Posts Tagged “Jazz”

WeihnachtsmusikWie wäre es mit etwas samtig-smoothen, akustischen Jazz zum Weihnachtsfest? Die aus Chicago stammende Sängerin Ann Alee hat auf ihrer Weihnachts-EP “Merry Christmas Darling” sieben dezent arrangierte und gut gesungene klassische amerikanische Weihnachtslieder (u. a. “Santa Baby”, “Rockin’ Around The Christmas Tree”, “I’ll Be Home For Christmas”) zusammengefasst. Wer es also Weihnachten auch mal etwas relaxter angehen lassen möchte, der liegt mit diesem pay-what-you-want-Download (man kann spenden, muss aber nicht – wie Ann Alee selbst betont) genau richtig.

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In diesen Tagen scheint sich jeder über Nirvanas Album Nevermind auszulassen, das vor ziemlich genau 20 Jahren (am 24. September 1991) in den USA veröffentlicht wurde. Um ehrlich zu sein: Ich war nie ein großer Nirvana-Fan (und bin es auch heute nicht), ich habe die Grunge-Welle Anfang der 1990er einfach ignoriert: Ich fand die Musik auf Albumlänge einfach ermüdend langweilig. Doch obwohl sich an meiner Haltung nicht viel geändert hat habe ich mittlerweile gelernt, dass Nevermind tatsächlich eines der wichtigsten Alben im Rockgeschäft war – vielleicht gar nicht so sehr vom Material, was sich darauf befand, sondern vor allem, von der Wirkung, die von diesem Album auf folgende Musiker-Generationen ausgehen sollte.

Die von mir hoch geschätzte Coverversionen-Website Cover Me hat bereits vor einigen Jahren ein Full Album Cover der Nevermind mit Beiträgen von Patti Smith, Caetano Veloso (!), Animal Collective, Ill Nino, den UK Subs und anderen veröffentlicht (ein weiteres Full Album Cover der Nevermind habe ich vor einigen Wochen hier gepostet). Einige dieser Versionen sind erstaunlich gut (und musikalisch erstaunlich anders) geraten und das Beste: Man muss nicht unbedingt das Original mögen, um diese Fassungen genießen zu können.

Full Album Cover - Nevermind - Cover Me

Einfach auf das Cover klicken, um zum Original-Artikel auf covermesongs.com zu gelangen oder die Songs hier direkt herunterladen:

  1. Patti Smith – Smells Like Teen Spirit
  2. Gringo Floyd – In Bloom
  3. Caetano Veloso – Come As You Are
  4. Steve Earle – Breed
  5. The Polyphonic Spree – Lithium
  6. Animal Collective – Polly
  7. Ill Nino – Territorial Pissings
  8. Coco – Drain You
  9. The Retroliners – Lounge Act
  10. UK Subs – Stay Away
  11. Rogue Wave – On a Plain
  12. Tricky – Something In the Way

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Als ich jünger war (yeah, ich bin jetzt in einem Alter, wo ich solche Formulierungen völlig #musicmondayernsthaft benutze, ohne es zu merken) suchte ich stets nach der “großen Kunst”, es musste immer das beste Rock-Album aller Zeiten, das beste Jazz-Album aller Zeiten, das beste Klassik-Album aller Zeiten sein. Drunter ging es einfach in meinen Ansprüchen nicht. Entsprechend desillusioniert ist man dann irgendwann einmal: Irgendwann kennt man einfach seine Version des besten Rock-, Jazz- und Klassik-Albums und man gibt die Suche auf und beschließt für sich, dass man das “beste Album aller Zeiten” längst gefunden hat. Heißt das, dass man aufhören kann neue Musik zu hören, weil man ja schon alles gehört hat und weil eh die nicht steigerungsfähige Musik im Schrank stehen hat? Isteskuatsch natürlich, es gibt so vieles zu entdecken, auch wenn darin nichts “Einzigartiges” oder substantiell Neues steckt. Manchmal ist die solide Umsetzung von lieb gewonnenen Traditionen mehr als genug., ein ‘kleines Meisterwerk’, sozusagen.
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kostenlosNachdem ich den letzten Monat quasi gar nicht in diesem Blog aktiv war – aus Urlaubsgründen – beginnt der Juni mit meiner neuen Rubrik mit empfehlenswerten kostenlosen Downloads (mit oder ohne CC-Lizenz), die im vergangenen Monat erschienen sind. Das Spektrum reicht diesen Monat von elektronischen Ambient-Klängen über experimentelle Musik, Progressive Rock bis hin zu coolem Indie-Rock. Alle sind auf jeden Fall mal ein Reinhören wert. Dafür gibt es wieder ein kleines 8-tracks-Mixtape zum Anklicken und Anhören. Mit einem Klick auf “Download” im Mixtape-Player kommt ihr übrigens (auch) auf die entsprechende Download-Seite.
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kostenlosGestern habe ich über die interessantesten und besten kostenlosen Neuerscheinungen aus dem April gebloggt, heute schiebe ich, der Vollständigkeit halber, noch eine Liste mit den besten Veröffentlichungen der Monate Januar bis März des laufenden Jahres nach. Auf ein Mixtape müsst aber allerdings dieses Mal verzichten, dennoch: Klicken, Reinhören und Entdecken lohnt sich.
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John Coltrane - A Love Supreme bei amazon.deNormalerweise hasse ich alle versuche John Coltranes Meisterwerk »A Love Supreme« 1:1 zu covern, aber das isländische ASA Trio hat es tatsächlich geschafft, etwas Anderes aus dem Ausgangsmaterial zu machen. In ihrer Fassung wirkt das Album entmythologisiert, leichter und bei weitem nicht so spirituell wie das Original, aber in diesem Falle ist das auch gut so: Wer wollte es denn schon ernsthaft mit Trane’s Original aufnehmen? In einer interessanten Trio-Besetzung (Gitarre, Orgel, Schlagzeug) erklingt »A Love Supreme« in dieser Aufnahme fast so swingend, als sei es nur ein Standard. Eine unterhaltsame, unverkrampfte Aufnahme, sicher nicht so gut wie das Original, aber nicht respektlos und wirklich gut anzuhören.


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Nick Drake - Five Leaves LeftNick Drake starb am 25. November 1974 aber in Wirklichkeit ist es so, dass er nicht ganz von dieser Welt gegangen ist. Seine traurigen Folksongs scheinen einfach nicht zu altern oder ihren zauberhaften Charme zu verlieren: Die nachfolgenden Generationen hören immer noch seine Alben und spielen seine Musik.

Ich bin am Wochenende auf ein ungewöhnliches, aber wirklich sehr gut gemachtes Full-Album-Tribute seines vermutlich besten Albums “Five Leaves Left” gestoßen. Ein in Seattle beheimatetes Ensemble (ein Quartett, verstärkt durch eine Saxophonistin), geleitet vom Trompeter  Jason Parker und mit der sinnlichen Stimme von Michele Khazak genial ergänzt, hat die Nummern in ruhige Bebop-Arrangements verwandelt und scheint damit noch ein Extra-Quäntchen Melancholie hinzugefügt zu haben. Die Aufnahmen sind wirklich durch und durch gelungen und gerade die Vocal-Nummern (nicht alle Songs werden besungen) sind echte Juwelen. Einfach zuhören und träumen.
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Das deutsche Urheberrecht macht es möglich: Das Verwertungsrecht endet bei Tonaufnahmen nach 50 Jahren (§ 85 Abs. 3 UrhG), danach sind die Aufnahmen rechtefrei (ähnliche Regeln gelten übrigens für die meisten europäischen Staaten) und dürfen auch von anderen vertrieben werden. IGeorge Gershwin, 1937n der englischsprachigen Welt spricht man dann gemeinhin von Public Domain (im öffentlichen Besitz), ein großer, unübersichtlicher Anbieter für Public-Domain-Aufnahmen ist archive.org. Wer hier gezielt nach historischen Aufnahmen sucht, der wird immer wieder fündig. Oft handelt es sich bei den hier kostenlos angebotenen Aufnahmen um exzellent von alten Schellack-78er-Schallplatten übertragene Aufnahmen, die es gar nicht im kommerziellen Handel gibt.

Im Rahmen einer Besprechung mit Werken des populären US-amerikanische Komponisten, Pianisten und Dirigenten George Gershwin (1898-1937) stieß ich dort auf einige sehr interessante Aufnahmen, die Gershwin in den 1920er Jahren von seinem wohl bekanntesten Stück, der Rhapsody in Blue gemacht hat, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Rechtefreie Aufnahmen (Public Domain) auf archive.org

George Gershwin spielt Rhapsody in Blue

1924, Part I (akustische Aufnahme) (also mit Schalltrichter und nicht mit Mikrophon)
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1924, Part II (akustische Aufnahme) (also mit Schalltrichter und nicht mit Mikrophon)
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1927 (elektrische Aufnahme) (also mit Mikrophon und nicht mit Schalltrichter wie vor 1925 üblich)
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Und hier als Vergleich die Aufnahme, die durch den Film “Rhapsody in Blue” bekannt wurde und die für viele als Referenzeinspielung gilt.

1945: Philadelphia Orchestra, Eugene Ormandy – Oscar Levant, Klavier
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Wem diese Aufnahmen “zu historisch” sind und wer aber auch nicht auf Authentizität verzichten möchte, der sollte in folgende Aufnahme reinhören. Hierbei handelt es sich um eine mechanisch-akustische Reproduktion von Duo-Art Piano Rollen, die – ähnlich wie die hierzulande bekannteren Klavierrollen des Welte-Mignon-Klaviers funktionieren, die 1974 in einem modernen Tonstudio aufgenommen wurden. Es sind also konventionelle analoge Hifi-Aufnahmen, auch wenn Gershwin selbst diese Rollen ca. 1925 ‘bespielt’ hat. Bis zur Verbesserung der Aufnahmetechnik durch Mikrophone waren es durchaus üblich, dass Pianisten und Komponisten solche Musikautomaten bespielten. Ihre musikalischen Reproduktionen waren denen der Schallplatte weit überlegen, wurden sie doch auf einem (fast) normalen klassischen Konzertflügel gespielt und mussten nicht unter der schlechten Klangqualität der frühen Schallplatten leiden.

1925: George Gershwin (Duo Art piano recording)
klicken zum abspielen oder → hier downloaden. Auf dieser Seite sind auch weitere Titel dieser Aufnahmen Gershwins verfügbar.

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The Dwindlers - DreamsDas Debüt-Album von The Dwindlers »Dreams« läuft bei mir gerade rauf und runter und verzaubert mich regelrecht. Ich habe die EP zwar schon in meiner → Top 10 in Free Music vorgestellt, aber ich möchte es nicht versäumen, es gesondert noch einmal etwas ausführlicher vorzustellen.

The Dwindlers (to dwindle = schrumpfen, mindern, schwinden usw.) sind die Dichterin und Sprecherin Michelle Seaman und der Bassist, elektronische Musiker und Komponist Benjamin Dauer (der mit seinem allerdings völlig anders gelagerten Solo-Debüt »Burning of Wine« in derselben Top 10 sogar den 2. Platz belegen konnte). Gemeinsam schaffen sie eine selten (viel zu selten) gehörte Mischung aus spoken word, also aus (in diesem Fall) Gedicht-Rezitationen, mit begleitender Musik. Dabei wird die Musik und der Vortrag genau aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist faszinierend, betörend, verführend, weil hier alles zusammenpasst: Michelle Seaman schreibt schöne Texte, hat eine geradezu sinnliche Art diese vorzutragen und Benjamin Dauer hat dazu den perfekten Soundtrack irgendwo zwischen elektroakustischem Ambient und Jazz komponiert, insgesamt eher unaufdringlich, aber eben alles andere als belanglos.
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Cover Me Christmas Mixtape 2010Habe ich gestern wirklich geschrieben, ich würde meinen letzten Weihnachtsmusik-Tipp posten? Ach, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.

Es gibt sie noch, die Mixtapes. die mit Liebe zusammengestellten MCs (wenn auch nur im übertragenen Sinne): Eine Stunde Spielzeit, dieses Mal nicht zusammengestellt, um das Herz der Liebsten zu gewinnen, sondern um eine Stunde gute, ungewöhnliche, manchmal seltsame, manchmal befremdliche Weihnachtsmusik zu hören. Nicht von mir, sondern von Cover Me, der besten Site für Cover-Versionen im Web.
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