Schlagwort-Archive: Johann Sebastian Bach

Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung einer freien Aufnahme des „Wohltemperierten Klaviers“

Mit der aktuellen „Open Well-Tempered Clavier – Ba©h to Bach„-Kampagne auf Kickstarter läuft derzeit ein überaus interessantes Finanzierungsprojekt, um eine professionelle Aufnahme (und eine professionelle, kostenlose Notenausgabe) von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ Copyright-frei, für die Gemeinfreiheit zu erstellen (also umgangssprachlich: als „Public Domain“ zum freien Download, zur freien Bearbeitung und freien Weiterverwertung freizugeben).

Kimiko IshizakaKimiko Ishizaka, die von der Presse hochgelobte Pianistin des Vorgänger-Projekts „Open Goldberg Variations„, wird die 48 Präludien und Fugen des ersten Buchs im berühmten Berliner Teldex-Studio aufnehmen, wo auch schon ihre Goldberg-Variationen aufgenommen wurden. Als Produzentin konnte erneut Anne-Marie Sylvestre gewonnen werden, die lange Zeit für das audiophile Label ATMA gearbeitet hat.

Hier das Promo-Video zur Kampagne:

und hier geht’s zu den Details der Kampagne auf deren Kickstarter-Seite: kck.st/openwtc

PS.: Auch kleine Beiträge helfen.

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #9: MIT Concert Choir, William Cutter – Gloria: Works by Rutter, Pinkham, Bach, Holst, Biebl & Sweelinck

MIT Concert Choir - GloriaZum heutigen 2. Advent gibt es mal wieder etwas Klassisch-Weihnachtliches: Der MIT Concert Choir, der Studenten-Chor des Massachusetts Institute of Technology aus Cambridge, Massachusetts in der Nähe von Boston ist einer der wenigen Chöre die schon seit Jahren Live-Mitschnitte ihrer Programme auf ihrer Website kostenlos zum Download bereitstellen. Als Studentenchor hat das Ensemble unter der Leitung von Dr. William Cutter schon einen respektablen Namen errungen. Teile ihrer Aufnahmen kann man sogar beim Free Music Archive herunterladen. Erst vor einigen Monaten empfahl ich an dieser Stelle ihren Mitschnitt der berühmten „Carmina Burana“ von Carl Orff.

2009 führte der Chor sein Programm „Gloria“ auf, bei dem sie weihnachtliche Werke aus vier Jahrhunderten von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621), Daniel Pinkham (1923-2006), Benjamin Britten (1913-1976), Franz Biebl (1906-2001), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Gustav Holst (1874-1934) und John Rutter (*1945) zusammenfassten.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


(Quelle: mit.edu)

Einen Mitschnitt des festlichen Programms (192 kbps MP3) kann man → hier als zip-Archiv (66,6 MB, sic!!) herunterladen.

Tipp: Die ID Tags sind etwas spärlich ausgefallen. Wer also etwas genauer wissen möchte, was er da hört und ggf. die Tags erweitern möchte, sollte auf der → Release-Page nachschauen.

Kostenlos und sehr elektronisch: Ambient-Bearbeitungen populärer Klassikwerke von Lee Rosevere – #musicmonday No. 26

#musicmondayNormalerweise kann man nicht mit Easy-Listening-Bearbeitungen von (populären) Klassik-Melodien jagen. Ich habe da sozusagen ein Kindheitstrauma (Stichwort: Rondo Veneziano). Ich mag es einfach nicht, wenn man Dinge simplifiziert und glättet, nur weil unsere Hörgewohnheiten instrumentaler Musik sich auf Fahrstuhlmusik-Niveau bewegen. Gleichzeitig habe ich in meiner Kindheit und Jugend gerne die elektronischen Bearbeitungen von Isao Tomita gehört, bei denen – ich gebe zu: auch nicht immer ganz geschmackssicher – Werke von Debussy, Ravel oder Mussorgsky mit Synthesizern eingespielt wurden. Sicher: Kaum eine Bearbeitung reicht an das Original heran, aber immerhin kann sie – wenn sie gut gemacht ist – einzelne Aspekte einer Komposition erfahrbarer machen oder ein möglicher Einstieg für einen Klassik-Laien in die große Welt der klassischen Musik sein.
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Kostenlos und sehr sehr gut: Essentielle Klassik mit Bachs Goldberg-Variationen von Kimiko Ishizaka – #musicmonday No. 24

#musicmondayMusik findet im 21. Jahrhundert neue Vertriebswege und hat, neben zahlreichen unbestrittenen Risiken, auch neue Chancen, wenn man sie denn nutzen weiß und sein Publikum findet. In meiner „Kostenlos und sehr gut„-Artikelreihe habe ich bereits verschiedene alternative Vertriebskonzepte hingewiesen, denen allen gemein ist, dass die Musik in Form eines Downloads kostenlos (oder zumindest ohne verpflichtende Kosten) ihren Weg zum Hörer findet. Sie eignen sich also nur im begrenzten Maße als Ersatz für den kommerziellen Vertrieb von Musik. Das schränkt ihre Möglichkeiten ein, bedeutet aber nicht immer einen signifikanten Qualitätsverlust.
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Kostenlos und sehr gut: Exzellente Neuaufnahme der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach

Detail auf einem Bach-PortraitOffenbar sind gerade Bach-Wochen auf blog.about-music.de: Nach sämtlichen Orgelwerken und einer Neu-Interpretation der Goldberg-Variationen möchte ich euch heute einen tollen kostenlosen, hochwertigen Download der Matthäuspassion ans Herz legen.

Die Matthäus-Passion gehört ja zweifelsohne zu den wichtigsten Chorwerken der Musikgeschichte und sollte eigentlich in keiner klassischen Basisdiskothek fehlen. Mittlerweile gibt es im Netz auch zahlreiche frei erhältliche historische und einige ordentliche Neuaufnahmen, allein, für eine hochwertige Aufnahme der Matthäus-Passion muss man auch heute noch ein wenig Geld anlegen.

Eine schöne kostenlose Alternative (sozusagen als Zwischenlösung) bietet derzeit das niederländische Klassik-Radio 4 an. Dort haben die Hörer gerade die Matthäus-Passion zum diesjährigen Lieblingsstück gekürt.  Darum bietet der Sender derzeit eine hochkarätig besetzte Neuaufnahme kostenlos als MP3-Download (drei 160 kbps-Dateien, 179 MB) an. Es spielt das vorzügliche Residentie Orkest aus Den Haag unter der Leitung des langjährigen Leiters des Musica Antiqua Köln und ausgewiesenem Bach-Spezialisten Reinhard Goebel und einer Auswahl der derzeit besten niederländischen Sänger, sowie der Nederlands Kamerkoor und der Haags Matrozenkoor.
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Kostenlos und sehr gut: Jeremy Denk spielt die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach

J. S. Bach: Goldberg-Variationen - TitelseiteNoch mehr Empfehlenswertes (nach den Orgelwerken vorgestern) von Johann Sebastian Bach (1685-1750), speziell für jene, die nach einer guten, kostenlosen Aufnahme der wunderbaren Goldberg-Variationen suchen, die auf einem (modernen) Klavier gespielt wurden (und nicht auf einem Cembalo). (Und ja, jeder braucht mindestens EINE Aufnahme der Goldberg-Variationen im Haus).

Wer also eine solche Aufnahme gebrauchen kann, der sollte sich flugs zur Website des Isabella Stewart Gardner Museum klicken und ihren letzten Podcast (#119) downloaden in dem eine vollständige Aufnahme der Variationen zu hören (und als 128-kbps-MP3 zu downloaden) ist, eingespielt vom US-amerikanischen Pianisten Jeremy Denk.

Hier geht’s zu den Goldberg-Variationen (Podcast No. 119).

Kostenlos und sehr gut (und umfangreich): Sämtliche Werke für Orgel von Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian BachDas ist wirklich ein sensationeller Fund: Es gibt tatsächlich eine legale Quelle, bei der man sämtliche Werke für Orgel von Johann Sebastian Bach (1685-1750) kostenlos downloaden kann – und das in sehr guter AAC-Qualität (.m4a – das typische iTunes-Format): Insgesamt sind es 13 zip-Archive (geordnet nach Werksgruppen) mit fast 2 GB Umfang. Typische Aufnahmen sämtlicher Orgelwerke Bachs umfassen üblicherweise rund 15 CDs (um eine Vorstellung zu haben, wie viel Material das ist).

