Posts Tagged “Coverversion”

In diesen Tagen scheint sich jeder über Nirvanas Album Nevermind auszulassen, das vor ziemlich genau 20 Jahren (am 24. September 1991) in den USA veröffentlicht wurde. Um ehrlich zu sein: Ich war nie ein großer Nirvana-Fan (und bin es auch heute nicht), ich habe die Grunge-Welle Anfang der 1990er einfach ignoriert: Ich fand die Musik auf Albumlänge einfach ermüdend langweilig. Doch obwohl sich an meiner Haltung nicht viel geändert hat habe ich mittlerweile gelernt, dass Nevermind tatsächlich eines der wichtigsten Alben im Rockgeschäft war – vielleicht gar nicht so sehr vom Material, was sich darauf befand, sondern vor allem, von der Wirkung, die von diesem Album auf folgende Musiker-Generationen ausgehen sollte.

Die von mir hoch geschätzte Coverversionen-Website Cover Me hat bereits vor einigen Jahren ein Full Album Cover der Nevermind mit Beiträgen von Patti Smith, Caetano Veloso (!), Animal Collective, Ill Nino, den UK Subs und anderen veröffentlicht (ein weiteres Full Album Cover der Nevermind habe ich vor einigen Wochen hier gepostet). Einige dieser Versionen sind erstaunlich gut (und musikalisch erstaunlich anders) geraten und das Beste: Man muss nicht unbedingt das Original mögen, um diese Fassungen genießen zu können.

Full Album Cover - Nevermind - Cover Me

Einfach auf das Cover klicken, um zum Original-Artikel auf covermesongs.com zu gelangen oder die Songs hier direkt herunterladen:

  1. Patti Smith – Smells Like Teen Spirit
  2. Gringo Floyd – In Bloom
  3. Caetano Veloso – Come As You Are
  4. Steve Earle – Breed
  5. The Polyphonic Spree – Lithium
  6. Animal Collective – Polly
  7. Ill Nino – Territorial Pissings
  8. Coco – Drain You
  9. The Retroliners – Lounge Act
  10. UK Subs – Stay Away
  11. Rogue Wave – On a Plain
  12. Tricky – Something In the Way

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Nirvana - Nevermind (bei amazon.de)Am 24. September 1991, also vor annähernd 20 Jahren, erschien das Album Nevermind von Nirvana. Man muss kein Fan der Band oder von Grunge sein, um zu verstehen, dass dies ein epochales Album  der Rockgeschichte ist, das die Initialzündung für den Erfolg vieler anderer Bands war und das, allerdings nicht zum ersten und zum letzten Mal, die korrupte und weichgekochte Rockmusik-Szene der damals gerade zu Ende gegangenen 1980er. Various Artists - Newermind; Cover-Artwork (c) Spin Magazine 2011Auch heute noch beziehen sich viele Indie-Rockmusiker auf diesen “Nirvana-Effekt”.

Als Hommage an Nevermind hat nun das US-amerikanische Musikmagazine Spin Magazine eine Künstler eingeladen, sämtliche Stücke des Albums zu covern. Das Ergebnis nennt sich »Newerkind« (SIC!!!), hat ein ausgesprochenes dämliches Artwork (s. rechts) und enthält teilweise garstige, teilweise überraschend gelungene Beiträge von Butch Walker & the Black Widows (man beachte das Yes-Zitat im Gitarrensolo “In Bloom”), The Vaselines, Amanda Palmer, Foxy Shazam (sehr geil!) und einem Haufen angesagter Indie-Künstler, die ich natürlich kaum kenne. Aber ich bin ja auch alt und nicht hip und muss nicht mehr alle Hänflinge kennen.

Um das Album kostenlos herunterladen zu können, muss man lediglich das berühmt-berüchtigte “Gefällt mir” auf der Facebook-Seite von SPIN anklicken und den Download mit einer gültigen eMail-Adresse anfordern. Wer keinen Facebook-Account hat, der muss bis zum 25. Juli warten, dann gibt es die Tracks des Albums auch auf → dieser Seite als Direktdownloads.

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Wieder gibt es als Service zur gestrigen sal | about | music-Ausgabe ein Mixtape, das ihr komplett hier anhören könnt. Dieses Mal habe ich die zehn besten Cover-Versionen, die ich gestern gespielt habe, zusammengefasst: Songs von EatLiz (die Björk covern), Kingsley and Perdomo (Bee Gees)*, Izz (Peter Gabriel), My Brightest Diamond (Soft Cell), Alex Wolph (Robert Palmer)*, Bat For Lashes (Bruce Springsteen)*, Computer Magic (John Lennon)*, Sophie Hunger (Noir Desír), The Opium Cartel (Brian Eno) und Tori Amos (Nirvana).

Viele Stücke sind kostenlos downloadbar (mit * gekennzeichnet), die anderen habe ich als preisgünstige amazon.de-Downloads verlinkt. Einfach im Player beim entsprechenden Titel auf “buy” (sic!)  klicken, um auf die Downloadseite zu gelangen.

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Aufmerksame blog.about-music.de-Leser wissen es längst: Natasha Khan alias Bat for Lashes gehört meiner Meinung nach zu den aufregendsten und interessantesten neuen (weiblichen) Acts in der Popmusik. Sie ist eine versierte Songschreiberin, eine betörende Sängerin und hat einen ziemlich eigenen Sound, der catchy, aber nicht zu kommerziell ist, kurzum, die perfekte Pop-Ikone zum Anhimmeln und sich nicht dafür schämen.
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Argentinien ist für viele wohl eher das Land seltsam moppeliger Fußballer in Designer-Anzügen, über die man am Stammtisch drollige Witze machen kann. Dass das zweitgrößte Land Südamerikas auch eine sehr lebendige Musikszene hat, die mehr zu bieten hat, als bloß Tango viejo und nuevo, entzieht sich unserem eurozentristischen Weltbild.
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John Coltrane - A Love Supreme bei amazon.deNormalerweise hasse ich alle versuche John Coltranes Meisterwerk »A Love Supreme« 1:1 zu covern, aber das isländische ASA Trio hat es tatsächlich geschafft, etwas Anderes aus dem Ausgangsmaterial zu machen. In ihrer Fassung wirkt das Album entmythologisiert, leichter und bei weitem nicht so spirituell wie das Original, aber in diesem Falle ist das auch gut so: Wer wollte es denn schon ernsthaft mit Trane’s Original aufnehmen? In einer interessanten Trio-Besetzung (Gitarre, Orgel, Schlagzeug) erklingt »A Love Supreme« in dieser Aufnahme fast so swingend, als sei es nur ein Standard. Eine unterhaltsame, unverkrampfte Aufnahme, sicher nicht so gut wie das Original, aber nicht respektlos und wirklich gut anzuhören.


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Nick Drake - Five Leaves LeftNick Drake starb am 25. November 1974 aber in Wirklichkeit ist es so, dass er nicht ganz von dieser Welt gegangen ist. Seine traurigen Folksongs scheinen einfach nicht zu altern oder ihren zauberhaften Charme zu verlieren: Die nachfolgenden Generationen hören immer noch seine Alben und spielen seine Musik.

Ich bin am Wochenende auf ein ungewöhnliches, aber wirklich sehr gut gemachtes Full-Album-Tribute seines vermutlich besten Albums “Five Leaves Left” gestoßen. Ein in Seattle beheimatetes Ensemble (ein Quartett, verstärkt durch eine Saxophonistin), geleitet vom Trompeter  Jason Parker und mit der sinnlichen Stimme von Michele Khazak genial ergänzt, hat die Nummern in ruhige Bebop-Arrangements verwandelt und scheint damit noch ein Extra-Quäntchen Melancholie hinzugefügt zu haben. Die Aufnahmen sind wirklich durch und durch gelungen und gerade die Vocal-Nummern (nicht alle Songs werden besungen) sind echte Juwelen. Einfach zuhören und träumen.
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OKX - A Tribute To OK ComputerIm Zusammenhang mit dem eben → hier vorgestelltem kompletten Covers des neuen Radioheadalbums »The King Of Limbs« der Band Robotanists, sei auch an dieser Stelle noch einmal auf das wirklich sehr gut gemachte Coveralbum »OKX – A Tribute To OK Computer« hingewiesen (ich habe es eigentlich schon mit ähnlichen Worten in meinem Adventskalender auf uergsel.de → getan), das die beliebte US-amerikanische Musik-Website Stereogum vor einigen Jahren veröffentlicht hat.
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Radiohead gehören seit Jahren zu den beliebtesten Bands im Musikbusiness und sie gehören zu den derzeit meist gecoverten Bands. Meine Artikel über diversen empfehlenswerten Radiohead-Cover der letzten Monate (z. B. von Amanda Palmer → hier und von Alex Schaaf für Kammerensemble und Sänger → hier) gehören zu den beliebtesten Artikeln und Dauerbrennern in diesem Blog. Ich selbst freue mich auch immer wieder über die Bearbeitungen, offenbar lassen sich die Songs der britischen Band besonders gut covern.
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Radiohead gehören seit Jahren zu den beliebtesten Bands im Musikbusiness. Kaum eine andere Band hat mehr Fans und kaum eine andere zeitgenössische Band wird so oft gecovert, wie Radiohead (zuletzt von Amanda Palmer auf der Ukulele, s. Artikel dazu → hier).

Bei meinem letzten Fischzug beim Download-Portal bandcamp.com fand ich beim Stöbern in der ansonsten nicht so wirklich erquicklichen Klassik-Sektion dort ein interessantes Album des US-amerikanischen Musikers Alex Schaaf (der auch unter dem Pseudonym Yellow Ostrich Musik veröffentlicht): Er hat Radioheads vielleicht wichtigstes Album »Kid A« für zwei Klaviere, zwei Violinen, zwei Cellos und sechs Stimmen arrangiert und aufgenommen und bietet das komplette Album kostenlos zum Download an. Wie immer bei bandcamp.com kann man zwischen allen möglichen Audioformaten wählen (MP3, FLAC, AAC, OGG, ALAC – ich empfehle ja immer das verlustfreie FLAC, das heute alle Software-Player abspielen können, das man sehr gut in WAVs umwandeln kann, um daraus eine Audio-CD fürs Auto zu machen und das man leicht in MP3s für den tragbaren MP3-Player umwandeln kann) . Ich finde die Arrangements sehr gelungen, etwas Probleme macht mir hie und da der Gesang – aber dass der Gesang etwas seltsam anmutet, gehört ja auch bei Radiohead selbst zum Konzept. Thom Yorkes Stimme ist ja nun auch nicht ganz … äh … unumstritten. Muss aber wohl so sein.

Alex Schaaf scheint übrigens ein seltsamer Vogel zu sein. So hat er (unter seinem Pseudonym Yellow Ostrich) eine EP mit dem Titel »The Morgan Freeman EP« veröffentlicht, die ausdrücklich von Morgan Freemans Wikipedia-Seite (!) inspiriert wurde. Das Album kann man ebenfalls bei bandcamp.com in voller Länge anhören und auf Pay-what-you-want-Basis erwerben, ohne dass eine Mindestzahlung verlangt wird (Wer will kann also auch 0$ zahlen, was freilich nicht ganz fair ist, wenn man das Album wirklich öfter hören möchte). Dieses Prinzip gilt übrigens für all seine (zahlreichen) Alben, EPs und Singles, die er dort veröffentlicht hat, auch für seine letzte EP »Fade Cave«, die er gänzlich ohne Instrumente, lediglich mit Stimmen und einer Rhythmus-Maschine produziert hat.

Alex Schaaf – Radiohead’s Kid A: Re​-​imagined bei bandcamp.com
Yellow Ostrich – The Morgan Freeman EP bei bandcamp.com
Yellow Ostrich – Fade Cave EP bei bandcamp.com

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