Schlagwort-Archive: Konzert

Kostenlos und sehr gut: John Michel spielt das Cellokonzert von Antonín Dvořák

Antonín DvořákGestern habe ich den ganzen Tag Werke für Cello und Orchester des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák (1841-1904) gehört. Dvořák ist mit Sicherheit einer meiner Lieblingskomponisten, wenn es um romantische Orchesterwerke geht: Seine berühmte Sinfonie No. 9 aus der neuen Welt in e-Moll, op. 95, sein Violinkonzert, seine sinfonischen Dichtungen, alles hat jenen betörend schönen, typisch böhmischen Orchesterklang, der sich durch schöne Melodiebögen und besonders prominent eingesetzte Bläser auszeichnet. Ebenso empfehlenswert ist seine Oper »Rusalka« und weite Teile seiner Kammermusik, hier vor allem seine Klaviertrios und -quintette und seine späten Streichquartette. Wirklich Dvořák ist deutlich mehr als nur ein One-Hit-Wonder (mit seiner Sinfonie aus der neuen Welt, die natürlich alles andere an Bekanntheit in den Schatten stellt) der klassischen Musik.
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Kostenlos und sehr gut: Radiohead for Haiti 2-DVD-Set

Radiohead sind ja wirklich Wiederholungstäter: Erst vor wenigen Wochen, am 23. August2010 erschien ihre von Fans genau ein Jahr zuvor gefilmtes Konzert in Prag als aufwendig gestaltete DVD → Live in Praha, schon gibt es einen neuen DVD-Download. Am 24. Januar 2010 spielten Radiohead ein Benefiz-Konzert in der Music Box in Los Angeles für die Erdbebenopfer in Haiti. Das Konzert wurde von Fans (mit Erlaubnis der Band) mitgeschnitten und liegt seit Heiligabend (als Weihnachtsgeschenk) als Doppel-DVD-Download kostenlos (mit der Bitte um eine Spende für die Erdbebenhilfe) zum Download vor.

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Kostenlos und sehr sehr gut: Radiohead – Live in Praha DVD

Radiohead - Prague DVD - Bild: petrklapper.comRadiohead sind ja Wiederholungstäter: Nachdem sie das Business 2007 mit der quasi-gratis-Veröffentlichung von „In Rainbows“ hinlänglich schockten (s. dazu meinen → Blog-Artikel auf uergsel.de), nachdem sie ihre letzte Single „These are my twisted Words“ ebenfalls kostenlos ins Netz stellten (s. dazu meinen → Blog-Artikel auf diesen Seiten) haben sie sich wieder etwas besonderes für die Fans ausgedacht: Ihr Konzert vom 23. August 2009 (tolles Datum ;-)) in Prag wurde von 50 Fans aus verschiedenen Positionen gefilmt und anschließend zu einer semi-professionellen DVD zusammengeschitten. Die Tonspur für die DVD wurde von der Band zur Verfügung gestellt. Seit dem 23.08.2010 kann man das Konzert komplett kostenlos in verschiedenen Formaten kostenlos herunterladen: als PAL-DVD, als NTSC-DVD, als Quicktime-MOV, als MKV, als MP4 für den iPod und als AVI. Demnächst erscheint eine BluRay-Fassung und selbstverständlich kann man sich den Mitschnitt komplett bei YouTube angucken:

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Meine Rezensionen im Schallplattenmann #649 vom 26.10.2009

Meine Rezensionen in der Ausgabe #649 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

  • Agnès Milewski, 24.10.2009, Bürgerhaus Kalk, Köln
    (…) Ihr Gig an einem trüben Herbstabend im Großen Saal des Bürgerhaus Kalk in Köln wurde zur intimen, stellenweise sehr intensiven Seelenschau einer poetischen jungen Frau mit ihrer exzellenten Band (…)
  • Ludwig van Beethoven / Various – Das Gesamtwerk
    Das Gesamtwerk von Beethoven in einer Box: Klasse, Klasse, Klasse
    (2008, 60CD; Brilliant)
  • (…) Die vorliegende Box bietet mindestens gute, teilweise sehr gute Interpretationen, keine der Aufnahmen aus dem Hauptteil der Box ist klanglich oder interpretatorisch unzumutbar. Die 15 Bonus-CDs mit historischem Material (…) von Beethoven-Fachleuten wie Otto Klemperer, Wilhelm Furtwängler, Artur Schnabel, Walter Gieseking, Adolph Busch und Herbert von Karajan sind eine echte Bereicherung der ohnehin schon gut ausgestatteten Box. (…)  Eine wirklich sehr gut zusammengestellte Box (…).

„Neues“ Tim Buckley-Album kostenlos im Stream previewen

Tim Buckley - Live 1967

Tim Buckley - Live at the Folklore Center - Bild anklicken um es auf amazon.de vorzubestellen

Ende August erscheint ein „neues“ Tim Buckley-Album, eine bisher unveröffentlichte Live-Aufnahme des damals 20-jährigen, aufgenommen in einem kleinen Club in New York: „“, das früheste Live-Dokuments Buckleys (die übrigens alle posthum veröffentlicht worden sind).

Jede Veröffentlichung dieses bemerkenswerten Künstlers ist eigentlich eine Sensation, denn Tim Buckley ist leider viel zu früh gestorben und hat nur auf wenigen Studio-Alben wirklich gezeigt, was er für Möglichkeiten mit seiner Stimme hatte und was für ein charismatischer Performer er gewesen sein muss, umso erfreulicher ist es, dass „Live at the Folklore Center“ mit einem erstaunlich klarem Klangbild daher kommt, wenn man die Umstände berücksicht, in denen die Aufnahme entstanden ist: Buckley spielte ohne jegliche Begleitung in Folklore Center vor 35 Zuschauern (sic!), die Aufnahme wurde von Izzy Young, dem Clubbesitzer selbst auf einem portablen Tonbandgerät (übrigens nur einige Wochen kurz nach dem Erscheinen seines Debüts „Tim Buckley“) angefertigt.
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Peter und der Wolf auf Italienisch

OK OK, Italien hat Berlusconi, aber Italien hat auch den großartigen Roberto Benigni und einen Claudio Abbado 🙂

Ein Ausschnitt aus der Live-Aufführung vom 25. Oktober 2008 in Bologna von Sergei Prokofievs „Peter und der Wolf“ (Ital. „Pierino e il lupo“) des Orchestra Mozart unter der Leitung von Maestro Claudio Abbado. Die Texte werden von Roberto Benigni vorgetragen. Das Ganze lief im italienischen Staatsfernsehen RAI am Weihnachtstag und ist mittlerweile auf DVD erhältlich, logischerweise ist die italienischsprachige Version üblicherweise nur in Italien erhältlich.

Meine Rezensionen im Schallplattenmann #623 vom 30. März 2009

Meine Rezensionen in der Ausgabe #623 des eZines „Der Schallplattenmann sagt…“

Glenn Gould · Herbert von Karajan – Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert No. 3

Glenn Gould · H. von Karajan - L. van Beethoven: Klavierkonzert No. 3Glenn Gould · Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan – Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert No. 3, c-Moll, op 37 | J. S. Bach: aus „Das Wohltemperierte Klavier II“
(Aufnahme 1957, 2009, CD, Membran)

Als Glenn Gould (1932-1982) im Mai 1957 von einer gefeierten Konzertreihe in der Sowjetunion auf der Rückreise in Berlin halt machte, kam es zu einer bemerkenswerten künstlerischen Begegnung (Ende der 1950er hätte man sich in Berlin kaum eine spektakulärere Begegnung ausdenken können): Glenn Gould spielte mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan (1908-1989) das Klavierkonzert Nr. 3, c-moll, Op. 37 von Ludwig van Beethoven (1770-1827) im Konzertsaal der Universität der Künste. Die Kritiker damals waren völlig aus dem Häuschen, dann aber geriet der Mitschnitt in Vergessenheit, bevor er im letztjährigen „Karajan-Jahr“ zum ersten Mal offiziell von Sony veröffentlicht wurde.

Mittlerweile wurde die klanglich eher dürftige Live-(Mono)-Aufnahme auch vom Reissue-Spezialisten Membran in seiner Documents-Reihe veröffentlicht. Aber welchen künstlerischen Wert hat denn nun das vermeintliches Gipfeltreffen? Nun, bei genauerem Hinhören eigentlich enttäuschend wenig. Für Gould’sche Verhältnisse ist dies eine brave, streckenweise sogar sehr konventionelle Einspielung. Zwar brilliert er in den Solo-Parts immer wieder mal, spielt aber insgesamt mit einem seltsam biederen, manchmal viel zu weichem Orchester im Rücken. Goulds Dynamik und Leichtigkeit geht im Karajan’schen Orchester-Samt immer wieder unter, außerdem sind Karajans Tempo-Vorstellungen nicht immer die von Gould, vor allem im ersten Satz finde ich diese Diskrepanz sehr störend. Goulds klares Spiel will einfach nicht mit Karajans „entmaterialisierter“, geglätteter Klangphilosophie harmonieren. So bleibt diese Aufnahme in erster Linie nur ein historisches Dokument. Die schlechte Soundqualität des Ausgangsmaterials und das laute, katarrisch hustende Publikum tun da ihr übriges. Bei aller Freude über eine „neue“ Gould-Aufnahme, diese CD ist eigentlich eher etwas für Komplettisten, selbst der Karajan-Fan sollte in seinem reichhaltigen Katalog bessere Alternativ-Aufnahmen des Konzert finden.
Glenn Glenn Gould · Leonard Bernstein - Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert No. 3 auf amazon.deGould sollte 1959 mit Leonard Bernstein das dritte Klavierkonzert für sein Label Columbia in deutlich besser Klangqualität und letzten Endes auch in einer deutlich schlüssigeren Interpretation aufnehmen.
Ergänzt wird die Gould-Karajan CD durch Aufnahmen von zwei Fugen aus „Das wohltemperierte Klavier, Buch II“ von J.S. Bach. Diese wurden offenbar ausgewählt, weil sie ebenfalls 1957 entstanden, doch was nützen einem die zwei kleine Fugen als nette „Bonus Tracks“ wenn der Rest nur mäßig überzeugen kann?

Interpretation
Klang-Restaurierung
Booklet
Preis / Leistung