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


► klicken zum abspielen | Streaming/Downloadquelle → hier
(rechte Maustaste klicken und “Speichern unter…” auswählen)

Aufgenommen wurden sie zwischen 2007 und 2009 von Dr. James Kibbie (von der University of Michigan) auf historischen Barockorgeln in Dresden (Kathedrale), Rötha (Georgenkirche, Marienkirche), Großengottern (St. Walpurgis), Stade (Ss. Cosmae et Damiani, St. Wilhadi) und Waltershausen (Stadtkirche); die Aufnahmequalität genügt professionellen Ansprüchen und ist vergleichbar mit den im Handel erhältlichen kommerziellen Aufnahmen. Für den Einsteiger gibt es eine Art Best-of-Sammlung mit → »Favorite Masterworks« (natürlich mit der berühmten Toccata & Fuge in d-Moll, BWV 565, s. oben), fortgeschrittene Bach-Fans können sich gleich die → vollständige Sammlung herunterladen.

 

Kostenlos und sehr gut: Pablo Casals spielt Bachs Cellosuiten

Pablo CasalsUnd noch einmal Bach zu Ehren seines heutigen 326. Geburtstages und noch einmal recycle ich dabei einen meiner Blog-Beiträge von anderswo:

Es gibt wenig Alben, die so viel Bestand haben, wie die legendären Aufnahmen des spanischen Cellisten Pablo Casals (1876-1973) der Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Sie sind alles andere als nach den Standards der historischen Aufführungspraxis gespielt und dennoch gelten seine Aufnahmen aus den 1930er Jahren als Meilensteine, nicht nur historisch betrachtet (weil letzten Ende Casals diese vergessenen Suiten wiederbelebte), sondern weil sich alle Aufnahmen auch an der Ausdrucksstärke dieser Erstaufnahme messen lassen müssen. Und da hapert es bei den allermeisten neueren Aufnahmen. Casals lebt diese Musik und das kann man den historischen Aufnahmen, trotz aller aufnahmetechnischen Unzulänglichkeiten und historischer Inkorrektheiten, immer noch sehr genau anhören.

Das deutsche Urheberrecht macht es möglich: Das Verwertungsrecht endet bei nach 50 Jahren (§ 85 Abs. 3 UrhG), danach sind die Aufnahmen rechtefrei (ähnliche Regeln gelten übrigens für die meisten europäischen Staaten) und dürfen auch von anderen vertrieben werden, was vorher streng untersagt ist (denn vertreiben darf nur der, der die Rechte daran besitzt). Darum darf ich an dieser Stelle auf die japanische Website public-domain-archive.com hinweisen, die zahlreiche historische Aufnahmen, auch die Cellosuiten von Casals kostenlos zum Download anbietet. (…) Erwartet nicht viel von der Tonqualität dieser frühen Aufnahmen (die zwischen 1936 und 1939 entstanden), erwartet allerdings eine Menge von dieser tief empfundenen Musik.

Die sechs Suiten gibt es hier als kostenlosen Download (1. zip-Archiv, 118 MB) auf meinem 4shared.com-Account

Update Dezember 2012: Die japanische Website public-domain-archive.com ist vom Netz gegangen; ich habe meinen Download – trotz eindeutiger Rechtslage – vom Netz genommen. Die ehemaligen Rechteinhaber versuchen mit allerlei Tricks und Kniffen freie Downloads für Aufnahmen im Besitz der Allgemeinheit zu unterbinden.

Bei Musopen.org gibt es immerhin einen kostenlosen Download der Suite No. 3 und der Suite No. 4. Der Interpret dieser Aufnahmen ist unbekannt.

Kostenlos und sehr gut: Tasmin Little spielt Bach, Ysaÿe und Patterson

Johann Sebastian BachZum heutigen 326. Geburtstag von Johann Sebastian Bach (1685-1750), möchte ich euch eine ganz besonders gelungene Aufnahme der Partita No. III in E-Dur für Violine solo ans Herz legen. Sie stammt von der englische Violinistin Tasmin Little, die vor einigen Jahren ein Album mit Musik für Solo-Violine aufgenommen hat und es exklusiv und kostenlos auf ihrer Website zum Download anbietet. Darin enthalten ist auch diese gelungene Aufnahme der

Partita No. III in E-Dur, BWV 1006 für Violine solo
► klicken zum abspielen

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Und weil ich das alles schon einmal aufgeschrieben habe, verweise ich einfach auf den entsprechenden Blogbeitrag mit allen Infos zu »The Naked Violin« und den Download-Links.