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Nachruf für John Wetton: The smile has left my eyes

Ich habe John Wetton nie kennengelernt, ich habe ihn nicht einmal live erlebt. Ich habe es irgendwie immer verpasst, wenn er mit Asia in der Gegend tourte und ich mochte auch nicht der U.-K.-Reunion-Tour in Europa vor ein paar Jahren hinterher reisen. Aber dennoch war John Wetton für mich immer der Bassist und (vor allem) die Stimme schlechthin.

Als Jugendlicher, als ich davon träumte selbst einmal Musiker zu werden (und träumten wir diesen Traum nicht alle?), wollte ich so singen können wie John Wetton. Ich wollte diese „smiling sadness“, diese leise lächelnde Melancholie in der Stimme haben. Ich liebe dieses Timbre, unverwechselbar, eine Stimme, die die schlimmste Schnulze veredeln konnte.

Ich haben Wettons Musik schon früh gehört. Mein älterer Bruder hatte alle Platten von King Crimson. Aber gerade mit den Wetton-Alben tat ich mich schwer. Wenn man 7, 8 Jahre alt ist, sind die düsteren Improvisationen der „Larks Tongues“, der „Starless“ und der „Red“ schon starker Tobak.
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2016 in music: The ever popular Top 25 best albums of the year list

Album des Jahres:

David Bowie – Blackstar (bei amazon.de | bei jpc.de)

Nein wirklich, da kann es keinen Zweifel geben. Mein Album des Jahres erschien bereits am 8. Januar und es wäre auch mein Album des Jahres geworden, wenn the thin white duke nicht gestorben wäre. Es ist das erste Bowie-Album seit Urzeiten, dass ich von Anfang bis Ende liebe (ich war ja bekennender Bowie-Skeptiker): Düster, dystopisch, todesahnend, dazu Gesang, der so intensiv wie sonst nur der von Scott Walker oder Peter Hammill ist (aber eben ganz anders). Musik, die die Grenzen zwischen Artpop, Jazz und Prog auflöst und gleichzeitig erweitert, ein kompromissloses Meisterwerk eines Ausnahmekünstlers, der sich am Ende seiner Karriere nichts mehr beweisen musste.
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