen wie eine Bombe, nun packen die vier Stockholmer auf „Detta Har Hänt“ noch ein gutes Stück Aggressivität, Dissonanz und Finsternis dazu. Das Album ist (endlich einmal) kein glatt gebügeltes Retroprog-Album von der Stange, sondern kantig und in jeder Sekunde der guten 50 Minuten Laufzeit authentisch.(…)

  • Sylvan – Force Of Gravity
    Das siebte Studioalbum der Hamburger Formation
    (2009, CD; Sylvan)
  • 801 – Live (Collector’s Edition)
    Das Kult-Livealbum, remastert und erweitert
    (1976, erweitert und wiederveröffentlicht 2009, 2CD; Expression)

    (…) Das damals mitgeschnittene, schlicht „Live“ betitelte Album wurde schnell zu einer Kultscheibe der 1970er, zu einem der wenigen Livealben, dem man echten musikalischen Wert zusprach. Dazu trug sicherlich bei, dass „Live“ mit der damals neuen und aufwändigen ‚Direct Injection‘-Technik aufgenommen wurde. Der überragende Klang und die frischen und furiosen Improvisationen machten aus dem Album ein zeitloses Dokument der kunstvollen Artrock-Szene im Dunstkreis des ‚Enfant Terrible‘ Brian Eno. (…)

Meine Rezensionen im Schallplattenmann #636 vom 13. Juli 2009

Meine Rezensionen in der Ausgabe #636 des eZines Der Schallplattenmann sagt…