Schlagwort-Archive: Klassik

2016 in music: The ever popular Top 25 best albums of the year list

Album des Jahres:

David Bowie – Blackstar (bei amazon.de | bei jpc.de)

Nein wirklich, da kann es keinen Zweifel geben. Mein Album des Jahres erschien bereits am 8. Januar und es wäre auch mein Album des Jahres geworden, wenn the thin white duke nicht gestorben wäre. Es ist das erste Bowie-Album seit Urzeiten, dass ich von Anfang bis Ende liebe (ich war ja bekennender Bowie-Skeptiker): Düster, dystopisch, todesahnend, dazu Gesang, der so intensiv wie sonst nur der von Scott Walker oder Peter Hammill ist (aber eben ganz anders). Musik, die die Grenzen zwischen Artpop, Jazz und Prog auflöst und gleichzeitig erweitert, ein kompromissloses Meisterwerk eines Ausnahmekünstlers, der sich am Ende seiner Karriere nichts mehr beweisen musste.
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Kostenlos und sehr gut: Trans Alp – Après quatre pièces d’Erik Satie – #musicmonday No. 31

Dies ist möglicherweise der düsterste Erik Satie (einem meiner Lieblingskomponisten), den ich jemals gehört habe (obwohl ich Reinbert de Leeuws Einspielungen auf dem Klavier auch schon für alles andere als Happy Sound halte), aber: Es funktioniert. Saties Gnossiennes elektronisch vom Montrealer Musiker Trans Alp erzeugt, dekonstruiert und in samtene Dunkelheit getaucht.

Wer eine ‚konventionelle‘ Interpretation auf dem Klavier sucht, der ist erst einmal mit der kostenlosen Aufnahme von Andreas Pfaul auf pianosociety.com bestens bedingt.

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Klasse Veröffentlichung des Netlabels Camomille.

Kostenlos und sehr gut: Zeitgenössische Musik für Gitarre von Jan Novák mit dem Duo Lumen – #musicmonday No. 25

Duo Lumen plays Jan Novák "Rosarivm"Wer sich ein wenig in der zeitgenössischen Musik für Gitarre auskennt, der weiß, dass sie zum Großteil mehr oder minder ausgeprägte Folk-Referenzen aus dem spanischen und lateinamerikanischen Raum beinhaltet. Das ist per se natürlich nichts Schlimmes. Beide Kulturkreise haben einen erheblichen Anteil an der Ausprägung der modernen Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts gehabt; ohne spanische und lateinamerikanische Komponisten und Interpreten wäre die Szene viel. viel ärmer. Aber – der Umkehrschluss ist freilich falsch: Gitarrenmusik muss keine dezidiert spanische oder lateinamerikanische Wurzeln haben. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Zyklus „Rosarivm“ des tschechischen Komponisten Jan Novák (1921-1984).
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Kostenlos und sehr sehr gut: Essentielle Klassik mit Bachs Goldberg-Variationen von Kimiko Ishizaka – #musicmonday No. 24

#musicmondayMusik findet im 21. Jahrhundert neue Vertriebswege und hat, neben zahlreichen unbestrittenen Risiken, auch neue Chancen, wenn man sie denn nutzen weiß und sein Publikum findet. In meiner „Kostenlos und sehr gut„-Artikelreihe habe ich bereits verschiedene alternative Vertriebskonzepte hingewiesen, denen allen gemein ist, dass die Musik in Form eines Downloads kostenlos (oder zumindest ohne verpflichtende Kosten) ihren Weg zum Hörer findet. Sie eignen sich also nur im begrenzten Maße als Ersatz für den kommerziellen Vertrieb von Musik. Das schränkt ihre Möglichkeiten ein, bedeutet aber nicht immer einen signifikanten Qualitätsverlust.
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Kostenlos und sehr gut: Essentielle Klassik mit der Carmina Burana von Carl Orff – #musicmonday No. 23

#musicmondayGlaube ich meinen Google-Analytics-Statistiken, so sind die Klassik-Artikel meiner „Kostenlos und sehr gut„-Artikelreihe die absoluten Dauerbrenner im Blog. Na dann, sei’s drum: Wie wäre es mit einem der populärsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts?

Die Carmina Burana ist eine Sammlung von  mittellateinischen, mittelhochdeutschen, altfranzösischen und provenzalischen Texten. In den 1930er Jahren hat Carl Orff (1895-1982) einige lateinische und mittelhochdeutsche Texte aus dieser Sammlung vertont. Mit der Uraufführung 1937 begann der Siegeszug der szenischen Kantate. Vor allem der Eröffnungssatz O fortuna ist durch zahlreiche Verwendung (etwa in der Schokoladenwerbung der Firma Nestlé) Teil der populären Kultur des 20. Jahrhunderts geworden.
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2010 in Music: The ever popular Top 20 CDs released in 2010 list (##10 – 1)

Hier also der zweite Teil der ever popular Top 10 in Rock and Pop and Classics CDs released in 2010 list – die Plätze 10 – 1:

  1. The River Empires – Epilogue
    Ich hatte Glück, denn ich habe das Album während der Weihnachtstage kostenlos downloaden können, aber auch für die paar Kröten, die der Download kostet (CD gibt es iirc gar nicht) kann man nicht meckern. Allerbester Singer-Songwriter-Folkrock, schön arrangiert, toll gesungen und sehr gut produziert.
  2. Tobias Koch – Robert Schumann: Klaviermusik für die Jugend
    »Solo-CD des Jahres«: Tobias Koch war für mich einer der Gewinner des letztjährigen Schumann-Jahres. Seine beiden CDs (neben »Klaviermusik für die Jugend« erschien auch noch »Robert und Clara Schumann – Klavierwerke aus Dresden 1845-1849«) gehören zu den allerbesten Beiträgen zum Schumann-Jahr überhaupt. Wenn Schumann am Klavier, dann nur Tobias Koch.
  3. Barry Cleveland – Hologramatron
    Mein »Prog-Album des Jahres«, obwohl Cleveland auf dem Album viele Genres streift: Progressive Rock à la King Crimson, Fusion, Sixties-Pop, sogar ein wenig Americana ist irgendwie dabei: Exzellente Musiker, sehr stimmige, unverkrampfte Produktion und endlich einmal gute Texte auf einem Prog-Album.
  4. Mandelring Quartett · Claire-Marie Le Guay – Robert Schumann: Piano Quartet · Piano Quintet
    Das einzige Ensemble, dass es zweimal in meine Top 20 geschafft hat: Ich habe einige Aufnahmen des Klavierquartetts und -quintetts von Schumann dieses Jahr gehört und es gibt wirklich einige gute Aufnahmen davon, aber keine reicht an die Wärme, die Energie, die Präzision, die Aufnahmequalität dieser Aufnahme heran. Meine persönliche Referenz und meine »Klassik-CD des Jahres«.
  5. Massive Attack – Heligoland
    »Pop-Album des Jahres«: Alle fünf Massive-Attack-Studioalben lohnen sich, Heligoland ist da keine Ausnahme. Durch Damon Albarn (Blur, Gorillaz) verstärkt, sind die Bristoler nun noch cooler, haben noch ein paar Ideen mehr im petto. Neben dem epochalem Album »Mezzanine« ihre beste Scheibe.
  6. Joanna Newsom – Have One On Me
    Eine der ersten sehr erfreulichen Alben des Jahres 2010. Auf 3 CDs zelebriert Joanna Newsom ihre seltsam verschrobene Mischung aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Kram. Stellenweise klingt sie wie eine kantige, kratzige Version von Kate Bush fürs 21. Jahrhundert.
  7. Laurie Anderson – Homeland
    »Comeback-Album des Jahres«. Die fast vergessene Wiederkehr einer großen Künstlerin: Eines der stärksten Alben von Laurie Anderson, düster, prophetisch, apokalyptisch, avantgardistisch.
  8. Sarah Kirkland Snider feat. Shara Worden & Signal – Penelope
    Album des Jahres, Part I: Oh wie wundervoll! Wundervoll komponierte Stücke der Komponistin Sarah Kirkland Snider zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen, gesungen von der wundervollen Shara Worden (alias My Brightest Diamond) und gespielt vom Kammermusik-Ensemble Signal.
  9. Cowboy Junkies – Renmin Park
    Album des Jahres, Part II: Es gibt sie schon über 20 Jahre und ich kannte von ihnen nicht viel mehr als den Namen. Ein fataler Fehler, denn diese Band hat wirklich etwas zu bieten. Und das Beste: Anders als andere Bands die im Laufe der Jahre immer mehr kreativ ausbluten, erleben die Cowboy Junkies gerade einen zweiten Frühling und haben mit Renmin Park1 eines ihrer allerbesten Alben vorgelegt: Wundervoll gesungen, sehr schön arrangiert, gute Texte und sogar das Artwork sehr sehr gelungen.
  10. Owen Pallett – Heartland
    Album des Jahres, Part III: Noch so ein Album: Wundervoll arrangierte Kompositionen zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen. Musik, wie aus einem Miyazaki-Film, melancholisch und dennoch leise lächelnd.

Und nein, ich konnte mich wirklich nicht zwischen den ersten drei Alben entscheiden, ich musste sie gemeinsam auf den ersten Platz setzen. Deal with it 🙂

Und ja, ich weiß, ich habe keine einzige Jazz-CD in meiner Top-20, weil ich dieses Jahr, trotz einiger sehr guten Empfehlungen, keinen (neuen) Jazz gehört habe. So werde ich einige Alben (»Chamber Music Society« von Esmeralda Spalding; »Supersonic Revolutions« von Jazzkamikaze; »Radio Silence« vom Neil Cowley Trio etc.) wohl erst später entdecken, wenn mir wieder der Sinn nach Jazz steht. Dasselbe gilt auch für die italienische Cantautori-Szene, die ich das letzte Jahr gar nicht verfolgt habe, Mir scheint, auch dort herrscht die in Italien um sich greifende Lähmung. Chissà … es kommen auch wieder bessere Zeiten für die Musik in Italien.

2010 in Music: The ever popular Top 20 CDs released in 2010 list (##20 – 11)

Jetzt habe ich mich lange genug vor dieser Liste gedrückt und in meinem Kopf hin und her sortiert, gekürzt, erweitert, durcheinander gewürfelt. Natürlich ist sie trotzdem subjektiv und natürlich reflektiert sie nur einen Ausschnitt dessen, was man dieses Jahr gehört haben sollte (nämlich meinen), aber dennoch, hier ist sie also, the ever popular Top 10 in Rock and Pop and Classics CDs released in 2010 list – die Plätze 20 – 11:

  1. Relocator – Relocator
    Das beste Prog-Debüt des Jahres, das ich in die Finger bekommen habe. Ich gestehe, ich habe (trotz oder gerade wegen des großen Namens Derek Sherinian) manchmal Schwierigkeiten mit den Keyboards, aber dennoch: Ein sehr viel versprechender Anfang.
  2. Skin Diary – Skin Diary
    Fulminantes Rock-Pop-Whatever-Debüt: Die Scheibe hat einen schön schmutzigen Sex-Appeal.
  3. Quadriga Consort – Songs From The British Isles
    Alte Musik meets Folk: Geschmackvoll, unterhaltsam, unverkrampft und überraschend. Klassische Musik für Leute, die normalerweise mit klassischer Musik nichts anfangen können.
  4. t – Anti-Matter Poetry
    Starkes Comeback des düsteren Multi-Instrumentalisten aus Deutschland.
  5. Big Big Train – Far Skies Deep Time
    Diese 41-minütige EP ist eine der wenigen Retroprog-Veröffentlichungen des vergangenen Jahres, die ich mir sehr gerne anhöre.
  6. Robert Plant – Band of Joy
    Ich bin wirklich kein großer Led-Zep-Fan, aber Robert Plants Solo-Alben sind (fast) alle hochinteressant. Band of Joy ist ein weiterer Beleg dafür, dass Plant nicht nur in Würde altert, sondern auch noch musikalisch viel zu bieten hat.
  7. Univers Zéro – Clivages
    Univers Zéro, ungewohnt heiter, hochwertig wie immer. Die Belgier enttäuschen mich nicht.
  8. Nichelodeon – Il gioco del silenzio
    Großartiges Album des italienischen Vokal-Artisten Claudio Milano und seiner neu formierten Band und musikalischer Neujustierung.
  9. Jade Leary – Heliotrope
    Das lang erwartete Comeback-Album von Jade Leary: Düster, aggressiv, vielschichtig.
  10. Mandelring Quartett · Gunter Teuffel – Leoš Janáček – Complete String Quartets
    Janáčeks Streichquartette, gespielt von meinen geliebten Mandelrings, klingen so betörend schön wie vielleicht nie zuvor.

Und die Plätze 10 – 1 gibt es dann morgen 🙂

Und eine gesonderte Liste mit den besten kostenlosen Netalben will ich auch noch zusammenbasteln, so stay tuned…

Kostenlos und sehr gut: »Radiohead – Kid A« für zwei Klaviere, zwei Violinen, zwei Cellos und sechs Sänger

Radiohead gehören seit Jahren zu den beliebtesten Bands im Musikbusiness. Kaum eine andere Band hat mehr Fans und kaum eine andere zeitgenössische Band wird so oft gecovert, wie Radiohead (zuletzt von Amanda Palmer auf der Ukulele, s. Artikel dazu → hier).

