Wer den düster-bedrohlichen Progressive Rock italienischer Horrorsoundtracks (à la Goblin), pulsierenden Zeuhl (à la Magma) und die hypnotische elektronische Musik aus Deutschland (à la Popol Vuh) mag, der sollte unbedingt in die Musik der US-amerikanischen Truppe Ga’an hineinhören, deren erstes Album man kostenlos beim Free Music Archive herunterladen kann.
Die aus Chicago stammende Band um Sängerin Lindsay Powell und Drummer/Komponist Seth Sher veröffentlichte ihr Debüt ursprünglich als Cassette (!), die digale Ausgabe des immerhin 40 Minuten langen Albums versahen sie freundlicherweise mit einer freien CC-Lizenz und gaben die Dateien zum kostenlosen Download frei.
Gestern startete bei uns in den Kinos David Finchers Verfilmung des ersten Romans der “Millenium-Trilogie” von Stieg Larsson (übrigens so ziemlich das Beste, was ich in den letzten Jahren an Krimis gelesen habe, falls es wirklich noch jemanden geben sollte, der die Trilogie nicht gelesen hat) “The Girl with the Dragon Tattoo” (dt. Film- und Buchtitel: “Verblendung”). Die Kritiken sind überraschenderweise sehr gut (gar nicht mal so selbstverständlich, wenn Hollywood sich europäische Roman-Vorlagen vorknöpft). Neben der düsteren Atmosphäre des Streifens und den guten Schauspielern wird expliziz der Soundtrack gelobt, für den sich niemand Geringeres als Trent Reznor, Frontmann der Nine Inch Nails, verantwortlich zeichnet.
Schon seit dem US-amerikanischen Filmstart kann man eine 6-Track-EP aus dem kompletten Soundtrack-Album kostenlos downloaden, als Teaser sozusagen und im Tausch gegen eine eMail (man landet in Reznors Mailingliste, aus der man sich sofort austragen kann, die aber immer wieder interessante kostenlose Musik vorstellt).
So here I am once more in the playground of the … oh, Moment, das ist ein anderer Film. Also, hier bin ich wieder mit meiner beliebten, völlig unbekannten #musicmonday-Artikelreihe (nach Krankenhaus, Umzug, DSL-lose Zeit, Feiertagen), in der ich gerne persönliche Favoriten aus der weiten Welt der freien Musikszene vorstelle. Den Rest des Eintrages lesen »
Ich bin mir gar nicht so sicher, ob 2011 nun ein gutes oder schlechtes Jahr für mich persönlich war. Wie dem aber auch sei, stimmungsmäßig passt der letzte kostenlose Download-Tipp des Jahres auf jeden Fall. Er stammt vom US-amerikanischen Singer/songwriter Joel Rakes, der in den vergangenen Jahren mit seinen tollen Weihnachts-EPs auf sich aufmerksam gemacht hat. Er hat zwei Versionen des englischsprachigen Neujahrsklassikers “Auld Lang Syne” in zwei Versionen, jeweils einer Happy- und einer Sad- Fassung, aufgenommen.
Hier schreibt er über seine neue Single zum neuen Jahr:
I recorded two different versions of that-classic-new-years-song-that-nobody-understands-or-knows-the-name-of: “Auld Lang Syne.” Thehappy versionis pretty upbeat and is banjo based. My awesome sister Rebekah sings with me on the track as well. Listen to this one if you had a happy year.
If you’re looking for something a little moodier to represent a bummer year, check out the sad version. I recorded it in one take live and even used my iPhone microphone for part of the recording.
Holt euch den kostenlosen Download, wenn ihr etwas Musik für eure Silvesterparty mögt. Feiert heute Abend schön, sei glücklich, seid hoffnungsvoll: Euch allen ein Frohes Neues Jahr.
Fröhliche Weihnachten, euch allen ein schönes Weihnachtfest.
Ob ihr nun Atheisten seid (wie ich), oder gläubige Christen, Moslems oder Juden, ob ihr an einen oder viele Götter anbetet, ob ihr an Geister oder Ahnen oder das Göttliche in oder der Natur glaubt: Heute ist der richtige Tag, um die wahrhaft göttliche Musik von Georg Friedrich Händel (1685-1759) zu genießen. Wer das Werk nicht im Schrank stehen hat (oder wer wie ich, alle CDs in Bergen von noch auszupackenden Kartons hat), der wird sich gewiss über diese schöne, kostenlose Aufnahme des ersten Teils (Advent und Geburt) des Messiah vom Peabody Concert Orchestra & Chor unter der Leitung von Hajime Teri Murai freuen.
(Rechtsklicken und “Ziel speichern unter…” auswählen)
Diesen Artikel habe ich auf Englisch bereits im Dezember veröffentlicht, darum hier nur der Vollständigkeit halber auf Deutsch nachgereicht:
Den kanadischen Musiker Mike Carss aus Ottawa/ Ontario habe ich an anderer Stelle schon einmal vorgestellt. Kurz vor Jahresschluss erschien sein neues, exzellentes Album “Ecotone”, eine sehr gut anhörbare Mischung aus IDM und Ambient.
James Fahy alias ambienteer habe ich an dieser Stelle schon vorgestellt. Ich halte den gebürtigen Londoner für einen der größten Talente, die es in der freien Musikszene gibt. Nacht für Nacht bastelt der manchmal an Schlafstörungen leidende Programmierer an neuen Stücken, die er regelmäßig auf seiner Website kostenlos zur Verfügung stellt.
Doch in den Wochen der vergangenen Monate geriet seine Produktivitätsmaschinierie ins Stocken: Nur sehr langsam und äußerst mühselig entstanden neue Stücke, etwas, was ihm üblicherweise keine Mühe bereitet. Das Album “Nocturne” ist geprägt von diesen inneren Kämpfen mit der Blockade – und es ist eines seiner besten, aber auch düstersten geworden. Hört man das Album, so hat man den Eindruck, man begleitet James durch die Gespenster einer schlaflosen Nacht. Und ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Am Ende ist es wie im richtigen Leben und die Sonne geht – trotz aller Befürchtungen – doch auf.
Eine der intensivsten Veröffentlichungen, die mir dieses Jahr untergekommen sind und ein treuer Begleitet durch meine eigenen nächtlichen inneren Kämpfe.
“Nocturne” ist als pay-what-you-want-Download ohne Mindestpreis erschienen. Man muss nicht, man darf aber gerne eine Kleinigkeit für die Musik zahlen.
Eigentlich muss man die Musik von Matt Stevens kaum noch vorstellen. Der Londoner Gitarrist hat sich einen guten Namen in der freien Musikszene und darüber hinaus gemacht. So wurde sein Debütalbum “Ghost” unter anderem auf den Babyblauen Seiten besprochen (mit guten 10/15 Punkten). Trotzdem, es kann ja sein, dass man bisher noch nichts von ihm gehört hat, dann sollte man das allerdings schleunigst nachholen. Sein neues Album “Relic” ist wirklich eine sehr gute musikalische Reise durch den modernen Prog und Postrock geworden – kein schleimiger Retrokram, sondern pure Energie und Kreativität. Ein Ein-Mann-Orchester mit bemerkenswertem Talent.
“Relic” gibt es als Pay-what-you-want-Download (ohne Mindestpreis, also auch ggf. kostenlos) aus seiner bandcamp.com-Seite. Dort kann man auch die CD-Ausgabe des Albums bestellen.
In diesen Tagen scheint sich jeder über Nirvanas Album Nevermind auszulassen, das vor ziemlich genau 20 Jahren (am 24. September 1991) in den USA veröffentlicht wurde. Um ehrlich zu sein: Ich war nie ein großer Nirvana-Fan (und bin es auch heute nicht), ich habe die Grunge-Welle Anfang der 1990er einfach ignoriert: Ich fand die Musik auf Albumlänge einfach ermüdend langweilig. Doch obwohl sich an meiner Haltung nicht viel geändert hat habe ich mittlerweile gelernt, dass Nevermind tatsächlich eines der wichtigsten Alben im Rockgeschäft war – vielleicht gar nicht so sehr vom Material, was sich darauf befand, sondern vor allem, von der Wirkung, die von diesem Album auf folgende Musiker-Generationen ausgehen sollte.
Die von mir hoch geschätzte Coverversionen-Website Cover Me hat bereits vor einigen Jahren ein Full Album Cover der Nevermind mit Beiträgen von Patti Smith, Caetano Veloso (!), Animal Collective, Ill Nino, den UK Subs und anderen veröffentlicht (ein weiteres Full Album Cover der Nevermind habe ich vor einigen Wochen hier gepostet). Einige dieser Versionen sind erstaunlich gut (und musikalisch erstaunlich anders) geraten und das Beste: Man muss nicht unbedingt das Original mögen, um diese Fassungen genießen zu können.
Einfach auf das Cover ↑ klicken, um zum Original-Artikel auf covermesongs.com zu gelangen oder die Songs hier direkt herunterladen:
Steht eigentlich irgendeiner meiner Leser (außer Conni, von der weiß ich’s!) auch noch auf die wunderbare Shara Worden alias My Brightest Diamond? Wie dem auch sei, seitdem ich sie das erste Mal gehört habe, bin ich fasziniert von ihrer Stimme und ihrer Musik. Bald erscheint ihr neues Album “All Things Will Unwind” (erscheint am 10.10.) und trotz starker Konkurrenz im Herbst freue ich mich schon wie Bolle auf die neue Scheibe. Außerdem werde ich sie Ende November endlich endlich endlich live sehen können! So lange kann ich mich ja schon einmal mit der heute veröffentlichten kostenlosen Remix-Single “Be Brave” trösten. Die Albumversion steht ab heute bei iTunes (iiiihhh!!!) bereit, den gelungenen Remix gibt es kostenlos auf ihrer by Soundcloud-Seite.
PS.: Falls es derzeit nicht mit dem Anhören/Download hier klappen sollte (»This track is currently not available«), kann man das direkt auf dieser Seite nachholen.
Außerdem kann man sich das neue Video zum Song anschauen:
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement