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Kostenlos und sehr gut: Satire-Metal von NanowaR

NanowaR - Other Bands Play, NanowaR Gay!Schon seit einigen Jahren eine der wenigen „Metal-Scheiben“ (hüstel) auf meiner Festplatte und immer noch ein Geheimtipp und nach wie vor kostenlos zu haben;  „Other Bands Play, Nanowar Gay!“ (Zum kostenlosen Download den Link anklicken, Du Poser!) von NanowaR (heute NanowaR Of Steel  firmierend, weil ihnen die Anwälte von den humorlosen Trve-Metallern von Manowar auf die Pelle rückten) aus dem Jahre 2005. ‚Nano‘ heißt übrigens Zwerg auf Italienisch, falls ihr euch ein wenig über das Cover wundert 😉

Die italienische Spaß-Metal-Truppe nimmt offensichtlich und unüberhörbar weder sich, noch das Genre so ganz ernst: Sie persiflieren die Spielarten des Metal und gleichzeitig setzen sie diesen perfekt um (die Jungs können wirklich spielen). Ihre Songs sind voller Anspielungen auf Klassiker des Metals (insbesondere von den namensverwandten Manowar) und belegen schon bei den Titeln einen bösen Humor: „Tricycles Of Steel“, „Power Of The Power Of The Power (Of The Great Sword)“, „Metal (La-La-La)“ oder sie sind umgetextete Cover-Versionen „The Number Of The Bitch“ (eigentlich „The Number Of The Beast“ von Iron Maiden) oder „Entra L’uomo Di Sabbia“ (eigentlich „Enter Sandman“ von Metallica).

Ein kleiner Leckerbissen für die Prog-Fans steht wohl demnächst an: Das neue Album soll „Metropolis Pt.3 : The Legacy“ heißen (leider immer noch nicht veröffentlicht, obwohl seit über einem Jahr angekündigt).
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Eurovision Song Contest 2009: Das Ergebnis

Und hier das abschließende vollständige Ergebnis des Eurovision Song Contest 2009 in Moskau:

  1. Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale (387 Punkte)
    http://www.youtube.com/watch?v=fBFFlL58UTM
  2. Island: Yohanna – Is it true? (218 Punkte)
  3. Aserbaidschan: AySel & Arash – Always (207 Punkte)
  4. Türkei: Hadise – Düm Tek Tek (177 Punkte)
  5. Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time (173 Punkte)
  6. Estland: Urban Symphony – Rändajad (129 Punkte)
  7. Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night (120 Punkte)
  8. Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire (107 Punkte)
  9. Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda (106 Punkte)
  10. Armenien: Inga & Anush – Jan Jan (92 Punkte)
  11. Russland: Anastasia Prikhodko – Mamo (91 Punkte)
  12. Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl) (76 Punkte)
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Eurovision Song Contest 2009: Das Finale – Der Wettbewerb

  1. Litauen: Sasha Son – Love
    Auch beim zweiten Durchlauf kann mich Sasha, das Muttersöhnchen nicht überzeugen. Die Harmonien in den Strophen sind außerdem verdächtig nah an »We Are The Champions«.
  2. Israel: Noa & Mira Awad – There Must Be Another Way
    Irgendwie passt der Refrain nicht in den Song, aber was soll’s: Hier zählt die Absicht – ich glaube, der Song landet im vorderen Drittel.
  3. Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire
    Der erste Titel der Big Four ist auch mein Favorit der vier gesetzten Nationen: Die Kaas kann waas… äh… was.
  4. Schweden: Malena Ernman – La Voix
    Das geht beim zweiten Mal noch weniger: Schlager-Nightwish mit 70er-Disco-Beat. Richtig furchtbar.
  5. Kroatien: Igor Cukrov feat. Andrea – Lijepa Tena
    Auch beim zweiten Mal trifft sie („Andrea“) keinen Ton. Furchtbar.
  6. Portugal: Fior-de-lis – Todas As Ruas Do Amor
    Fröhliche Portugiesen? Und – der Percussionist hat doch etwas sehr … ähm … femines, oder?
  7. Island: Yohanna – Is it true?
    Auch beim zweiten Mal: Sehr gut gesungen, leider immer noch in diesem Lampenschirm-Kleid. Schöne, klassische Grand-Prix-Ballade…
  8. Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night
    Was für ein Kontrast! Griechenland ist ein Garant des Grauens – die absolut tuntigste Performance des Abends. Das kann nicht schlimmer werden.
  9. Armenien: Inga & Anush – Jan Jan
    Tja, eigentlich wäre der Song ok, wenn… wenn die Sängerinnen mehr könnten. So ist es eine sehr anstrengend zu hörende Nummer.
  10. Russland: Anastasia Prikhodko – Mamo
    Eine Ukrainerin, die für Russland singt. Hui, Völkerverständigung! Leider ist der Song sehr schlecht gesungen. Die schlechteste Gesangsperformance bisher.
  11. Aserbaidschan: AySel & Arash – Always
    Der griechische Song noch mal, remixed von DJ Bobo im Osteuropa-Mix. Plumper geht es nimmer.
  12. Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda
    Eine schöne Balkan-Hymne, sehr stark inszeniert. Einer meiner Favoriten.
  13. Moldawien: Nelly Ciobanu – Hora Din Moldova
    Druckvoller Auftritt, mitreißende Performance, tolle Volkstänze: Vermutlich zu folkloristisch, um vorne zu landen.
  14. Malta: Chiara – What If We
    Der Malteserin wird immer eine gute Stimme nachgesagt: Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Sie ist laut und tonsicher aber ich stimme quäkselt. Ich mag das nicht.
  15. Estland: Urban Symphony – Rändajad
    Elfenpop. Wieder schön. Aber chancenlos.
  16. Dänemark: Brinck – Believe Again
    Berechnender Radio-Pop-Müll. Das darf einfach nicht gewinnen. Eine kalkuliertere Nummer gibt es dieses Jahr nicht.
  17. Deutschland: Alex Swings, Oscar Sings!- Miss Kiss Kiss Bang
    Schleimiger Provinz-Swing mit Titten-Einlage von Dita von Teese. Hat Deutschland nichts besseres zu bieten?
  18. Türkei: Hadise – Düm Tek Tek
    Wenn sexy Dance-Pop, dann Hadise. Sehr sexy,sehr druckvoll. Große Siegchancen.
  19. Albanien: Kejsi Tola – Carry Me In Your Dreams
    Die provinzielle Kopie der Türkin. Ganz schwach. Großartig das türkisfarbene Ganzkörperkondom.
  20. Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale
    Der gesetzte Favorit kann mich auch beim zweiten Mal nicht überzeugen – aber sicher: Das Ding geht ins Ohr.
  21. Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
    Auch im Finale: Grell, laut, fast schon aggressiv-sexuell: Dabei tritt der Song völlig in den Hintergrund. Der Gesang gehört übrigens zu den schwächsten des Abends.
  22. Rumänien: Elena – The Balkan Girls
    Nach der Ukraine wirkt die Nummer wirklich fast harmlos. Die unglückliche Startnummer kostet der Rumänin sicher viele Punkte. Das ist sehr lahm.
  23. Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time
    Das ist ja fuuuurchtbar: Lloyd-Webber schreibt eine belanglose Nummer und Diane Warren textet belanglos drüber. Das klingt wie eine B-Seite von Whitney Houston, die 2019 ein Comeback mit „alten Sachen“ versucht.
  24. Finnland: Waldo’s People – Lose Control
    Auch beim zweiten Mal überzeugt mit Waldo überhaupt nicht. Das ist eine sehr billige DJ Bobo-Nummer. Furchtbar gesungen und mit viel Pyrotechnik aufgemotzt.
  25. Spanien: Soraya – La Noche Es Para Mí (The Night Is For Me)
    Huch?! Die Türkei, die waren doch schon mal? Ah, nein, Spanien will sich mal nicht blamieren. Hm, ob es hiermit gelingt?

Fazit: Keine Überraschungen nach dem Halbfinale. Nach den Performances sehe ich immer noch die Türkei, Ukraine und Norwegen ganz weit vorne. Außenseiter-Chancen für Israel, Moldawien, Bosnien und Griechenland. Und vielleicht Island und Frankreich – nicht ganz vorne, aber respektabel.

Eurovision Song Contest 2009: Startreihenfolge und meine sechs Favoriten auf den Sieg

Hier noch einmal die Startreihenfolge für das heutige Finale des Eurovision Song Contest 2009 in Moskau:

  1. Litauen: Sasha Son – Love
  2. Israel: Noa & Mira Awad – There Must Be Another Way
  3. Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire
  4. Schweden: Malena Ernman – La Voix
  5. Kroatien: Igor Cukrov feat. Andrea – Lijepa Tena
  6. Portugal: Fior-de-lis – Todas As Ruas Do Amor
  7. Island: Yohanna – Is it true?
  8. Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night
  9. Armenien: Inga & Anush- Jan Jan
  10. Russland: Anastasia Prikhodko – Memo
  11. Aserbaidschan: AySel & Arash – Always
  12. Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda
  13. Moldawien: Nelly Ciobanu – Hora Din Moldova
  14. Malta: Chiara – What If We
  15. Estland: Urban Symphony – Rändajad
  16. Dänemark: Brinck – Believe Again
  17. Deutschland: Alex Swings, Oscar Sings!- Miss Kiss Kiss Bang
  18. Türkei: Hadise – Düm Tek Tek
  19. Albanien: Kejsi Tola – Carry Me In Your Dreams
  20. Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale
  21. Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
  22. Rumänien: Elena – The Balkan Girls
  23. Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time
  24. Finnland: Waldo’s People – Lose Control
  25. Spanien: Soraya – La Noche Es Para Mí (The Night Is For Me)

OK, dann lehne ich mich mal für das Finale heute Abend ein wenig aus dem Fenster: Hier sind meine sechs Favoriten auf den Sieg (in alphabetischer Reihenfolge der Länder) und ich möchte noch einmal betonen: Das wenigste davon gefällt mir wirklich! Weiterlesen

Eurovision Song Contest 2009: Meine Trash-Top-10

Ich verrate euch ein dunkles Geheimnis meiner bösartigen Seele: Der einzige Grund, warum ich den ESC so gerne gucke, ist das ungewöhnliche Aufkommen an Schund-Beiträgen aus aller Herren Ländern und meine diebische Freude daran, darüber abzulästern. Nirgendwo sieht man schlechtere Sänger, dämlichere Kostüme und albernere Tanz-Einlagen als beim Eurovision Song Contest. Hier ist meine Trash-Top-10 der diesjährigen Ausgabe. Nebenbei bemerkt: Der deutsche Titel „Miss Kiss Kiss Bang“ von Alex Swings, Oscar Sings! (Ich grusel mich jedes Mal schon beim Titel und „Bandnamen“) läuft außer Konkurrenz – ansonsten müsste ich die Nummer in den Top 3 platzieren, mit gar nicht so schlechten Chancen auf den ersten, zumindest aber zweiten Rang. So aber ohne Deutschland, meine diesjährige Trash-Top-10:

  1. Bulgarien: Krassimir Avramov – Illusion
    In meinen Notizen zu seinem Auftritt finden sich nur drei Worte: »Oh! Mein! Gott!« Krassimirs Performance, sein Falsetto-Gesang, dazu seine Gesangspartnerin – all das sichert dem bulgarischen Beitrag dieses Jahr problemlos den Titel als grauenvollste Nummer des ESC.
    Das offizielle Promo-Video gibt leider nicht die gesamte Atmosphäre des Auftritts wieder, ist aber schon alleine wegen des Songs „sehenswert“.
    http://www.youtube.com/watch?v=8MLp-GepMY8
  2. Belgien: Copycat – Copycat
    Belgien ist das Land der Pommes Frites, der beleuchteten Autobahnen und der schlechten ESC-Beiträge. Und derweil die ersten beiden Punkte mühelos als dumme Vorurteile abgetan werden können (denn Belgien hat weiß Gott mehr zu bieten als Fritten und Autobahnen) bewahrheitet der hier agierende Fritten-Elvis mit seinen Background-Walküren das Vorurteil von Belgien als vermutlich schlechtester Nation des ESC der letzten Jahre eindrucksvoll. Wirklich ein unerträglicher Titel. Selbst im Promo-Video wird das wirklich Unwitzige des Titels klar. Der Sänger ist allerdings auf der Bühne deutlich rundlicher. Doch die Fritten?
    http://www.youtube.com/watch?v=uoCrJEqS214
  3. Ungarn: Zoli Ádok – Dance With Me
    OK, das wirkt jetzt wirklich fast wie eine Persiflage, aber eben nur fast, denn Zoli meint es bitterernst – und das ist bitter. Sagen wir mal so: So einen  “knackigen“ Typen mit einem „tollen“ Kostüm, einer „aufregenden“ Choreographie und einem „Super-Song“ kriegen wir normalerweise nur aus Griechenland geboten. Das war wirklich sehr peinlich. Das Publikum hatte ein Einsehen – Zolis Stern in Europa ist schon verglüht.
    http://www.youtube.com/watch?v=OCx2_mHr-T4
  4. Niederlande: The Toppers – Shine
    Die Niederländer sind eine begeisterte Eurovision-Nation, aber auch in den letzten Jahre eine chronisch erfolglose: Seit Einführung der Halbfinales 2004 haben sie nur ein Finale erreicht (eben 2004, wo sie dann 20. wurden – von 24) und das obwohl die Niederlande viermal den Grand Prix (1957, 1959, 1969, 1975) gewonnen haben. Aber was war das denn wieder dieses Jahr? Die vermutlich älteste Boyband der Welt (dreimal so alt und doppelt so schmierig) und drei dick-dralle Background-Miezen. Offenbar wollen die Holländer schnell nach Hause: Vermutlich ist das Campen in Russland nicht ganz einfach oder so.
    http://www.youtube.com/watch?v=bDk05IMVnPk
  5. Schweden: Marlena Ernman
    Die Schweden nehmen den ESC sehr ernst. In kaum einen anderen Land gibt es solch eine ausführliche und harte nationale Ausscheidung, trotzdem kommt aus Schweden seit Jahren nur Müll. Immerhin blieb uns dieses Jahr die gewohnte ABBA-Kopie erspart, aber diese Nummer mit ihrer unerträglichen Classics-meets-Pop-Attitüde ist gewiss nicht besser. Schrecklich, dass das auch noch im Finale zu hören sein wird und nicht einmal die schlechtesten Chancen haben wird.
    http://www.youtube.com/watch?v=5WH2OwJeMBE
  6. Tschechien: Gipsy.cz – Aven Romale
    Ein schmieriger Zigeuner-Superman rappt auf Romani, Tschechisch und Englisch (oder so etwas ähnlichem) für Tschechien. Eine nicht einmal unfreiwillig komische Nummer, die beim Halbfinale keine Chancen hatte.
    http://www.youtube.com/watch?v=w3CgUmzl4sk
  7. Serbien: Marko Kon & Milaan – Cipela
    Ein lustige Balkan-Nummer ist eine lustige Nummer. Also komplett überflüssig. Bäh. Was ein Schmarrn. Trotzdem: So etwas kommt natürlich dort an, wo man solch löstige Witzeken versteht, es hat aber glücklicherweise nicht für das Finale gereicht. Aber für die Trah-Top-10 reicht es allemal.
    http://www.youtube.com/watch?v=DRObP8XE4Ko
  8. Lettland: Intars Busulis – Probka
    Ein seltsam zuckender, sehr nervöser junger Mann mit 80er-Jahre-Jacke singt einen schlechten Song.  Erinnert mich an meine Jugend und die war nicht immer glücklich in den Achtzigern. Eine höchst befremdliche Mischung aus Epilepsie und billigen Rock-Riffs. Das Video ist leider kein Ersatz für die besorgniserregende Live-Performance
    http://www.youtube.com/watch?v=uubxd_8P97M
  9. Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
    Die schrecklichste aller  “sexy” Dance-Pop-Nummern: Aufwendige Pyrotechnik, halbnackte Kerle und eine weniger als halbnackte Sängerin in hohen Stiefeln in einem der drei vulgärsten Outfits, an die ich mich beim ESC erinnern kann. Das war dann noch ein bisschen schlimmer als die Selbstbeweihräucherung aus Rumänien von Elena mit „The Balkan Girls“, obwohl es eigentliche derselbe Song war (n’est-ce pas?). Beides sind Selbst-Stilisierungen, die meine Vorurteile schüren. Trotzdem haben beide Nummern Siegchancen. Brrrr…
    http://www.youtube.com/watch?v=dFqw8_T_mpE
  10. Finnland: Waldo’s People – Lose Control
    Finnland schickt oft mutige Titel ins Rennen. Früher wurden diese oft ignoriert, doch seit Lordis „Hard Rock Hallelujah“ ist vieles anders geworden bei den Finnen. Leider nicht notwendigerweise zum besseren, denn diese finnische Ausgabe von DJ Bobo hat es ins Finale geschafft, anders als das Original (als DJ Bobo) letztes Jahr für die Schweiz. Eine schier unerträgliche Disco-Stampf-Nummer.
    http://www.youtube.com/watch?v=Td6HeWx_6WQ

Eurovision Song Contest 2009: Das Halbfinale, Teil 2

Das gestrige zweite Halbfinale brachte, wenn überhaupt möglich, eine nochmalige Unterbietung des Niveaus der ersten Veranstaltung. Und offenbar hatte ich mich zu früh gefreut, dass die dominierenden Elemente der letzten Jahre ein wenig zurück gedrängt worden wären, denn fehlten am Dienstag die typen „Ost-Europa-Pop-Nummern“, die emphatischen Duette mit schmachtenden Liebesbekenntnissen und die „Sexy-Dance-Pop-Nummern“ (wobei ich das „sexy“ bitte in gedachten Anführungszeichen setzen möchte – denn wirklich sexy ist die berechnende, arschwackelnde, Titties wogende Fleischbeschau bei den gestylten Mädchen-Marionetten nicht), so holte mich dieses Halbfinale auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit den Ergebnissen des zweiten Halbfinals haben wir am Samstag ein typisches Starterfeld der letzten Jahre. Gestern qualifizierten sich (Aufzählung in der Reihenfolge ihres Auftritts):

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Eurovision Song Contest 2009: Das Halbfinale, Teil 1

Das erste Halbfinale brachte am Dienstag natürlich das erwartete Grauen. Zwei fast unerträgliche, vor allem aber unverständliche Moderatoren Natalya Vodyanova (Das Modell, sichtlich mit Lesen und Sprechen überfordert) und Andrey Malakhov (Der Blödmann, ein Mis aus diversen Aufputschmitteln vor der Sendung würde ich hier nicht ausschließen), die wie auf Speed moderierten, dazu ein weiterer Fatzke im Green Room, der noch unverständlicher war (die armen Interview-Partner), all das in einer multimedialen Selbstinszenierung Russlands: Größer, bombastischer, bunter. Überhaupt, die Farben! Sind die Rohstoffpreise für Textilfarben in den letzten Monaten massiv eingebrochen? Oder gibt es jetzt den bunten China-Müll von kik nun flächendeckend in Europa?

Die Repräsentanten der Länder waren en gros vor allem auf optische Effekte ausgelegt – oder sollte ich sexuelle Reizen sagen? Es gab jede Menge Haut, lange Haare, hohe Absätze – das übliche Repertoire. Dazu gab es jede Menge Pyrotechnik (auch nichts Neues, oder?), viele schlechte Songs, die wie Kopien der Songs der letzten Jahre klangen, aber vielleicht weniger Sondermüll, als in den vergangenen Jahren? Das Niveau der westlichen Teilnehmer und der osteuropäischen Teilnehmer war ungefähr gleich schlecht, wobei sich im ersten Halbfinale nur drei Ost-Europäer durchsetzten (und das nur, wenn wir Bosnien zu Osteuropa zählen), ansonsten konnten sich die West- und Südeuropäer durchsetzen. Ob das nun Lohn der neuen Bewertungskriterien ist oder ein Hinweis, dass der Osteuropa-Pop langsam nicht mehr zieht, bleibt abzuwarten.

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Der deutsche Beitrag beim Eurovision Song Contest 2009

Anders als in den letzten Jahren gab es ja dieses Jahr keinen nationalen Vorentscheid für den deutschen Beitrag beim ESC, stattdessen wählte eine „Fachjury“ einen Bewerber aus, der für Deutschland ins Rennen geschickt wird. So erhofft man sich, dass sich die miesen Platzierungen der letzten Jahre (2005: Gracia – Platz 24/24; 2006: Texas Lightning – 15/24; 2007: Roger Cicero – 19/24; 2008: No Angels – 23/25. Eine vollständige Liste gibt es hier) dieses Mal nicht wiederholen. Der zuständige Leiter des Programmbereichs beim NDR Thomas Schreiber meint dazu:

Ich hoffe und erwarte eine Platzierung unter den Top Ten.

Ich meine: Das ist eine sehr optimistische Einschätzung, die ich ganz und gar nicht teilen kann. Ehrlich gesagt: Was soll der arme Mann denn auch anders sagen, der Erwartungsdruck ist in Deutschland immer sehr groß. Der deutsche Beitrag von Alex Christensen und Oscar Loya (Bandname: „Alex Swings, Oscar Sings!“ sic!) ist eine stupide Plastik-Swing-Nummer ohne jegliches Profil und Persönlichkeit und macht einen insgesamt bieder-provinziellen Eindruck. Daran wieder dann auch das Hinternwackeln von Dita von Teese nichts ändern, die beim Auftritt der beiden über die Bühne hupsen wird. Bei der diesjährigen z.T. hochkarätigen Konkurrenz (Dänemark tritt mit einem Ronan-Keating-Song an, für Großbritannien schrieb Andrew Lloyd-Webber den Song, für Frankreich singt Patricia Kaas) wird der deutsche Beitrag, wie immer in den letzten Jahren, sang- und klanglos untergehen. Ich rechne wieder mit einem Platz im unteren Viertel und da gehört er auch hin. Schaut und hört ihn euch mal selbst an! Ich wurde heute morgen damit im Auto gefoltert und die Moderatorin meinte daraufhin skeptisch „Manchmal wünscht man sich glatt Ralph Siegel zurück“. Wohl wahr…

Eurovision Song Contest 2009: Daten, Fakten, Termine

Bei meinem Blog-Beitrag zu Peter Urbans diesjähriger Zwangspause als Kommentator des ESC, habe ich glatt das wichtigste 😉 vergessen:

Die TV-Termine für den 54. Eurovision Song Contest in der Moskauer Olimpiisky Arena 2009 (auf deutschen Sendern):

Erstes Semifinale
Di., 12. Mai, ab 21.00 Uhr live auf Phoenix

Die Teilnehmer (in Startreihenfolge): Montenegro, Tschechien, Belgien, Weißrussland, Schweden, Armenien, Andorra, Schweiz, Türkei, Israel, Bulgarien, Island, Mazedonien, Rumänien, Finnland, Portugal, Malta und Bosnien Herzegowina.

Zweites Semifinale
Do. 14. Mai, ab 21.00 Uhr (wird im deutschen TV nicht live übertragen)
Zusammenfassung ab 23.00 Uhr im NDR

Die Teilnehmer (in Startreihenfolge): Kroatien, Irland, Lettland, Serbien, Polen, Norwegen, Zypern, Slowakei, Dänemark, Slowenien, Ungarn. Aserbaidschan. Griechenland, Litauen, Moldawien, Albanien, Ukraine, Estland und die Niederlande.

Jeweils die Top 9 der beiden durch Televoting Semi-Finale-Tabellen qualifiziert sich direkt für das Finale. Außerdem qualifiziert sich das Land mit der besten Jury-Wertung, das nicht durch Televoting ins Feld der Finalisten gelangte.

Finale
Sa., 16. Mai, ab 20.15 Uhr live im Ersten

Aufgrund ihrer hohen Beiträge in die Eurovisions-Kasse prinzipiell zum Finale berechtigt (!) sind die „Big Four“: Frankreich, Spanien, Großbritannien, Deutschland, sowie Russland als Ausrichter (und letztjähriger Sieger). Mit ihnen werden die 10 Qualifikanten aus den beiden Semifinals um den diesjährigen Titel streiten.

Tipp: Auf der offiziellen Eurovision Song Contest-Website kann man sich die die Semifinals und natürlich das Finale im Streaming live anschauen
http://www.eurovision.tv/page/multimedia/tv

Alle Teilnehmer mit ihren offiziellen Videos und massig Backstage-Material kann man im offiziellen YouTube-Channel des ESC anschauen
http://www.youtube.com/eurovision

Eurovision Song Contest 2009 ohne Peter Urban

s. http://eurovision.blog.ndr.de/2009/05/04/gute-besserung-peter-urban

Die deutschen Fans des Eurovision Song Contest (und ja: Ich gehöre aus reinen Trash-Gründen zu diesen) werden dieses Jahr ohne ihren gewohnten und 100% kultigen Moderator Peter Urban (seit 1997 der heimliche Star der lauen Mucke-Veranstaltung) auskommen müssen, der die diesjährigen Entscheidung wegen einer unaufschiebbaren Hüftoperation nicht moderieren wird.

Komm gesund wieder zurück, Peter! Ohne Dich wird der Kram gewiss noch unnerträglicher werden 😉

In der Zwischenzeit können ESC-Trash-Fans schon mal ein wenig in den beiden ARD-Blogs zum ESC 2009 in Moskau schmökern