Schlagwort-Archive: klassische Musik

Kostenlos und sehr klassisch: Beethovens Neunte vom Orchester Anima Eterna unter Jos Van Immerseel

Gute Klassik auf Bandcamp zu finden, ist leider quasi unmöglich. Es gibt sie nämlich kaum. Unter dem Tag „Classical“ tummelt sich allerlei seichtes Light-Classics-Geplätscher für Klavier und Ambient-Wind-und-Wald-Effekte (würg) und einige wenige seriöse Klavier-Aufnahmen, etwas die exzellenten Bach-Aufnahmen von Kimiko Ishizaka, auf die ich hier und an anderer Stelle immer wieder hingewiesen habe.
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Spotify-Playlist: Es muss nicht immer „Last Christmas“ sein

Zu meiner Liste der empfehlenswerten „Alternativen und Klassikern zum Weihnachtsmusik-Brei aus dem Radio und Fernsehen“ habe ich eine Playlist mit Musikbeispielen der 50 genannten Alben (sofern verfügbar) zusammengestellt, die man ab sofort bei Spotify abspielen kann.

Ergänzt wird sie durch gelungene Einzeltitel von Künstlern wie Joni Mitchell, Jona Lewie, Emerson Lake & Palmer, Dido, Dave Matthews, den Smashing Pumpkins, Tom Waits und anderen. Hier geht’s zur Playlist bei Spotify: http://bit.ly/nolastchristmas.

Eine Kopie Liste kann man auch beim Streamingdienst Deezer aufrufen: http://www.deezer.com/playlist/2547212804.

Tipp: Die Playlists am besten gleich abonnieren, damit man auch zukünftige Updates und Ergänzungen mitbekommt.

Es muss nicht immer „Last Christmas“ sein — 50 Alternativen und Klassiker zum Weihnachtsmusik-Brei aus dem Radio und Fernsehen

Wenn man die Mainstream-Medien verfolgt (wovon ich ausdrücklich abrate!), sagen wir einmal WDR 2, die Spotify-Christmas Playlist und die RTL Chartshow, dann könnte man den Eindruck haben, dass kein Weg an „All I Want For Christmas Is You“ von Mariah Carey, „Driving Home For Christmas“ von Chris Rea und vor allem am unsäglichen „Last Christmas“ von Wham vorbeiführt. Moderne Weihnachtsmusik funktioniert nur, wenn sie alle Klischees bedient, und zwar gleichzeitig und in doppelter, was sage ich in dreifacher Ausführung.

Und doch gibt es sie, die „andere“ Weihnachtsmusik. Die, die nicht kitschig ist. Die, die noch nicht totgenudelt wurde. Die, die alle Gefühle, die wir mit diesem seltsamen Fest verbinden – Sehnsucht, Hoffnung, Frieden, Liebe aber auch Verzweiflung, Einsamkeit, manchmal auch Wut – ausdrückt, ohne Stereotypen zu bedienen.

Ich bin immer ein Fan von guter Weihnachtsmusik gewesen. Ich habe meine ganz persönliche Top 50 zusammengestellt, die ich hier präsentieren möchte.
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Kostenlos und sehr gut: Chopins „Préludes“ op. 28 von Cecile Licad (Bon anniversaire, Frédéric)

Heute vor 215 Jahren erblickte Frédéric François Chopin in Żelazowa Wola im Herzogtum Warschau das Licht der Welt. Oder vielleicht war es auch erst am 1. März (so zumindest Chopins eigene spätere Angaben, im Widerspruch zu seiner Geburtsurkunde). So oder so hat uns der große Romantiker einige der populärsten Werke der Klavierliteratur hinterlassen. Mein persönliches Highlight aus seinem Œuvre sind die 24 Préludes op. 28, die er während seiner Zeit auf Mallorca schrieb.

Diese gelungene Aufnahme der philippinischen Pianistin Cecil Licada pianist’s pianist«, The New Yorker) gibt es glücklicherweise nicht nur bei Youtube, sondern auch als kostenlosen und legalen MP3-Download (128 kbps) vom Isabella Stewart Gardner Museum, wo man übrigens unglaublich viele exzellente Klassik-Aufnahmen kostenlos und legal zum Download findet.

Cecile Licad – Frédéric Chopin: 24 Préludes, op. 28 (rechtsklicken und „Speichern unter…“ auswählen um direkten Download von der Seite des Gardner zu starten)

Albert Kiteck - Classical Guitar Christmas

Kostenlos und sehr weihnachtlich: Albert Kiteck – Classical Guitar Christmas

Wer sich bei meinem letzten Beitrag über die klassische Weihnachtsnachtsmusik gefreut hat, der wird sicher auch bei meinem heutigen Tipp aufhorchen: Der Amateur-Musker Albert Kiteck (beruflich ist er als Webdesigner und Programmierer unterwegs) hat auf einem bei Noisetrade veröffentlichtem Mini-Album zehn bekannte Weihnachtslieder in Arrangements für Konzertgitarre eingespielt.
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A Christmas with Magnatune

Kostenlos und sehr weihnachtlich: Klassische Weihnachtsmusik auf „A Christmas with Magnatune“

Während der Popmusik-Sektor in punkto kostenlose Veröffentlichungen seit Jahren regelrecht boomt, sieht es in Sachen klassische Musik (und traditionelle Weihnachtsmusik) deutlich magerer aus. Generell haben viele Klassik-Künstler noch Berührungsängste mit digitalen Medien und mit dem Prinzip der Selbstvermarktung durch kostenlose Downloads, wohl auch, weil die Zielgruppe sowieso eher klein ist.
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Kostenlos und sehr gut: Giuseppe Verdis „Requiem“ in einer aufwühlenden Aufnahme aus dem Jahre 1939

Giuseppe Verdi, Portrait von Giovanni Boldini [Public domain], via Wikimedia CommonsAm Vorabend des 2. Weltkrieges, im August 1939, nahmen das Orchester und der Chor der Oper in Rom unter Tullio Serafin das Requiem von Giuseppe Verdi (1813-1901) auf. Zweifelsohne kein Zufall im Repertoire, sondern ein Statement zur Vergänglichkeit des Menschen und, so erscheint es uns heute, ein grausam-visionärer Vorgriff auf die Ereignisse, die Europa bald schon in Schutt und Asche legen sollten.

Erstaunlich, wie provokant politisch angepasste Künstler wie Beniamino Gigli, Maria Caniglia, Ebe Stignani und Ezio Pinza in jenen Tagen schon zu sein wagten, sei es, weil sie sich der Unausweichlichkeit des herannahenden Krieges fügten, sei es, weil das faschistische Italien schon vor Beginn des Krieges deutlich an Unterstützung seitens der Bevölkerung, der intellektuellen Avantgarde und der Künstler verloren hatte. Der große Tullio Serafin, ein ausgewiesener Opern-Experte und Entdecker von Maria Callas, treibt die Musiker zu einer aufwühlenden Höchstleistung an.
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Kostenlos und sehr gut: John Harrison spielt „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi – #musicmonday No. 33

Der Frühling ist da, endlich! Ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, dass es hier in Deutschland dieses Jahr noch einmal richtig frühlingshaft werden würde. Ich dachte schon, ich müsste bis zu meinem alljährlichen Sardinien-Urlaub im Mai warten, um etwas Wärme und Licht abzubekommen, aber da ist er ja dann doch noch gekommen. Hurra …

Passend dazu bietet ich euch an dieser Stelle (erneut) den wohl berühmtesten Konzertzyklus des Barocks, die Vier Jahreszeiten von  Antonio Vivaldi (1678-1741 in einer sehr ordentlichen Aufnahme an: Der US-amerikanische Violinist John Harrison hat im Jahre 2000 Vivaldis beliebte Konzerte zusammen mit den Wichita State University Chamber Players unter der Leitung von Robert Turizziani eingespielt. Erfreulicherweise hat er die Aufnahmen mit einer freien Lizenz (CC BY-SA 3.0) ausgestattet und sie zum kostenlosen Download freigegeben.

Lange Zeit musste mal sie die Dateien etwas mühselig, etwa bei der Wikipedia, Track für Track herunterladen, wo sie als Audiobeispiel dienen. Nun gibt es sie als .zip-Datei (VBR-MP3, 50 MB) beim Free Music Archive, einer der besten Website für kostenlose, legale Downloads, auch in Sachen Klassik.

Der Download ist (natürlich) ein echter „Hit“ beim Free Music Archive. Es wurde in den letzten zwei Jahren über 100.000 Mal heruntergeladen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten: Frühling – I. Allegro
Quelle: Archive.org

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #9: MIT Concert Choir, William Cutter – Gloria: Works by Rutter, Pinkham, Bach, Holst, Biebl & Sweelinck

MIT Concert Choir - GloriaZum heutigen 2. Advent gibt es mal wieder etwas Klassisch-Weihnachtliches: Der MIT Concert Choir, der Studenten-Chor des Massachusetts Institute of Technology aus Cambridge, Massachusetts in der Nähe von Boston ist einer der wenigen Chöre die schon seit Jahren Live-Mitschnitte ihrer Programme auf ihrer Website kostenlos zum Download bereitstellen. Als Studentenchor hat das Ensemble unter der Leitung von Dr. William Cutter schon einen respektablen Namen errungen. Teile ihrer Aufnahmen kann man sogar beim Free Music Archive herunterladen. Erst vor einigen Monaten empfahl ich an dieser Stelle ihren Mitschnitt der berühmten „Carmina Burana“ von Carl Orff.

2009 führte der Chor sein Programm „Gloria“ auf, bei dem sie weihnachtliche Werke aus vier Jahrhunderten von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621), Daniel Pinkham (1923-2006), Benjamin Britten (1913-1976), Franz Biebl (1906-2001), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Gustav Holst (1874-1934) und John Rutter (*1945) zusammenfassten.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


(Quelle: mit.edu)

Einen Mitschnitt des festlichen Programms (192 kbps MP3) kann man → hier als zip-Archiv (66,6 MB, sic!!) herunterladen.

Tipp: Die ID Tags sind etwas spärlich ausgefallen. Wer also etwas genauer wissen möchte, was er da hört und ggf. die Tags erweitern möchte, sollte auf der → Release-Page nachschauen.

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #5: Duo Lumen – Jan Novák „Rosarivm“

Und wieder recycle ich für den Adventskalender einen älteren Eintrag, teils weil ich feststellen musste, das der für heute geplante Beitrag (Joy Division live) vom Netz genommen wurde, es gibt offenbar urheberrechtliche Schwierigkeiten (obwohl der Toningenieur vorab alles geklärt zu haben schien), teils weil im Adventskalender auch die Gelegenheit nutzen möchte, die Highlights meiner „Kostenlos und sehr gut“-Artikel der vergangenen Monate noch einmal zu featuren.

Duo Lumen plays Jan Novák "Rosarivm"Das italienische Duo Lumen (Matteo Rigotti und Mauro Tonolli) hat einen knapp 20-minütigen Download auf italienischen Netlabel Parafonica veröffentlicht, der Fans klassischer Gitarrenmusik aufhorchen lassen sollte: Der tschechische Komponist Jan Novák (1921-1984) schrieb mit „Rosarivm“ einen faszinierenden, vielschichtigen, komplexen aber insgesamt zugänglichen Gitarrenzyklus mit neoklassizistischen Referenzen.

Nováks Interesse an der lateinischen Sprache (deswegen auch die lateinische Schreibweise von Rosarivm mit v für u) scheint ihn auch strukturell in seinen Kompositionen stark beeinflusst zu haben, die sehr geordnet, sehr durchdacht und dabei sehr kunstvoll wirken. Das Duo Lumen erweist sich bei dieser Veröffentlichung als bestmöglicher Anwalt der Musik Nováks. Hier sind zwei absolute Könner mit viel Engagement und Sachverstand am Werk.

Dies ist meiner Meinung nach eine der spannendsten Veröffentlichungen in der eher überschaubaren freien Klassikszene der letzten Monate, vielleicht sogar Jahre. Sie bietet völlig unbekanntes, aber hochklassiges Material, interpretiert von zwei exzellenten Musikern. Das Tolle: „Rosarivm“ wurde nach meinen Recherchen noch nie zuvor aufgenommen. Nun liegt die Weltersteinspielung mit einer freien CC-Lizenz (CC-BY-NC-ND 3.0) zum kostenlosen Download bereit: Eine unbedingte Empfehlung für alle Freunde der Gitarrenmusik und zeitgenössischer Werke.

Hier geht es zur Release-Seite des Parafonica-Labels:

http://parafonicanetlabel.blogspot.com/2012/06/duo-lumen-plays-jan-novak-rosarium.html

Hier geht es direkt zum Download:
http://archive.org/download/par007DuoLumenPlaysJanNovk-Rosarivmjune102012/DuoLumenPlaysJanNovk-Rosarivmpar007-2012.zip

(Note: Dieser Artikel wurde ursprünglich bereits am 30. Juli 2012 unter dem Titel “Kostenlos und sehr gut: Zeitgenössische Musik für Gitarre von Jan Novák mit dem Duo Lumen” veröffentlicht und umgeschrieben)