Bei meinem letzten Fischzug beim Download-Portal bandcamp.com fand ich beim Stöbern in der ansonsten nicht so wirklich erquicklichen Klassik-Sektion dort ein interessantes Album des US-amerikanischen Musikers Alex Schaaf (der auch unter dem Pseudonym Yellow Ostrich Musik veröffentlicht): Er hat Radioheads vielleicht wichtigstes Album »Kid A« für zwei Klaviere, zwei Violinen, zwei Cellos und sechs Stimmen arrangiert und aufgenommen und bietet das komplette Album kostenlos zum Download an. Wie immer bei bandcamp.com kann man zwischen allen möglichen Audioformaten wählen (MP3, FLAC, AAC, OGG, ALAC – ich empfehle ja immer das verlustfreie FLAC, das heute alle Software-Player abspielen können, das man sehr gut in WAVs umwandeln kann, um daraus eine Audio-CD fürs Auto zu machen und das man leicht in MP3s für den tragbaren MP3-Player umwandeln kann) . Ich finde die Arrangements sehr gelungen, etwas Probleme macht mir hie und da der Gesang – aber dass der Gesang etwas seltsam anmutet, gehört ja auch bei Radiohead selbst zum Konzept. Thom Yorkes Stimme ist ja nun auch nicht ganz … äh … unumstritten. Muss aber wohl so sein.

Alex Schaaf scheint übrigens ein seltsamer Vogel zu sein. So hat er (unter seinem Pseudonym Yellow Ostrich) eine EP mit dem Titel »The Morgan Freeman EP« veröffentlicht, die ausdrücklich von Morgan Freemans Wikipedia-Seite (!) inspiriert wurde. Das Album kann man ebenfalls bei bandcamp.com in voller Länge anhören und auf Pay-what-you-want-Basis erwerben, ohne dass eine Mindestzahlung verlangt wird (Wer will kann also auch 0$ zahlen, was freilich nicht ganz fair ist, wenn man das Album wirklich öfter hören möchte). Dieses Prinzip gilt übrigens für all seine (zahlreichen) Alben, EPs und Singles, die er dort veröffentlicht hat, auch für seine letzte EP »Fade Cave«, die er gänzlich ohne Instrumente, lediglich mit Stimmen und einer Rhythmus-Maschine produziert hat.

Alex Schaaf – Radiohead’s Kid A: Re​-​imagined bei bandcamp.com
Yellow Ostrich – The Morgan Freeman EP bei bandcamp.com
Yellow Ostrich – Fade Cave EP bei bandcamp.com

Kostenlos und sehr gut: Stravinsky und Bruckner vom Minnesota Orchestra

Einer der besten US-amerikanischen Klangkörper, das Minnesota Orchestra, wird ab kommenden Herbst Live-Mitschnitte über die eigene Website als Downloads verkaufen. Damit reiht sich das MO in eine ganze Reihe von renommierten Klangkörpern ein, die sich selbst vermarkten: Die Berliner Philharmoniker bieten Video-Abos von ihren Konzerten an, das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Concertgebouw Orkest und viele andere Ensembles haben eigene Plattenfirmen gegründet, auf denen sie erfolgreich herausragende Live-Mitschnitte ihrer Konzertreihen veröffentlichen.
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Tipp: roccatune.com – Alben im Streaming

roccatune.com - Startseite mit Player

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Schon seit einigen Monaten am Start (und zuvor mit derselben Oberfläche unter dem Namen adtunes aktiv) ist das deutschsprachige Streaming-Portal roccatune.com. Anders als andere Streaming-Portale (auch das populäre last.fm) bietet Roccatune die Möglichkeit komplette Alben in eine Playlist zu setzen und anzuhören, das alles in guter bis sehr guter Soundqualität und mit einer Riesenauswahl: Roccatune greift auf die Katalog der Majors EMI, Sony und Warner sowie diverser kleinerer Label zu. Neue Alben sind oft am Erst-Erscheinungstag zu hören, der Back-Katalog wird Tag für Tag erweitert: Derzeit kann man bei Roccatune gut 150.000 Alben mit ca. 2 Mio. Titel komplett anhören. Da ist auch für den Musik-Fan jede Menge dabei, was er gewiss schon einmal anhören wollte, egal ob Klassik. Jazz, Rock oder Pop.

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