Das deutsche Urheberrecht macht es möglich: Das Verwertungsrecht endet bei Tonaufnahmen nach 50 Jahren (§ 85 Abs. 3 UrhG), danach sind die Aufnahmen rechtefrei (ähnliche Regeln gelten übrigens für die meisten europäischen Staaten) und dürfen auch von anderen vertrieben werden. In der englischsprachigen Welt spricht man dann gemeinhin von Public Domain (im öffentlichen Besitz), ein großer, unübersichtlicher Anbieter für Public-Domain-Aufnahmen ist archive.org. Wer hier gezielt nach historischen Aufnahmen sucht, der wird immer wieder fündig. Oft handelt es sich bei den hier kostenlos angebotenen Aufnahmen um exzellent von alten Schellack-78er-Schallplatten übertragene Aufnahmen, die es gar nicht im kommerziellen Handel gibt.
Im Rahmen einer Besprechung mit Werken des populären US-amerikanische Komponisten, Pianisten und Dirigenten George Gershwin (1898-1937) stieß ich dort auf einige sehr interessante Aufnahmen, die Gershwin in den 1920er Jahren von seinem wohl bekanntesten Stück, der Rhapsody in Blue gemacht hat, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Rechtefreie Aufnahmen (Public Domain) auf archive.org
George Gershwin spielt Rhapsody in Blue
1924, Part I (akustische Aufnahme) (also mit Schalltrichter und nicht mit Mikrophon)
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1924, Part II (akustische Aufnahme) (also mit Schalltrichter und nicht mit Mikrophon)
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1927 (elektrische Aufnahme) (also mit Mikrophon und nicht mit Schalltrichter wie vor 1925 üblich)
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Und hier als Vergleich die Aufnahme, die durch den Film “Rhapsody in Blue” bekannt wurde und die für viele als Referenzeinspielung gilt.
1945: Philadelphia Orchestra, Eugene Ormandy – Oscar Levant, Klavier
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Wem diese Aufnahmen “zu historisch” sind und wer aber auch nicht auf Authentizität verzichten möchte, der sollte in folgende Aufnahme reinhören. Hierbei handelt es sich um eine mechanisch-akustische Reproduktion von Duo-Art Piano Rollen, die – ähnlich wie die hierzulande bekannteren Klavierrollen des Welte-Mignon-Klaviers funktionieren, die 1974 in einem modernen Tonstudio aufgenommen wurden. Es sind also konventionelle analoge Hifi-Aufnahmen, auch wenn Gershwin selbst diese Rollen ca. 1925 ‘bespielt’ hat. Bis zur Verbesserung der Aufnahmetechnik durch Mikrophone waren es durchaus üblich, dass Pianisten und Komponisten solche Musikautomaten bespielten. Ihre musikalischen Reproduktionen waren denen der Schallplatte weit überlegen, wurden sie doch auf einem (fast) normalen klassischen Konzertflügel gespielt und mussten nicht unter der schlechten Klangqualität der frühen Schallplatten leiden.
1925: George Gershwin (Duo Art piano recording)
► klicken zum abspielen oder → hier downloaden. Auf dieser Seite sind auch weitere Titel dieser Aufnahmen Gershwins verfügbar.
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(…) Die insgesamt fünf SACDs der Reihe werden über viele Jahre herausragende Einspielungen bleiben. Sowohl klanglich als auch interpretatorisch sind dies die besten Aufnahmen, die je ein deutsches Ensemble von diesen Streichquartetten gemacht hat, und auch im internationalen Vergleich gehören diese Aufnahmen zu den allerbesten. Mit warmem Klang und gefühlvollem Spiel ist es dem Mandelring Quartett gelungen, die Streichquartette schlüssig neu zu betrachten und Aspekte in der Musik Shostakovichs aufzuzeigen, die sonst allzu oft untergehen: Wärme, Poesie und eine spürbare Nähe zur Spätromantik. So konsequent musikalisch und unideologisch wurden diese Kompositionen vielleicht noch nie gespielt: Ein Shostakovich fürs 21. Jahrhundert.
(…) Das italienische Originalinstrumente-Ensemble L’Arte dell’Arco mit seinem Leiter (und Violin-Solisten) Federico Guglielmo beweist einmal mehr seine Meisterschaft in der Interpretation italienischer Barockmusik. Das Ensemble spielt die vielschichtigen Kompositionen mit so viel Verve und Präzision, dass man sich jetzt schon auf die weiteren Veröffentlichungen der Veracini-Aufnahmen freuen kann (auch Dank der exzellenten Aufnahmetechnik). So viel unverbrauchte und lebendige Barockmusik sollte man sich (…) nicht entgehen lassen. (…)
(…) Zum ersten Mal erscheinen nun die 25 stilbildenden Madrigale (mit einer Ausnahme handelt es sich um vertonte Sonette aus Petrarcas “Canzoniere”), 450 Jahre nach ihrer Entstehung auf einem Tonträger. Das mehrfach mit dem Echo ausgezeichnete Vokalsextett Singer Pur präsentiert auf der vorliegenden Doppel-CD einen bis dahin nahezu unerhörten musikalischen Schatz auf höchstem Niveau. Bemerkenswert nicht nur die musikalische Umsetzung, sondern auch die aufwendige Aufmachung des umfangreichen Booklets mit einer guten Einführung in die Werke und sämtlichen Texten, samt Anmerkungen und Übersetzungen. Das alles in wunderschönem, der Zeit nachempfundenen Font (!) und mit zahlreichen Bildern. (…)
(…) gut die Kammermusik und die Chormusik, größtenteils überraschend ordentlich (wenn auch nicht überragend) die Lieder (mit 13 CDs ein nicht nebensächlicher Posten in der Box) und die Chorwerke, eher schwach die bekannten symphonischen Werke und die Konzerte, durchschnittlich das “Deutsche Requiem”, uneinheitlich (aber größtenteils eher durchschnittlich) die Klaviermusik. Alles in allem befinden sich auf der Box zwar wenig komplette Ausfälle, aber eben auch keine echten Highlights. (…)
(…) Diese Interpretation entfernt Bach ein gutes Stück von der italienischen Barock-Konzert-Tradition (anstatt die Parallelen aufzuzeigen, wie bei den anderen Einspielungen): Wer sich Bach zurückhaltender wünscht, strenger und ein wenig kühler, wird an dieser Box kaum vorbeikommen. (…)
(…) “Wolfgang Amadeus Mozart – Das Gesamtwerk” ist eine empfehlenswerte Anschaffung für den Musikfreund, der noch nicht viel Mozart hat und eine durchaus lohnenswerte Ergänzung für den ‘Klassik-Profi’, der noch nicht alle Referenzaufnahmen besitzt (und besitzen will).
(…) Diese Erstaufnahme der Lieder ist heute, über 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung, immer noch absolute Referenz und Gänsehaut erzeugende, bewegende Kammermusik, ganz gleich ob man Russisch versteht, ganz gleich, ob man die wunderschönen Sonette von Michelangelo (ja, genau jenem Michelangelo, dem Maler und Bildhauer) im Original oder in einer Übersetzung ins Deutsche kennt.(…)
OK OK, Italien hat Berlusconi, aber Italien hat auch den großartigen Roberto Benigni und einen Claudio Abbado
Ein Ausschnitt aus der Live-Aufführung vom 25. Oktober 2008 in Bologna von Sergei Prokofievs “Peter und der Wolf” (Ital. “Pierino e il lupo”) des Orchestra Mozart unter der Leitung von Maestro Claudio Abbado. Die Texte werden von Roberto Benigni vorgetragen. Das Ganze lief im italienischen Staatsfernsehen RAI am Weihnachtstag und ist mittlerweile auf DVD erhältlich, logischerweise ist die italienischsprachige Version üblicherweise nur in Italien erhältlich.
Ich habe in letzter Zeit nicht viel Glück mit Recitals und Solo-Alben von (klassischen) Sängern und Sängerinnen gehabt. Die meisten Sänger der jungen Generation erscheinen mir allesamt technisch perfekt, aber ihre Stimmen sind mir zu austauschbar, wirken auf mich seelenlos oder zumindest ausdrucksarm. Ausnahmen wie Christine Schäfer und Carolyn Sampson bestätigen die Regel. Heute bin ich über das EPK (Electronic Press Kit) des neuen Albums der Sopranistin Kate Royal “Midsummer Night” (Veröffentlichungstermin: 15. Mai 2009) gestolpert und bin zum ersten Mal seit langer Zeit von einer mit bis dato nicht bewusst bekannten Sängerin fasziniert. Ihre Stimme und ihr Ausdruck, gerade bei den von mir so geschätzten Britten-Arien, die im Film angespielt werden, hören sich wirklich vielversprechend an.
Ich denke, ich werde mal meine Fühler danach ausstrecken, zumal ich das Thema “Oper des 20. Jahrhunderts” alles andere als langweilig finde…
Überhaupt finde ich es schade, dass die Recitals und die thematisch gebundenen Solo-Alben (nicht nur bei Sängern) in den letzten Jahren so eindeutig an Qualität eingebüßt haben. Viele dieser Alben sind offensichtlich für Hörer bestimmt, die normalerweise keine Klassik hören. In diesem Fall jedoch könnte es genau umgekehrt sein…
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement