Huch, die erste Hälfte von 2011 ist schon vergangen und musikalisch ist kein Abebben der interessanten Neuerscheinungen aus dem Bereich “freie Musik” (soll heißen: kostenlosen Downloads mit oder ohne CC-Lizenz) absehbar. Im Juni erschienen mehrere hoch interessante Ambient-Alben: Alle der hier gelisteten Ambient-Alben haben einen ziemlich eigenen Charakter und sind nicht mit den anderen vergleichbar. Speziell bei den Ambient-Sachen sollte dieses Mal wirklich für jeden etwas dabei sein, vielleicht hilft das 8-tracks-Mixtape dabei (dieses Mal mit 11 Stücken, huch!). Mit einem Klick auf “Buy” im Mixtape-Player kommt ihr übrigens (auch) auf die entsprechende Download-Seite, zu buyen gibt es da nichts, die Downloads sind alle kostenlos. Außer Ambient gibt es einigen sommertauglichen Indie-Pop/Rock und ein hochinteressantes Drum’n'Bass-Triphop-Ethno-Album aus Russland. Viel Spaß beim Anhören, Entdecken und Downloaden. Den Rest des Eintrages lesen »
Gestern habe ich über die interessantesten und besten kostenlosen Neuerscheinungen aus dem April gebloggt, heute schiebe ich, der Vollständigkeit halber, noch eine Liste mit den besten Veröffentlichungen der Monate Januar bis März des laufenden Jahres nach. Auf ein Mixtape müsst aber allerdings dieses Mal verzichten, dennoch: Klicken, Reinhören und Entdecken lohnt sich. Den Rest des Eintrages lesen »
In wenigen Tagen (am 5. Mai oder so) erscheint das neue Album von Sarah Fimm, das ich mit Spannung erwarte, denn den vorab veröffentlichen Stücken nach (die im Rahmen des Karma Phala Project zu hören waren, das übrigens nach wie vor kostenlos downloadbar ist) könnte “Near Infinite Possibility” eines der absoluten Highlights des Jahres (Achtung! Hype-Alarm!!) werden.
Während ich mir die Spannung heute an einem ereignisreichen und nicht ganz erfreulichen Tag nicht mit einem flüchtigen Hinhören ruinieren wollte – ich werde mir Zeit nehmen, das Album von vorne bis hinten in aller Ruhe zu hören auch wenn das wahrscheinlich heißt, dass ich bis zu meinem Urlaub warten muss – sei an dieser Stelle auf einen Artikel auf sputnikmusic.com hingewiesen, bei dem das komplette Album im Stream previewen kann.
Vor ein paar Tagen erst habe ich euch einen aktuellen Live-Mitschnitt des New Yorker Radiosenders WQXR mit Material der Komponistin Sarah Kirkland Snider (feat. Shara Worden als Lead Sängerin) und von My Brightest Diamond (also Sharas eigenen Kompositionen) → vorgestellt. Doch das Stöbern in den Archiven der Q2 Live Concerts lohnt sich, wenn man auf zeitgenössische (nicht nur) amerikanische Musik steht. Ein kurzer Blick ins Angebot sichtet Musik von Terry Riley (natürlich “In C“), Morton Feldman (das sechsstündige String Quartet No. 2!), John Hollenbeck, John Zorn aber auch Musik von Arvo Pärt, Kaija Saariaho, Pierre Boulez, Thomas Adès usw.
In den Q2-Archiven fand ich nun den Mitschnitt aus dem (Le) Poisson Rouge in New York vom 18. Oktober 2010, in dem das komplette Album »Penelope« (eines meiner drei Alben des Jahres 2010!) von Sarah Kirkland Snider von Shara Worden und dem Kammermusik-Ensemble yMusic aufgeführt wurde. Wunderbar! Die notwendige Reduktion bei der Umsetzung auf der Bühne schadet dem genre-übergreifenden Zyklus ganz und gar nicht!
Wieder lässt sich der fast einstündigen Podcast nicht downloaden, aber man kann ihn hier auf about-music.de oder auf der → Seite des Senders komplett in ordentlicher Audioqualität (128 kbps, Stereo) anhören.
Von wegen Babypause! Kaum hat Shara Worden ihren Sohn Dylan zur Welt gebracht, schon tritt sie wieder auf, demnächst auch wieder in Europa, derzeit hauptsächlich an der Ostküste. Hier ist ein brandaktueller Live-Mitschnitt des New Yorker Radiosenders für klassische und zeitgenössische Musik WQXR mit Material der Komponistin Sarah Kirkland Snider (feat. Shara Worden als Lead Sängerin) in der ersten Hälfte und Material von My Brightest Diamond in der zweite Hälfte.
Der über 2-stündige Podcast lässt sich zwar nicht downloaden, aber man kann ihn hier auf about-music.de oder auf der → Seite des Senders komplett in guter Audioqualität anhören.
Aus Island kommt Musik, die immer einen eigenen Charakter hat, eben typisch isländisch, auch wenn die Musik von Acts wie → Björk, Sigur Rós oder Hjaltalín sich untereinander gar nicht ähnlich sein muss. Erstaunlich, dass ein so dünn besiedeltes Land so viel exzellente Musik produzieren kann. Wahrscheinlich liegt es an der Insellage: Die Leute sind einfach etwas weiter weg vom hektischen Leben des Konsums und haben noch Zeit, sich mit kreativen Dingen zu beschäftigen. So erkläre ich auf jeden Fall immer wieder das bemerkenswerte Output von Regionen, die eigentlich eher am Rand der großen kulturellen Zentren sind und dennoch (vielmehr gerade deswegen) ein überdurchschnittlich hohes und qualitativ hochwertiges Output haben. Den Rest des Eintrages lesen »
Im Zusammenhang mit dem eben → hier vorgestelltem kompletten Covers des neuen Radioheadalbums »The King Of Limbs« der Band Robotanists, sei auch an dieser Stelle noch einmal auf das wirklich sehr gut gemachte Coveralbum »OKX – A Tribute To OK Computer« hingewiesen (ich habe es eigentlich schon mit ähnlichen Worten in meinem Adventskalender auf uergsel.de → getan), das die beliebte US-amerikanische Musik-Website Stereogum vor einigen Jahren veröffentlicht hat. Den Rest des Eintrages lesen »
Radiohead gehören seit Jahren zu den beliebtesten Bands im Musikbusiness und sie gehören zu den derzeit meist gecoverten Bands. Meine Artikel über diversen empfehlenswerten Radiohead-Cover der letzten Monate (z. B. von Amanda Palmer → hier und von Alex Schaaf für Kammerensemble und Sänger → hier) gehören zu den beliebtesten Artikeln und Dauerbrennern in diesem Blog. Ich selbst freue mich auch immer wieder über die Bearbeitungen, offenbar lassen sich die Songs der britischen Band besonders gut covern. Den Rest des Eintrages lesen »
2010 habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit kostenloser Musik (alias “net music”, “netlabel music”, “free music”, “open source music” usw.) im Internet beschäftigt, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Es ist ein wirklich ein immens weites, unübersichtliches Feld und ich bin weit davon entfernt einen Überblick zu haben (ich glaube ehrlich gesagt, den hat niemand), aber es gibt dennoch eine ganz Reihe Alben (die meisten habe ich an dieser Stelle bereits im Laufe des letzten Jahres vorgestellt), die ich für empfehlenswert halte, nicht nur weil sie kostenlos sind (denn kostenlose Musik gibt es im Internet wirklich mehr als genug), sondern weil es einfach sehr gute Musik ist, die viel zu schade ist, um einfach übergangen zu werden. Weitere empfehlenswerte kostenlose Musik findet ihr auch hier in meinem Blog, wenn ihr die Artikel mit der Tag kostenlos durchseht.
Mir ist durchaus bewusst, dass diese Liste noch viel viel subjektiver ist, als die zuvor gepostete »ever popular Top 20 CDs released in 2010«-Liste, aber was nützt es? Ich kann nur das bewerten um empfehlen, was ich kenne. Also hadert nicht, wenn ihr meint, hier würden entscheidende Free-Music- und Open-Source-Alben fehlen, hinterlasst mir einfach einen Kommentar im Blog mit einem entsprechenden Hinweis. Den Rest des Eintrages lesen »
Hier also der zweite Teil der ever popular Top 10 in Rock and Pop and Classics CDs released in 2010 list – die Plätze 10 – 1:
The River Empires – Epilogue
Ich hatte Glück, denn ich habe das Album während der Weihnachtstage kostenlos downloaden können, aber auch für die paar Kröten, die der Download kostet (CD gibt es iirc gar nicht) kann man nicht meckern. Allerbester Singer-Songwriter-Folkrock, schön arrangiert, toll gesungen und sehr gut produziert.
Tobias Koch – Robert Schumann: Klaviermusik für die Jugend
»Solo-CD des Jahres«: Tobias Koch war für mich einer der Gewinner des letztjährigen Schumann-Jahres. Seine beiden CDs (neben »Klaviermusik für die Jugend« erschien auch noch »Robert und Clara Schumann – Klavierwerke aus Dresden 1845-1849«) gehören zu den allerbesten Beiträgen zum Schumann-Jahr überhaupt. Wenn Schumann am Klavier, dann nur Tobias Koch.
Barry Cleveland – Hologramatron
Mein »Prog-Album des Jahres«, obwohl Cleveland auf dem Album viele Genres streift: Progressive Rock à la King Crimson, Fusion, Sixties-Pop, sogar ein wenig Americana ist irgendwie dabei: Exzellente Musiker, sehr stimmige, unverkrampfte Produktion und endlich einmal gute Texte auf einem Prog-Album.
Mandelring Quartett · Claire-Marie Le Guay – Robert Schumann: Piano Quartet · Piano Quintet
Das einzige Ensemble, dass es zweimal in meine Top 20 geschafft hat: Ich habe einige Aufnahmen des Klavierquartetts und -quintetts von Schumann dieses Jahr gehört und es gibt wirklich einige gute Aufnahmen davon, aber keine reicht an die Wärme, die Energie, die Präzision, die Aufnahmequalität dieser Aufnahme heran. Meine persönliche Referenz und meine »Klassik-CD des Jahres«.
Massive Attack – Heligoland
»Pop-Album des Jahres«: Alle fünf Massive-Attack-Studioalben lohnen sich, Heligoland ist da keine Ausnahme. Durch Damon Albarn (Blur, Gorillaz) verstärkt, sind die Bristoler nun noch cooler, haben noch ein paar Ideen mehr im petto. Neben dem epochalem Album »Mezzanine« ihre beste Scheibe.
Joanna Newsom – Have One On Me
Eine der ersten sehr erfreulichen Alben des Jahres 2010. Auf 3 CDs zelebriert Joanna Newsom ihre seltsam verschrobene Mischung aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Kram. Stellenweise klingt sie wie eine kantige, kratzige Version von Kate Bush fürs 21. Jahrhundert.
Laurie Anderson – Homeland
»Comeback-Album des Jahres«. Die fast vergessene Wiederkehr einer großen Künstlerin: Eines der stärksten Alben von Laurie Anderson, düster, prophetisch, apokalyptisch, avantgardistisch.
Sarah Kirkland Snider feat. Shara Worden & Signal – Penelope Album des Jahres, Part I: Oh wie wundervoll! Wundervoll komponierte Stücke der Komponistin Sarah Kirkland Snider zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen, gesungen von der wundervollen Shara Worden (alias My Brightest Diamond) und gespielt vom Kammermusik-Ensemble Signal.
Cowboy Junkies – Renmin Park Album des Jahres, Part II: Es gibt sie schon über 20 Jahre und ich kannte von ihnen nicht viel mehr als den Namen. Ein fataler Fehler, denn diese Band hat wirklich etwas zu bieten. Und das Beste: Anders als andere Bands die im Laufe der Jahre immer mehr kreativ ausbluten, erleben die Cowboy Junkies gerade einen zweiten Frühling und haben mit Renmin Park1 eines ihrer allerbesten Alben vorgelegt: Wundervoll gesungen, sehr schön arrangiert, gute Texte und sogar das Artwork sehr sehr gelungen.
Owen Pallett – Heartland Album des Jahres, Part III: Noch so ein Album: Wundervoll arrangierte Kompositionen zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen. Musik, wie aus einem Miyazaki-Film, melancholisch und dennoch leise lächelnd.
Und nein, ich konnte mich wirklich nicht zwischen den ersten drei Alben entscheiden, ich musste sie gemeinsam auf den ersten Platz setzen. Deal with it
Und ja, ich weiß, ich habe keine einzige Jazz-CD in meiner Top-20, weil ich dieses Jahr, trotz einiger sehr guten Empfehlungen, keinen (neuen) Jazz gehört habe. So werde ich einige Alben (»Chamber Music Society« von Esmeralda Spalding; »Supersonic Revolutions« von Jazzkamikaze; »Radio Silence« vom Neil Cowley Trio etc.) wohl erst später entdecken, wenn mir wieder der Sinn nach Jazz steht. Dasselbe gilt auch für die italienische Cantautori-Szene, die ich das letzte Jahr gar nicht verfolgt habe, Mir scheint, auch dort herrscht die in Italien um sich greifende Lähmung. Chissà … es kommen auch wieder bessere Zeiten für die Musik in Italien.
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement