Posts Tagged “Kammermusik”

Ich habe keinen kostenlosen, legalen Download (Du vielleicht? Dann hinterlasse doch den Tipp in den Kommentaren…) des Quatuor pour la fin du temps (auch unter seinem englischen Namen Quartet for the End of Time bekannt) des französischen Komponisten  Olivier Messiaen (1908-1992) finden können, aber um ehrlich zu sein, ich konnte mir kaum ein anderes Werk vorstellen, das ich nach solch einem Wochenende hier an dieser Stelle posten wollen würde. Diese beiden Videos mit Auszügen reichen allemal.

Ohne weiteres Gerede…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #639 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #637 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #635 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #631 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #627 des eZines Der Schallplattenmann sagt…

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Meine Rezensionen in der Ausgabe #623 des eZines “Der Schallplattenmann sagt…”

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Viktoria Mullova – Johann Ssbastian Bach: 6 Sonatas & Partitas for Violin solo
(
2009), DoCD; Onyx)

Die sechs Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001-1006) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) sind so etwas wie der Prüfstein für jeden (ambitionierten) Violinisten. Gespickt mit technischen Schwierigkeiten, muss der (oder die) Ausführende das Kunststück fertig bringen, die Partitur zu meistern und interpretatorisch zu überzeugen. Eine Aufgabe, die nur die Allerbesten zufriedenstellend lösen können.

Viktoria Mullova ist in der schönen neuen Klassik-Glitzerwelt der Hochglanz-Stars sicherlich nicht die erste, die einem einfällt, wenn es um das zweifelhafte Attribut “Star-Geigerin” geht. Dies spricht freilich eher für sie, denn gegen sie spricht (so viel Schelte muss sein), denn derweil ein Teil der Klassik-Szene sich zunehmend in Szene (sic!) setzt, ins rechte Licht rücken lässt und von einem Publicity-wirksamen Auftritt zum nächsten hechelt (und dabei meist Halbseidenes spielt, das nur den ungeübten Klassik-Hörer zu beeindrucken weiß), spielt die Mullova zunehmend kompromisslosere Alben ein, mit denen sie sich weder einschmeicheln, noch das Publikum absichtlich provozieren möchte. Im Mittelpunkt steht die Musik (leider muss ich dieses Klischee hier bemühen und darf versichern – hier trifft es wirklich in besonderem Maße zu), und was für Musik uns die Mullova auf der vorliegenden CD präsentiert, wird einem erst wieder klar, wenn man ihre Interpretationen der Sonaten und Partiten für Violine solo von Bach hört.

Anders als die Cello Suiten (BWV 1007-1012) sind die Sonaten und Partiten für Violine solo alles andere als für unsere leicht zu verarbeitende Musik. Das mag daran liegen, dass uns heute die Violine als Solo-Instrument viel fremder vorkommt, als das Cello mit seinem warmen Klang; das mag daran liegen, dass Violinenspiel viel zu oft mit irrwitziger Virtuosität oder spröder Fingerfertigkeit assoziiert wird. Viktoria Mullova ist zweifelsohne eine fingerfertige Virtuosin, aber bei der vorliegenden Einspielung der Partiten und Sonaten geht es nicht um ihre beneidenswerte Technik (seien wir ehrlich, die Ausbildung heute produziert massig exzellente Techniker). Es geht auch nicht um das Originalinstrument (eine Guadagnini von 1750), die Darmseiten und den Barockbogen, den sie hier verwendet hat, auch nicht um den an Bach angepassten Grundton A (415 Hz), es geht um den Ausdruck, den Viktoria Mullova in diese Aufnahme gebracht hat, die detaillierte und differenzierte Auseinandersetzung mit den Noten.

Bei dieser Einspielung habe ich keine Sekunde lang an die technischen Schwierigkeiten der Partitur gedacht. nicht um das “historisch korrekte” Klangbild – ich habe einfach nur zugehört und diese Musik neu entdeckt. Und wenn ich stets geglaubt habe, dass historisch informierte Interpretation nicht die Wärme von “romantisierten” Interpretationen ausstrahlen können, dann sehe ich mich hier eines besseren belehrt. Diese Aufnahme der Partiten und Sonaten ist eine exzellente, intelligente und dem Werk gerechte Umsetzung. Ob das vielleicht sogar zur neuen Referenzaufnahme taugt, mögen andere entscheiden. Für mich ist Viktoria Mullovas Interpretation nun das Maß aller Dinge.

Interpretation
Klang
Booklet & Gestaltung
Preis / Leistung

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A. Weithaas & S. Avenhaus - Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinsonaten auf amazon.deAntje Weithaas & Silke Avenhaus – Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinsonaten
(2009, CD; CAvi)

Ein Album, randvoll mit Kammermusik von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), darunter zwei Welt-Ersteinspielungen, das klingt nach einer wirklich lohnenswerten Neuveröffentlichungen im diesjährigen Mendelssohn-Jahr.
Ein erster Durchlauf konnte die hohen Erwartungen indes (noch) nicht erfüllen. Zum einen finde ich den Klang des Albums nicht ausgewogen. Das Klavier dominiert den Klang, die Violine ist alles andere als gleichberechtigt – und so wie mit dem Klang ist es auch mit den meisten der hier vorgestellten Kompositionen: Die Violine geht unter, das Klavier steht im Vordergrund. Außerdem handelt es sich bei den allermeisten der hier vorgestellten Werke um frühe Kompositionen eines 11-jährigen (im Falle der F-Dur-Sonate) bzw. eines höchstens 16-jährigen (f-Moll-Sonate, op. 4 (1823) und das Fragment einer d-Moll-Sonate (1825) ). Lediglich die hier in einer “Urtext Edition” erstveröffentlichte Sonate in F-Dur ist ein “Erwachsenen-Werk”. Und genau diese Sonate, bisher nur in der von Yehudi Menuhin offensichtlich stark bearbeiteten Fassung von 1953 bekannt, ist vielleicht die größte Enttäuschung des Albums. Wenn ich einen unverfälschten Geniestreich erwartet habe, dann konnte ich ihn zumindest beim ersten Durchhören nicht ausmachen. Das Werk scheint mir (immer noch oder gar viel mehr?) eher ein Nebenwerk zu sein. Da nützen dann auch die Beteuerungen der Interpreten im Booklet nichts. Hier zündet nicht viel – und die zurückhaltenden Interpreten tun auch nicht viel, um mit ihrer Persönlichkeit den Stücken zu mehr Wirkung zu verhelfen.

Interpretation
Klang
Booklet & Gestaltung

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Pablo Casals – Johann Sebastian Bach: Cello Suites Nos. 1-6
(1927-39, Re-Release 2001, DoCD, Naxos Historical)

Historische Aufnahmen aus pre-digitalen, pre-stereoauralen Tagen scheinen in einer Zeit der perfekten digitalen Aufnahme mit technisch perfekten Interpreten geradezu anachronistisch. Oft genug begegnet man diesen grässlich rauschenden Aufnahmen auf den Supermarkt-Wühltischen und wenn der Preis zum Kaufen verführt, so ärgert man sich schon beim ersten Hören schwarz. Fortan verstaubt das vermeintliche Schnäppchen in den hintersten Reihen des heimischen CD-Regals.
Historische Aufnahmen können allerdings auch nahezu perfekt restauriert sein (nur, dass man sie dann nicht auf dem Supermarkt-Wühltisch findet), so wie bei den vorliegenden Aufnahmen aus den Jahren 1927-39, die von Ward Marston liebevoll mit den Mitteln modernster Technik bearbeitet worden sind. Was man auf dem vorliegendem Album zu hören bekommt, ist es allemal wert, der musikliebenden Nachwelt präsentiert zu werden, denn Pablo Casals (1876-1973) Interpretation der Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach (1685-1750) sind schlichtweg begeisternd und von der ersten bis zur letzten Sekunde tief bewegend.
Mehr noch als seine technische Brillanz, die Variabilität seines Vibrato etwa oder die flexiblen Tempi, mehr noch als der wundervolle Klang, den er seinem Instrument zu verlocken vermag, wühlt Casals sehr persönliche Interpretation den Hörer auf. Casals versteht es, diesen schwierigen Noten Leben einzuhauchen, sein Leben, sie gleichsam zu seinen ureigenen Cello-Suiten zu machen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch die tragischen Umstände deutlich hörbar sind, in die sich Europa in der Entstehungszeit dieser Aufnahmen immer mehr verstrickte. Casals, der Spanier und Republikaner nimmt in seinem Spiel, so meint man, die ganze Tragik jener Zeit vorweg – blutiger Kampf, Krieg, Vernichtung, Hoffnungslosigkeit – der überzeugte Anti-Faschist setzt dies alles um. Nie wieder sollten die Cello-Suiten so persönlich wirken, wie bei diesen zu Recht legendären Aufnahmen. Gänsehautmusik auch die kurzen Bonus-Zugaben, Bearbeitung Bach’scher Werke für Cello allesamt: Hoffnungslos traurig “Komm, süßer Tod” (BWV 478) und selbst die wohlbekannte “Air” aus der Suite No. 3 (BWV 1068) erklingt frei von vordergründiger Süßlichkeit. Die schönsten Klassikaufnahmen, die ich überhaupt kenne.

Interpretation
Klang-Restaurierung
Booklet
Preis / Leistung

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