Der Frühling ist da, endlich! Ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, dass es hier in Deutschland dieses Jahr noch einmal richtig frühlingshaft werden würde. Ich dachte schon, ich müsste bis zu meinem alljährlichen Sardinien-Urlaub im Mai warten, um etwas Wärme und Licht abzubekommen, aber da ist er ja dann doch noch gekommen. Hurra …
Passend dazu bietet ich euch an dieser Stelle (erneut) den wohl berühmtesten Konzertzyklus des Barocks, die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi (1678-1741 in einer sehr ordentlichen Aufnahme an: Der US-amerikanische Violinist John Harrison hat im Jahre 2000 Vivaldis beliebte Konzerte zusammen mit den Wichita State University Chamber Players unter der Leitung von Robert Turizziani eingespielt. Erfreulicherweise hat er die Aufnahmen mit einer freien Lizenz (CC BY-SA 3.0) ausgestattet und sie zum kostenlosen Download freigegeben.
Lange Zeit musste mal sie die Dateien etwas mühselig, etwa bei der Wikipedia, Track für Track herunterladen, wo sie als Audiobeispiel dienen. Nun gibt es sie als .zip-Datei (VBR-MP3, 50 MB) beim Free Music Archive, einer der besten Website für kostenlose, legale Downloads, auch in Sachen Klassik.
Der Download ist (natürlich) ein echter “Hit” beim Free Music Archive. Es wurde in den letzten zwei Jahren über 100.000 Mal heruntergeladen.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten: Frühling – I. Allegro Quelle: Archive.org
Tröstende Schönheit, besänftigende Musik. Melancholie ohne Kitsch. Ausnahmsweise mal nichts kostenloses im Blog: Das neue Album des italienischen Pianisten und Komponisten Fabrizio Paterlini “Now” wird am Ende des Monats als CD (+ Download, 10 €) und Download (6 €) erscheinen. Wer jetzt bestellt, erhält am 22. April einen Download-Code für das neue, bisher ambitionierteste Album Paterlinis und via Post die wieder einmal wunderschön gestaltete CD.
Wer zunächst Kostenloses von Paterlini sucht, um ihn “kennenzulernen” der findet unten im Blog (s. “Similar Posts” ↓) einige Vorschläge zum Download und/oder Streaming. Ich halte Paterlini für einen der talentiersten Komponisten der “freien Musikszene” – und ehrlich gesagt: Wenn ich eine Plattenfirma hätte, würde ich ihn sofort unter Vertrag nehmen.
Wer die Musik von Claude Debussy, Eric Satie, Yann Tiersen (“Die fabelhafte Welt der Amélie”-Soundtrack) oder Ludovico Einaudi mag, der wird Paterlini lieben.
Hier das offizielle Promo-Video zum Opener “After the rain there will always be the sun”
Dies ist möglicherweise der düsterste Erik Satie (einem meiner Lieblingskomponisten), den ich jemals gehört habe (obwohl ich Reinbert de Leeuws Einspielungen auf dem Klavier auch schon für alles andere als Happy Sound halte), aber: Es funktioniert. Saties Gnossiennes elektronisch vom Montrealer Musiker Trans Alp erzeugt, dekonstruiert und in samtene Dunkelheit getaucht.
Wer eine ‘konventionelle’ Interpretation auf dem Klavier sucht, der ist erst einmal mit der kostenlosen Aufnahme von Andreas Pfaul auf pianosociety.com bestens bedingt.
Die Sängerin und Multi-Instrumentalistin Julia Kotowski alias Entertainment For The Braindead habe ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt, drum halte ich mich erst gar nicht lange mit Vorreden auf: Sie ist eine der talentiertesten MusikerInnen in der Freien-Musik-Szene, die man gehört haben sollte, wenn man auch nur ein wenig auf moderne, intelligente Singer/Songwriterinnen mit (Anti-)Pop-Appeal steht. Seit ein paar Wochen ist der vierte Teil ihrer Postcard-EP-Reihe erschienen, bei der sie Eindrücke von Reisen in Songs zusammenfasst: Dieses Mal sind es neun Tracks (mit fast 43 Minuten hat “Songs for a Soft Heart” schon eher LP-Länge), die Julia von einer Kalifornien-Reise mitgebracht hat.
