Schlagwort-Archive: #musicmonday

The Clouds are Ghosts - Fractures

Kostenlos und sehr gut: Hypnotisierender Indie-Rock von „The Clouds are Ghosts“ auf »Fractures« – #musicmonday No. 40

#musicmondayDie texanische Truppe The Clouds are Ghosts habe ich schon lange auf meiner ‚Warteliste‘ für meine #musicmonday-Kolumne, bisher hat es aber nie mit dem Bloggen geklappt, das sei nun nachgeholt.

The Clouds are Ghosts - Fotoquelle: cloudsareghosts.com

Das Sextett um den charismatischen Sänger Jason Morris zelebriert einen modernen, sehr gut hörbaren Indie-Pop/Rock mit Referenzen an die frühen Muse oder Radiohead (de facto gibt es sogar eine ziemlich gelungene Cover-Version des Radiohead-Klassikers „Exit Music (For a Film)“ von ihnen → hier bei Youtube). Neben der außergewöhnlich guten Stimme von Morris (die sicher den prägnantesten Unterschied zur Referenzband bildet), überzeugt die Band durch einen sehr professionellen, gut ausbalancierten elektro-akustischen Sound und durch ansprechende Kompositionen, die sich nicht zu schnell abnutzen und die durch experimentelle Sounds ansprechend interessant ergänzt werden.
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Kostenlos und sehr gut: Intelligente Popmusik von Au4 aus Kanada – #musicmonday No. 37

kostenlosDen folgenden Kostenlos-und-sehr-gut-Tipp verdanke ich (und damit auch ihr, oh ihr meinen treuen und casual Leser) meinem Langzeit-Leser und -Kommentator Jürgen. Er machte mich auf die kanadische Band Au4 [oh-fohr] aufmerksam. Danke Jürgen 🙂

»Au4 is an audio/visual creative collective formed in 2004 by brothers Ben and Aaron Wylie in Vancouver, Canada. Inspired in part by the electronica explosion of the 1990s, and landmark albums by Underworld, Massive Attack, Björk, and Nine Inch Nails,« So weit die ziemlich akkurate Selbstbeschreibung der Band. Als unverbesserlicher Prog-Aficionado würde ich personlich noch das exzellente Pure-Reason-Revolution-Debutalbum „The Dark Third“ als Referenz anführen – essentiell machen Au4 aber das, was ich gerne als „elaborated pop music“ bezeichne.
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Kostenlos und sehr gut: Psychedelischer Hardrock mit Prog-Einflüssen von Deafening Opera auf „Blueprint“ – #musicmonday No. 35

Deafening Opera - BlueprintKraftvoller psychedelischer Hardrock mit unüberhörbaren Prog-Einflüssen und einem starken Siebziger-Einschlag kommt von der Münchener Band Deafening Opera auf ihrem brandneuen Album “Blueprint“. Eine echte Empfehlung für alle Fans komplexer, riffbetonter Rockmusik à la Deep Purple, Black Sabbath, Blue Öyster Cult, Dream Theater und Co.

„Blueprint“ ist das zweite Album der Band. Es ist als pay-what-you-want-Download bei Bandcamp erhältlich.
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Kostenlos und sehr gut: Gavin Castleton – Covers (2004-2013) – #musicmonday No. 34

Gavin Castleton - CoversEine Sammlung von 15 hervorragenden Coverversionen vom sehr, sehr, sehr, sehr talentierten Mr. Gavin Castleton. Hört euch die Loop-basierte Fassung von Peter Gabriels „Sledgehammer“ an! Oder das Frank Ocean/Portishead-Mashup „Swim Good“. Oder das gefühlvolle „Til I Die“ (Brian Wilson). Oder das originelle „Imagine“ (ja, das von John Lennon).

Hier gibt es wirklich viel zu entdecken, von den Bee Gees bis zum Eighties-One-Hit-Wonder Nu Shooz  … Ein kostenloser Download bei Bandcamp.
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Kostenlos und sehr gut: John Harrison spielt „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi – #musicmonday No. 33

Der Frühling ist da, endlich! Ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, dass es hier in Deutschland dieses Jahr noch einmal richtig frühlingshaft werden würde. Ich dachte schon, ich müsste bis zu meinem alljährlichen Sardinien-Urlaub im Mai warten, um etwas Wärme und Licht abzubekommen, aber da ist er ja dann doch noch gekommen. Hurra …

Passend dazu bietet ich euch an dieser Stelle (erneut) den wohl berühmtesten Konzertzyklus des Barocks, die Vier Jahreszeiten von  Antonio Vivaldi (1678-1741 in einer sehr ordentlichen Aufnahme an: Der US-amerikanische Violinist John Harrison hat im Jahre 2000 Vivaldis beliebte Konzerte zusammen mit den Wichita State University Chamber Players unter der Leitung von Robert Turizziani eingespielt. Erfreulicherweise hat er die Aufnahmen mit einer freien Lizenz (CC BY-SA 3.0) ausgestattet und sie zum kostenlosen Download freigegeben.

Lange Zeit musste mal sie die Dateien etwas mühselig, etwa bei der Wikipedia, Track für Track herunterladen, wo sie als Audiobeispiel dienen. Nun gibt es sie als .zip-Datei (VBR-MP3, 50 MB) beim Free Music Archive, einer der besten Website für kostenlose, legale Downloads, auch in Sachen Klassik.

Der Download ist (natürlich) ein echter „Hit“ beim Free Music Archive. Es wurde in den letzten zwei Jahren über 100.000 Mal heruntergeladen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten: Frühling – I. Allegro
Quelle: Archive.org

Kostenlos und sehr gut: Trans Alp – Après quatre pièces d’Erik Satie – #musicmonday No. 31

Dies ist möglicherweise der düsterste Erik Satie (einem meiner Lieblingskomponisten), den ich jemals gehört habe (obwohl ich Reinbert de Leeuws Einspielungen auf dem Klavier auch schon für alles andere als Happy Sound halte), aber: Es funktioniert. Saties Gnossiennes elektronisch vom Montrealer Musiker Trans Alp erzeugt, dekonstruiert und in samtene Dunkelheit getaucht.

Wer eine ‚konventionelle‘ Interpretation auf dem Klavier sucht, der ist erst einmal mit der kostenlosen Aufnahme von Andreas Pfaul auf pianosociety.com bestens bedingt.

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Klasse Veröffentlichung des Netlabels Camomille.

Kostenlos und sehr gut: Entertainment For The Braindead – Postcard #4 – California: Songs for a Soft Heart – #musicmonday No. 30

Entertainment for the Braindead - Songs for a Soft HeartDie Sängerin und Multi-Instrumentalistin Julia Kotowski alias Entertainment For The Braindead habe ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt, drum halte ich mich erst gar nicht lange mit Vorreden auf: Sie ist eine der talentiertesten MusikerInnen in der Freien-Musik-Szene, die man gehört haben sollte, wenn man auch nur ein wenig auf moderne, intelligente Singer/Songwriterinnen mit (Anti-)Pop-Appeal steht. Seit ein paar Wochen ist der vierte Teil ihrer Postcard-EP-Reihe erschienen, bei der sie Eindrücke von Reisen in Songs zusammenfasst: Dieses Mal sind es neun Tracks (mit fast 43 Minuten hat „Songs for a Soft Heart“ schon eher LP-Länge), die Julia von einer Kalifornien-Reise mitgebracht hat.

Ähnlich wie bei den Vorgängern (und prinzipiell in ihrer Musik) hat sie auf „Songs for a Soft Heart“ unterschiedliche musikalische Elemente zu einer eigenen Klangwelt zusammengestellt. Wer aber bei diesem kalifornischen Traum Gute-Laune-Mucke und Beach-Feeling erwartet, der wird sich über das ruhige, melancholische Album wundern … Es steckt etwas von Joanna Newsom in diesem Album (um mal einen Referenznamen zu nennen).
Anspieltipp: „Heaven and Hell“ (Track 6) und „Blank“ (Track 9).

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Projektseite auf ihrer Homepage

Download der EP als .zip mit Artwork

Kostenlos und sehr gut: The Rosebuds – Love Deluxe ‚Full Album Cover‘ des vierten Sade-Albums – #musicmonday No. 29

Mögt ihr nicht auch „Full Album Cover“ so gerne wie ich? Wenn es gelingt ein ganzes Album kohärent zu covern (und es gibt einige gelungene Bespiele, auch an dieser Stelle), dann kommt etwas gleichzeitig Vertrautes und Neues heraus. Faszinierend! Hier ein ungewöhnliches Beispiel: Ich habe Sades viertes Album “Love Deluxe” aus dem Jahre 1992 nie für etwas Besonderes gehalten, tatsächlich habe ich niemals irgendetwas von Sade für besonders gelungen oder besonders misslungen gehalten. Zarter Pop-Jazz mit einer Dosis Achtziger-Feeling und einer interessanten, aber letzten Endes nicht sehr variablen Stimme. OK, aber nichts, was mich wahnsinnig ansprechen würde (sorry Fans!). Nichtsdestoweniger hat die US-Indie-Rock-Band The Rosebuds genau dieses Album in seiner gesamten Länge gecovert und hält es für ein Meisterwerk, das mehr als ein »dauerhafter Einfluss auf die Band« war. Aha. Ob man das wirklich so nachvollziehen kann? Hmm …

So oder so, auch wenn man dem Original eher indifferent gegenübersteht (so wie ich), kommt man nicht umhin, dass die Cover-Versionen dieses 20 Jahre alten Material durchaus gelungen und natürlich wirken. Wenn man es nicht besser wüsste, dann würde mich nicht darauf kommen, dass dies Material einer Pop-Chanteuse aus den 1980ern und 1990ern ist. Durchaus empfehlenswert! Gerade die bekannten Singles „No Ordinary Love“, „Feel No Pain“, „Kiss of Life“ und „Cherish the Day“ gewinnen durchaus neue, unerwartete Seiten.

The Rosebuds - Love Deluxe (Sade Full Album Cover)

Kostenlos und sehr gut: Joel Rakes – Auld Lang Syne (Happy & Sad Versionen) – #musicmonday No. 28

Eigentlich habe ich diesen Artikel schon letztes Jahr zum Jahresende gepostet, aber weil sich bei den Weihnachts- und Neujahrsritualen so wenig ändert, reblogge ich den Artikel fast unverändert noch einmal.

War 2012 für euch ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Für mich persönlich war 2012 ein eher gutes Jahr: Ich habe einige gesundheitliche Dinge in den Griff bekommen (und andere gehe ich nächstes Jahr, ganz bestimmt!), beruflich konnte ich mich stabilisieren und sogar noch etwas weitere Erfolge verbuchen, ich konnte einige Reisen unternehmen und – last but not least – wohne ich endlich dort, wo ich immer wohnen wollte, im Herzen ‚meines‘ Viertels Nippes in Köln.

Wie auch immer das Jahr bei euch gewesen ist, stimmungsmäßig passt der letzte kostenlose Download-Tipp des Jahres auf jeden Fall. Er stammt vom US-amerikanischen Singer/Songwriter Joel Rakes, der in den vergangenen Jahren mit seinen gelungenen Weihnachts-EPs auf sich aufmerksam gemacht hat und auch dieses Jahr in meinem Adventskalender ein heißer Weihnachtsmusik-Tipp war. Rakes hatte bereits Ende 2011 zwei Versionen des englischsprachigen Neujahrsklassikers Auld Lang Syne in zwei Versionen, einer Happy– und einer Sad-Fassung, aufgenommen.

Er schreibt über seine Single:

»I recorded two different versions of that-classic-new-years-song-that-nobody-understands-or-knows-the-name-of: „Auld Lang Syne.“ The happy version is pretty upbeat and is banjo based. My awesome sister Rebekah sings with me on the track as well. Listen to this one if you had a happy year.

If you’re looking for something a little moodier to represent a bummer year, check out the sad version. I recorded it in one take live and even used my iPhone microphone for part of the recording.«

Holt euch den kostenlosen Download, wenn ihr etwas stimmige Musik für eure Silvesterparty mögt (außer Abbas grausigem „Happy New Year“ und U2s ausgelutschtem „New Year’s Day“ fällt mir auch spontan wenig Neujahrsmusik ein).

Außer natürlich dem hier:

Feiert heute Abend schön, seid glücklich, seid hoffnungsvoll: Euch allen ein frohes neues Jahr.

Kostenlos und sehr gut: Zeitgenössische Musik für Gitarre von Jan Novák mit dem Duo Lumen – #musicmonday No. 25

Duo Lumen plays Jan Novák "Rosarivm"Wer sich ein wenig in der zeitgenössischen Musik für Gitarre auskennt, der weiß, dass sie zum Großteil mehr oder minder ausgeprägte Folk-Referenzen aus dem spanischen und lateinamerikanischen Raum beinhaltet. Das ist per se natürlich nichts Schlimmes. Beide Kulturkreise haben einen erheblichen Anteil an der Ausprägung der modernen Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts gehabt; ohne spanische und lateinamerikanische Komponisten und Interpreten wäre die Szene viel. viel ärmer. Aber – der Umkehrschluss ist freilich falsch: Gitarrenmusik muss keine dezidiert spanische oder lateinamerikanische Wurzeln haben. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Zyklus „Rosarivm“ des tschechischen Komponisten Jan Novák (1921-1984).
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