Schlagwort-Archive: Adventskalender 2012

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” Postscriptum: Noch mehr Weihnachtsmusik von Jane Siberry · Ben Rector · Andrew Ripp · Matt Wertz

Weihnachtsmotiv auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt, Köln - Foto: Petra Schulten, 2012

Die Geschenke sind ausgepackt, die Weihnachtsgans verdaut, die Reste vom Festessen wurden gestern schon beträchtlich dezimiert aber ihr habt immer noch nicht genug? Ihr habe immer noch nicht genug Weihnachtsmusik? Dann kommen jetzt hier fünf Alben von vier Künstlern, als verspätetes Weihnachtsgeschenk oder schon mal als Vorrat fürs nächste Jahr oder weil die Weihnachtszeit im Kirchenjahr ja noch mindestens bis zum 6. Januar, eigentlich aber noch bis darüber hinaus reicht.

Und dass mir ja keiner glaubt, dass diese Titel weniger gut wären, als die Weihnachtsalben, die ich bisher im Adventskalender gepostet habe: Hier sind noch einmal fünf ausgewählte Downloads …
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Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #24: Sita sings the Blues — fantastischer Animationsfilm als Download und Stream

Der erste Beitrag im diesjährigen Adventskalender war eine DVD, auch der letzte Beitrag im diesjährigen Adventskalender soll eine DVD sein. Oder ein HQ-Download. Oder ein HD-Stream. Sita sings the Blues ist ein 2008 entstandener Animationsfilm. Nina Paley - Photo (cc by 3.0) Ian AkinNina Paley schrieb das Drehbuch, führte Regie, produzierte den Film und, last but certainly not least, sie animierte den Film im Alleingang. Das besondere: Sita sings the Blues wurde mit einer freien CC-Lizenz (BY-SA 3.0) ausgestattet, die die Vervielfältigung und Verbreitung des Films gestattet. Nachdem die Finanzierung über Fundraising gesichert wurde, liegt der Film kostenlos in zahlreichen Formaten zum Download bereit. Und der lohnt sich wirklich: Sita sings the Blues ist einer der witzigsten, originellsten und unterhaltsamsten Animationsfilme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Im Film wird die Geschichte des indischen Nationalepos Ramayana mit einer modernen Trennungsgeschichte der Gegenwart verwoben. Fest darin eingebunden sind die jazzig-melancholischen Songs der US-amerikanischen Jazz-Sängerin Annette Hanshaw.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Der Film liegt in wirklich allen nur erdenklichen Formaten zum Download bereit. Die Download-Seite der Homepage informiert ausführlich über Formate und Quellen. Am einfachsten ist es den Film bei Youtube im Steaming anzusehen:


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Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #23: Miracles of Modern Science – Dog Year

Der Tag vor Heiligabend ist (zumindest bei mir) traditionell ein Tag für alles Nicht-Weihnachtliche: Das Leben des Brian, The Nightmare Before Christmas … ein Gegenentwurf zu den anstehenden Weihnachtstagen. Aus diesem Grund gibt’s heute auch keine weihnachtliche Musik im Adventskalender (davon hatten wir ja auch an den vergangenen Tagen wirklich genug – an zehn Tagen im diesjährigen Adventskalender mit über einem Dutzend Downloads), sondern eines meiner Alben des Jahres, obwohl es streng genommen schon letztes Jahr erschienen ist.

Die New Yorker Band Miracles Of Modern Science spielt eine sehr gelungene, überaus lebendige Mischung aus Pop und Alternative Rock. Das Besondere an MOMS: Sie musizieren ausschließlich auf akustischen Instrumenten wie Kontrabass, Cello, Mandoline, Ukulele usw. – und sind dabei aber alles andere als klassisch oder gar behäbig, im Gegenteil: Ihre Musik hat Druck und Geschwindigkeit. Zusammen mit dem mehrstimmigen Gesang  sorgt das für einen sehr eigenen, unverwechselbaren Sound.

Seit letztem Jahr ist ihr Debütalbum „Dog Year“ immer wieder Dauergast in meinem CD-Player und auf meinem MP3-Player: Der intelligente, leicht ironische und unkonventionelle Pop/Rock-Mix der Truppe hat definitiv Ohrwurm-Potential. Ich halte Miracles of Modern Science sogar für the next big thing … wenn es noch einen letzten Rest Gerechtigkeit in der Musikwelt gibt (OK, also dann vielleicht doch eher nicht).

Besorgt euch den Pay-what-you-want-Download und wenn euch gefällt, was ihr da hört, dann bestellt doch einfach die CD oder die Vinyl-Ausgabe dazu.