Ähnlich wie bei den Vorgängern (und prinzipiell in ihrer Musik) hat sie auf “Songs for a Soft Heart” unterschiedliche musikalische Elemente zu einer eigenen Klangwelt zusammengestellt. Wer aber bei diesem kalifornischen Traum Gute-Laune-Mucke und Beach-Feeling erwartet, der wird sich über das ruhige, melancholische Album wundern … Es steckt etwas von Joanna Newsom in diesem Album (um mal einen Referenznamen zu nennen).
Anspieltipp: “Heaven and Hell” (Track 6) und “Blank” (Track 9).
Mögt ihr nicht auch “Full Album Cover” so gerne wie ich? Wenn es gelingt ein ganzes Album kohärent zu covern (und es gibt einige gelungene Bespiele, auch an dieser Stelle), dann kommt etwas gleichzeitig Vertrautes und Neues heraus. Faszinierend! Hier ein ungewöhnliches Beispiel: Ich habe Sades viertes Album “Love Deluxe” aus dem Jahre 1992 nie für etwas Besonderes gehalten, tatsächlich habe ich niemals irgendetwas von Sade für besonders gelungen oder besonders misslungen gehalten. Zarter Pop-Jazz mit einer Dosis Achtziger-Feeling und einer interessanten, aber letzten Endes nicht sehr variablen Stimme. OK, aber nichts, was mich wahnsinnig ansprechen würde (sorry Fans!). Nichtsdestoweniger hat die US-Indie-Rock-Band The Rosebuds genau dieses Album in seiner gesamten Länge gecovert und hält es für ein Meisterwerk, das mehr als ein »dauerhafter Einfluss auf die Band« war. Aha. Ob man das wirklich so nachvollziehen kann? Hmm …
So oder so, auch wenn man dem Original eher indifferent gegenübersteht (so wie ich), kommt man nicht umhin, dass die Cover-Versionen dieses 20 Jahre alten Material durchaus gelungen und natürlich wirken. Wenn man es nicht besser wüsste, dann würde mich nicht darauf kommen, dass dies Material einer Pop-Chanteuse aus den 1980ern und 1990ern ist. Durchaus empfehlenswert! Gerade die bekannten Singles “No Ordinary Love”, “Feel No Pain”, “Kiss of Life” und “Cherish the Day” gewinnen durchaus neue, unerwartete Seiten.
Eigentlich habe ich diesen Artikel schon letztes Jahr zum Jahresende gepostet, aber weil sich bei den Weihnachts- und Neujahrsritualen so wenig ändert, reblogge ich den Artikel fast unverändert noch einmal.
War 2012 für euch ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Für mich persönlich war 2012 ein eher gutes Jahr: Ich habe einige gesundheitliche Dinge in den Griff bekommen (und andere gehe ich nächstes Jahr, ganz bestimmt!), beruflich konnte ich mich stabilisieren und sogar noch etwas weitere Erfolge verbuchen, ich konnte einige Reisen unternehmen und – last but not least – wohne ich endlich dort, wo ich immer wohnen wollte, im Herzen ‘meines’ Viertels Nippes in Köln.
Wie auch immer das Jahr bei euch gewesen ist, stimmungsmäßig passt der letzte kostenlose Download-Tipp des Jahres auf jeden Fall. Er stammt vom US-amerikanischen Singer/Songwriter Joel Rakes, der in den vergangenen Jahren mit seinen gelungenen Weihnachts-EPs auf sich aufmerksam gemacht hat und auch dieses Jahr in meinem Adventskalender ein heißer Weihnachtsmusik-Tipp war. Rakes hatte bereits Ende 2011 zwei Versionen des englischsprachigen Neujahrsklassikers Auld Lang Syne in zwei Versionen, einer Happy- und einer Sad-Fassung, aufgenommen.
Er schreibt über seine Single:
»I recorded two different versions of that-classic-new-years-song-that-nobody-understands-or-knows-the-name-of: “Auld Lang Syne.” The happy version is pretty upbeat and is banjo based. My awesome sister Rebekah sings with me on the track as well. Listen to this one if you had a happy year.
If you’re looking for something a little moodier to represent a bummer year, check out the sad version. I recorded it in one take live and even used my iPhone microphone for part of the recording.«
Holt euch den kostenlosen Download, wenn ihr etwas stimmige Musik für eure Silvesterparty mögt (außer Abbas grausigem “Happy New Year” und U2s ausgelutschtem “New Year’s Day” fällt mir auch spontan wenig Neujahrsmusik ein).
Außer natürlich dem hier:
Feiert heute Abend schön, seid glücklich, seid hoffnungsvoll: Euch allen ein frohes neues Jahr.
Fabrizio Paterlini aus Mantova ist einer der talentiertsten Pianisten (und Komponisten) Italiens die ich kenne. Seine bezaubernden, bemerkenswert unkitischigen Klavierminiaturen kann man irgendwo zwischen Claude Debussy, Yann Tiersen (der Komponist der Filmmusik zu “Le Fabuleux Destin d’Amélie Poulain”), Ludovico Einaudi und dem improvisierenden Keith Jarrett der 1970er einordnen.
Letztes Jahr startete er im Herbst ein bemerkenswertes Projekt: Jede Woche erschien auf seiner Soundcloud-Seite ein neu komponiertes Stück seiner “Autumn Stories”-Sammlung, 14 Wochen lang, den ganzen Herbst von September bis Dezember. Die Stücke wurden später gemastert und sogar auf CD gepresst.
Um den heutigen Herbstanfang zu ‘feiern’, kann man die letztes Jahr entstandenen und dieses Jahr in endgültiger Fassung erschienenen Autumn Stories kostenlos auf seiner Bandcamp-Seite herunterladen. Aber man muss sich beeilen: Das Angebot gilt nur noch bis zum 26.09.
Normalerweise bevorzuge ich lange Ambient-Tracks. Ich finde, die lange Form passt besser ins Gesamtkonzept von Musik »bei der sphärische, sanfte, langgezogene und warme Klänge dominieren«, so die Wikipedia-Beschreibung. Hin und wieder stolpere ich aber doch über Ambient-Miniaturen, die mir außerordentlich gut gefallen, so geschehen bei dem neuesten Album “Field Recordings” des britischen Ambient-Projekts The Echolon Effect von David Walters, der sich unter dem Motto »Light and Dark – Epic and Small« auf kurze Ambient-Stücke spezialisiert zu haben scheint. Den Rest des Eintrages lesen »
Dies ist ein Album für alle, die sich vorstellen können, dass man Minimal Music und intelligente Popmusik sinnvoll miteinander verbinden kann. Stellenweise klingt es so, als ob Björk, Philip Glass, Radiohead, Terry Riley und Owen Pallett miteinander musizieren würden.
“Mai, Mai Variations Vol. 1″ (mai, Ital. = Nie) ist das vielversprechende Debüt des in Portland/Oregon heimischen Multiinstrumentalisten und Komponisten Sean Morin. Ich bin mir sicher, dass man von Morin in Zukunft noch einiges erwarten kann…
Normalerweise kann man nicht mit Easy-Listening-Bearbeitungen von (populären) Klassik-Melodien jagen. Ich habe da sozusagen ein Kindheitstrauma (Stichwort: Rondo Veneziano). Ich mag es einfach nicht, wenn man Dinge simplifiziert und glättet, nur weil unsere Hörgewohnheiten instrumentaler Musik sich auf Fahrstuhlmusik-Niveau bewegen. Gleichzeitig habe ich in meiner Kindheit und Jugend gerne die elektronischen Bearbeitungen von Isao Tomita gehört, bei denen – ich gebe zu: auch nicht immer ganz geschmackssicher – Werke von Debussy, Ravel oder Mussorgsky mit Synthesizern eingespielt wurden. Sicher: Kaum eine Bearbeitung reicht an das Original heran, aber immerhin kann sie – wenn sie gut gemacht ist – einzelne Aspekte einer Komposition erfahrbarer machen oder ein möglicher Einstieg für einen Klassik-Laien in die große Welt der klassischen Musik sein. Den Rest des Eintrages lesen »
Seit 2010 schreibe ich an dieser Stelle immer wieder (aber nicht nur) über (aus meiner Sicht) empfehlenswerte kostenlose und legale Musik-Downloads. Einen Überblick über alle bisherigen Postings findet man unter der Tag #kostenlos: