Schlagwort-Archiv: Indie

Branches - Songs For Christmas

Kostenlos und sehr weihnachtlich: Branches – Songs For Christmas

Die Spreu vom Weizen zu trennen ist (auch) bei der Flut an Veröffentlichungen, die alljährlich auf den (kostenlosen) Markt kommen eine Kunst (und bei den kommerziellen Releases sieht es nicht besser aus, an Masse mangelt es da nicht, nur Klasse vermisse ich in den letzten Jahren zunehmend).

Auf den ersten Blick ist auch das Weihnachtsalbum der kalifornischen Band Branches nichts wirklich besonderes. Gerade die ersten paar Stücke des Albums klingen vertraut-unbestimmt nach dem Indie-Kram, der im Fahrwasser von Sufjan Stevens, Mumford & Sons usw. seit einigen Jahren über den Teich schwappt (oder eben nicht, denn das meiste zündet auf dem kontinentaleuropäischen Markt nicht). Erst wenn man sich durch die ersten Stücke des Albums gelangweilt hat, wird es zum ersten Mal interessant: “O Come All Ye Faithful” entwickelt sich zu einer traurigen Folk-Ballade und spätestens wenn Natalie Nicoles bei “I Heard The Bells On Christmas Day” die Lead Vocals übernimmt, ist man verzückt. “O Come, O Come Emmanuel” wird dann langsam dramatisch aufgebaut, so dass der wohlbekannte Song neu und spannend klingt (auch weil die Band die Nummer deutlich schneller spielt, als gemeinhin üblich). Leise und zurückhaltend dann das “Silent Night” im Klang eines Schlafliedes (was es ja auch ist!), das zum Klang einer Spieluhr gesungen wird. Der Gospel “O Holy Night”, zweistimmig gesungen und nur von akustischen Gitarren begleitet, beschließt dann ein insgesamt doch noch sehr gelungenes Weihnachtsalbum.

Fazit: Schon allein wegen der Songs, bei denen Natalie Nicoles die Lead Vocals übernimmt, lohnt sich der ohnehin kostenlose Download bei Noisetrade. “I Heard The Bells on Christmas Day” und “O Come, O Come Emmanuel” von den Branches landen bestimmt auf dem einen oder anderen meiner Weihnachts-Mixtapes.

http://noisetrade.com/soundslikebranches/songs-for-christmas

The Clouds are Ghosts - Fractures

Kostenlos und sehr gut: Hypnotisierender Indie-Rock von “The Clouds are Ghosts” auf »Fractures« – #musicmonday No. 40

#musicmondayDie texanische Truppe The Clouds are Ghosts habe ich schon lange auf meiner ‘Warteliste’ für meine #musicmonday-Kolumne, bisher hat es aber nie mit dem Bloggen geklappt, das sei nun nachgeholt.

The Clouds are Ghosts - Fotoquelle: cloudsareghosts.com

Das Sextett um den charismatischen Sänger Jason Morris zelebriert einen modernen, sehr gut hörbaren Indie-Pop/Rock mit Referenzen an die frühen Muse oder Radiohead (de facto gibt es sogar eine ziemlich gelungene Cover-Version des Radiohead-Klassikers “Exit Music (For a Film)” von ihnen → hier bei Youtube). Neben der außergewöhnlich guten Stimme von Morris (die sicher den prägnantesten Unterschied zur Referenzband bildet), überzeugt die Band durch einen sehr professionellen, gut ausbalancierten elektro-akustischen Sound und durch ansprechende Kompositionen, die sich nicht zu schnell abnutzen und die durch experimentelle Sounds ansprechend interessant ergänzt werden.
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Good Morning. Happy Easter. 3

Kostenlos und sehr österlich: Good Morning. Happy Easter. 3

Warum gibt es eigentlich so viel Weihnachtsmusik und so wenig Ostermusik? In der Klassik hält sich das Verhältnis mindestens die Waage, nimmt man die Musik für die Karwoche dazu, dann gibt es sogar deutlich mehr Musik für die Osterwoche, als für die Weihnachtszeit. Immerhin ist Ostern der höchste Feiertag der Christen, denn

<religionslehrermodus:on> Es ist für das Christentum essentiell wichtig, dass Jesus für unsere Sünden gestorben und wieder auferstanden ist <religionslehrermodus:off>

aber vielleicht ist es genau diese zutiefst religiöse Komponente, die Ostern so wenig Pop/Rock-kompatibel macht (mal abgesehen von Patti Smith’s “Easter” und Marillion’s “Easter” fallen mir da auch nicht so viele Tracks ein). Das und die Tatsache, dass das ans-Kreuz-nageln von jungen Männern und das unerklärliche Auferstehen von den Toten nicht ganz so niedlich sind, wie ein süßes, unschuldiges Baby in einem Stall mit Tieren.
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Foxy Shazam - Gonzo

Kostenlos und sehr gut: Das neue Album von Foxy Shazam “Gonzo”

Vor einigen Jahren sorgte die US-amerikanische Band Foxy Shazam für einiges Aufsehen in musikfeuilletonistischen Kreisen. Da wurden Vergleiche von den neuen Queen (!) bis den neuen Nirvana (!!) bemüht, was freilich eher dem Hormonrausch der Redakteure geschuldet ist. De facto sind Foxy Shazam tatsächlich eine recht originelle Band, die sich postmodern-typisch, das Beste aus allen möglichen Genres zusammenklaut und zu einer eigenen, eigentümlichen Mischung verzwurbelt. Gut gemachter, intelligenter und nicht immer ganz ernst gemeinter Indie-Rock mit Anklängen an alles Mögliche.
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My Brightest Diamon - Until now

Kostenlos und sehr gut: 6-Track-Sampler von My Brightest Diamond auf noisetrade.com

Ist es wirklich schon über drei Monate her, dass ich in diesem Blog einen Artikel geschrieben habe? Schockschwerenot! Da war dann doch wohl mehr los in den letzten Wochen, als mir jetzt irgendwie klar werden will. Höchste Zeit das Blog mal wieder ein wenig zu betexten!
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Kostenlos und sehr gut: Zwei Sampler – “Give Love on Christmas” und “Music City Unsigned Family Christmas, Vol. 1″

Zum Abschluss meiner diesjährigen kostenlosen Weihnachtsmusik-Tipps gibt es noch einmal zwei schöne Sampler, die man – wie das meiste Material, das ich dieses Jahr vorgestellt habe – bei Noisetrade.com downloaden kann.

Sowohl “Give Love on Christmas” als auch “Music City Unsigned Family Christmas, Vol. 1” überzeugen (und unterhalten!) mit dem bewährten, unverkrampften Stilmix aus Pop, Indie-Rock, Folk und einer Prise Country bei traditionellen und neuen Weihnachtsliedern talentierter Nachwuchskünstler.

Einfach auf die Cover klicken, um auf die entsprechende Downloadseite zu gelangen.

 Blood:Water Mission – Give Love on Christmas Music City Unsigned - Music City Unsigned Family Christmas, Vol. 1

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich hiermit ein frohes Weihnachtsfest – mit hoffentlich viel guter Musik!

Kostenlos und sehr gut: Eastside Manor Christmas Sessions 2013

Eastside Manor Christmas Sessions 2013Das war ja nur eine Frage von Zeit: Seit einigen Jahren hat sich die Website Noisetrade.com als die Quelle für Nachwuchsbands aus dem nordamerikanischen Raum etabliert, gerade wenn es um weihnachtliche Musik geht. Hier werden seit einigen Jahren mit Abstand die meisten und die hochwertigsten (kostenlosen) Produktionen veröffentlicht. Der Schritt ein ‘eigenes’ Album zu produzieren, ist da nur logisch: Die “Eastside Manor Christmas Sessions 2013” sind ein 100%iges ‘Kind’ der kostenlosen Download-Plattform, die hier zusammengefassten Künstler – wie so oft bei Noisetrade eher unbekannte Namen wie Jars of Clay, Brooke Waggoner, Dave Barnes, Humming House , Angel Snow, Street Corner Symphony, Sarah Macintosh, Dave Barnes und Matthew Perryman Jones – haben das vorliegende rund 50-minütige Album exklusiv für Noisetrade produziert. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen und bewegt sich musikalisch genau in jenen Gefilden, die Noisetrade auf übers Jahr bevorzugt anbietet: Ein bisschen Folk, ein bisschen Country, ein bisschen Indie-Rock, hauptsächlich akustisch. Erfreulich: Das Album wärmt nicht nur olle Kamellen (“O Holy Night”, “Silver Bells”, “Silent Night” usw.) auf, sondern bietet auch einige charmante Neukompositionen (etwa “Hibernation Day” von Jars of Clay oder “Christmas Moon” von Brooke Waggoner).

Unterm Strich ist “Eastside Manor Christmas Sessions 2013″ vielleicht nicht der beste Sampler des Jahres (da würde ich eher diesen oder diesen vorbehaltloser empfehlen), aber insgesamt eine hochwertige Produktion mit einigen Rosinchen, die man entdecken (und ggf. für eigene Sampler weiterverwenden) kann.

http://www.noisetrade.com/eastsidemanorsessions/eastside-manor-christmas-sessions

Kostenlos und sehr gut: The Oh Hellos’ Family Christmas Album

Von der Menge her habe ich noch nie so viele kostenlose Weihnachtsalben gefunden wie dieses Jahr, qualitativ bin ich allerdings von meiner Ausbeute an Neuproduktionen dieses Jahr etwas enttäuscht (deswegen habe ich auch dieses Jahr gar nicht so viele neue Alben gepostet).

Außer der hinreißenden EP “Seasons Greetings” von On The Morrow habe ich heuer viel Mediokres gefunden, das einfach zu wahllos klingt, als dass man es an dieser (oder irgendeiner) Stelle erwähnen müsste. Die Unsitten der aktuellen Mainstream-Popmusik (das Begradigen von gesanglichen Unzulänglichkeiten mit Autotuning, das übertrieben melismatisches Singen (ugs. ‘jodeln wie Mariah Carey’), die klinisch reinen, antiseptischen Produktionen, das Verkitschen der Songs durch abgegriffene Klischees) färben auch auf die freie Musikszene, insbesondere auf junge Nachwuchskünstler ab, die noch von einer großen Karriere träumen.
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Kostenlos und sehr gut: Rue Royale – Christmas EP

Rue Royale - Christmas EPZum heutigen Nikolausfest recycle ich wieder einen Tipp der letzten Jahre, einfach weil die → Christmas-EP bei bandcamp.com des englisch/amerikanischen Indie-Pop-Duos Rue Royale viel zu gut ist, um im Wust der kostenlosen Musik vergessen zu werden: Sanfte, geschmackvoll arrangierte und leise Weihnachtslieder (zwei Klassiker, eine wunderschöne Originalkomposition), von denen man gerne mehr hätte – aber man will nicht undankbar sein. Dies ist Musik für die nachdenklichen Momente. Und von Rue Royale gibt es ja mittlerweile eine Reihe interessanter Alben ohne Weihnachtsbezug (auch auf CD und Vinyl).