Miracles of Modern Science - Dog Year


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Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #22: On The Morrow – Just In Time (+ 3 weitere Weihnachts-EPs)

Bereits im vierten Jahr verschenkt der professionelle Komponist (für Werbemusik u.ä.) McKenzie Stubbert alias On The Morrow aus Portland seine charmante, zurückhaltende Weihnachtsmusik. Die Arrangements seiner Cover-Versionen (u.a. aus dem Grinch-Soundtrack, aus “The Nightmare Before Christmas” und von Wham … ja, das Lied von Wham) sind dabei in Moll gehalten und nicht ganz ironiefrei, also genau das richtige, wenn es nicht allzu kitschig, aber doch irgendwie weihnachtlich werden soll.

Anspieltipps: “He’s Gonna Take Away Our Christmas” von Christmas 2010 und warum nicht die ganz schlichte Fassung des schönen Gospels “I Wonder As I Wonder” (aus „I’ll Take That Christmas“), gesungen von McKenzies Ehefrau Tiffany oder die bezaubernde Miniatur „Still Still Still“ von der neuen EP „Just In Time“.

On The Morrow - Just in Time

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Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #21: The National Orchestra of the United Kingdom of Goats – Vaaya and the Sea

Der Soundtrack für den heutigen Weltuntergang kommt aus Bozen: Die Jungs der ‚Symphonic Grind Pop Extravaganza‘ (so die launige Selbstbeschreibung) von The National Orchestra of the United Kingdom of Goats (Thank God, dass es Copy & Paste für solche Bandnamen gibt) haben ihr dritten Album „Vaaya and the Sea“ just zum heutigen (Apokalypsen-) Tag veröffentlicht. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung in welche Schublade ich die Jungs packen soll, aber das ist ja letzten Endes auch egal. Bald ist es eh vorbei mit unserer Welt, solange kann man sich das neue Album der Band mit dem wahrscheinlich bescheuertsten Namen der Welt anhören und die Schubladen den Leviathan überlassen … oder so. Denn anders als der Bandname ist die Musik ziemlich gelungen (und mindestens so originell wie der Name).

The National Orchestra of the United Kingdom of Goats - Vaaya and the Sea

Alternative Downloads: → MP3 (320 kbps) oder→ FLAC

Ach ja: Falls die Welt wider Erwarten (der Mayas und der Zeugen Jehovas) doch nicht untergeht, geht’s morgen selbstverständlich weiter.

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #20: Rosie Thomas – A Very Rosie Christmas Sampler

Rosie Thomas, US-amerikanische Singer/Songwriterin mit niedlichem Indie-Charme (und das soll keine Beleidigung sein) veröffentlichte bereits 2008 ihr charmantes Weihnachtsalbum „A Very Rosie Christmas“ (die CD ist schon lange vergriffen, der Download bei amazon.de ist noch einigermaßen bezahlbar), das sich in den letzten Jahren zu einem der Geheimtipps für unterhaltsame, charmante und augenzwinkernde Weihnachtsmusik entwickelt hat.

Eine EP mit immerhin vier repräsentativen Stücken aus dem Album gibt es kostenlos bei Noisetrade.com.

A Very Rosie Christmas Sampler

http://noisetrade.com/rosiethomas

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #19: Rue Royale – Christmas EP

Das englisch/amerikanische Indie-Pop-Duo Rue Royale bietet auf seiner bandcamp.com-Seite eine 3-Track-EP mit geschmackvoll arrangierten, leisen Weihnachtsliedern, eine echte Visitenkarte für die beiden und einer der schönsten kostenlosen Weihnachtsentdeckungen, die ich bereits vor einigen Jahren entdeckt habe. Leider sind es eben nur drei Songs … davon hätte ich gerne mehr.

Rue Royale - Christmas EP

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #18: Evils That Never Came – Northerly Windings

Evils That Never Came sind seit ihrem Auftauchen vor nunmehr acht Jahren eine Art Hype der freien Musik-Szene. So professionell, so „hitverdächtig“ (wenn es denn einen gerechten Gott der Musikszene gäbe), arbeiten wenige, veröffentlichen wenige (The Darcys und The Dallas Guild fallen mir als ähnliche Projekte der letzten Jahre ein). Während viele Open-Source-Projekte einen gewissen Nerd-Charme besitzen, klingen ETNC wie eine Band, die mühelos die Indie-Charts mit ihrem gut gemachten Alternative Rock mit einem stürmen könnte:

Eine wahrhaft eklektizistische Mischung aus einem bisschen Beatles, einem Hauch von Beach Boys, einer ordentlichen Portion Steely Dan, dazu Pop, psychedelische Sixties-Sounds und Singer/Songwriter à la Ben Folds (allerdings mit E-Piano), kurzum: Ziemlich originell, was die Truppe, da zusammenfabriziert. Über die Band selbst weiß man übrigens ziemlich wenig, außer der vagen Herkunft (Kalifornien) und dass sie »an eclectic hodgepodge of session artists and/or friends« (so ihre myspace.com-Seite) sind.

Ihr 2. Album „Northerly Windings“ (2010), das ich euch dringend ans Herz legen möchte, falls ihr es nicht schon bei früheren Gelegenheiten abgegriffen hat, gibt es → hier (rechtsklicken und „Ziel speichern unter…“ auswählen) als .zip mit guten 192-MP3s und Cover; wer bessere Qualität möchte (etwa FLAC), der findet das Album auf ihrer bandcamp.com-Seite auf Pay-what-you-want-Basis ohne Mindestpreis (einfach unten aufs Cover oder auf „Download“ klicken, um zum Album zu gelangen).

Evils That Never Came - Northerly Windings

Bei Bandcamp gibt es auch ihre Debütalbum »June« (von 2004), natürlich ebenfalls als kostenlosen Download, mit dem der Hype um die kalifornische Truppe begann.

(Note: Dieser Artikel wurde ursprünglich bereits am 12. Dezember 2010 unter dem Titel “Adventskalender „12“: Evils That Never Came – Northerly Windings” in meinem alten Blog uergsel.de veröffentlicht und nun für den Adventskalender recycelt und umgeschrieben.)

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #17: Gino Pertot – Jew Nails — rarer 70er-Psych-Folk aus Österreich

Wer zum Teufel ist Gino Pertot??? Gino Pertot wurde 1948 in Wien geboren und startete seine Musikerlaufbahn 1964 als Sänger von Bands wie den Dandys, Horror oder Bergkristall. In den 1970ern gehörte u. a. der Wiener Hardrockformation Cadillac und der hoffnungsvollen Kraurrock-Band Orange Power an und trat als Solist u.a. im Vorprogramm von Fairport Convention auf.

Seine auf ca. 200 Stück limitierte LP „Jew Nails“ verteilte er 1976 an Freunde und Bekannte und zog sich danach aus dem Musikbusiness zurück um in seinem erlernten Beruf als Schriftsetzer zu arbeiten.

(Quelle: Austro-Rock-Lexikon)

Gino Pertot - Jew Nails

2010 wurde das Album vom Raritäten-Vinyl-Spezialisten Golden Pavillion wiederveröffentlicht, kurz darauf gab das Label die Audiospuren beim Free Music Archive als kostenlose MP3s zum Download frei.

„Jew Nails“ ist ein typisches Kind der 1970er: Etwas Folk, etwas Psychedelic Rock mit Anklängen an den jungen Elton John, Jim Croce, Tim Hardin und Nick Drake, dem der düstere Closing Track des Albums namentlich gewidmet ist.

1976 ging Pertot mit seiner leisen Produktion natürlich unter: Solche Musik gab es schon zu Hauf, die Discowelle nahm in Europa und den Staaten immer stärker Fahrt auf, in England opponierten bereits die ersten Punk-Bands gegen das Musik-Establishment: Pertots rückwärtsgewandte Musik hatte, zumal aus der österreichischen Provinz kommend (und Provinz war damals alles, was nicht England oder USA war) keine Chance. Aus heutiger Sicht ist Pertots Solo-Album ein durch und durch stimmige Produktion, die sich mit zahlreichen Genre-Highlights jener Jahre durchaus messen kann.

Ein „Jew Nail“ ist übrigens ein verrosteter oder krummer Nagel.

Der “kostenlos-und-sehr-gut-Adventskalender” #16: Paste Holiday Sampler 2012 — Weihnachtsmusik-Sampler

Passend zum heutigen 3. Advent möchte ich euch den Holiday Sampler des US-amerikanischen Magazins Paste ans Herz legen (einmal mehr kostenlos bei Noisetrade.com downloadbar), der vermutlich beste Weihnachtssampler der Season, auf jeden Fall der beste kostenlose.

Einfach das Cover anklicken, um zur entsprechenden Download-Seite zu gelangen. Dort kann man auch das Album vor dem Download vorab anhören.

Paste Holiday Sampler 2012

Weihnachtlicher Pop, Rock, Indie, Folk, Country und Rockabilly von Sufjan Stevens, Great Lake Swimmers, The Eastern Sea, Jonathan Coulton and John Roderick, Hey Rosetta!, Deep Sea Diver, The Rescues, Current Swell, Sleeping At Last, Office Romance, Bethan, Joshua Hyslop, Justin Jones, Kenny Vance and the Planotones, Correatow, Piney Gir, Russell (El Disastre), Marc Scibilia & Leigh Nash, JD McPherson, Kelly Sweet und Rosie Thomas.

Anspieltipps: Sufjan Stevens – Christmas In The Room, Jonathan Coulton and John Roderick – Uncle John, Sleeping At Last – Snow und Rosie Thomas – Why Can’t It Be Christmas Time All Year; die ürgseligen Country- und Rockabilly-Nummern im zweiten Teil der Playlist kann man ja leicht skippen.