Archiv für die Kategorie: “Listen”
»Kein Song ohne Geige?« Von wegen – tatsächlich habe ich heute beim 2. Semifinale nicht eine einzige Geige auf der Bühne gesehen (und das nach dem Violinen-Overkill vom Dienstag). Der heutige Abend war deutlich stärker als der Dienstag. Das eigentliche Highlight des Abends war der Einspieler mit dem Philharmonischen Chor Oslo, der die Reise eines Jungen quer durch Europa nach Oslo (auf die Bühne) kongenial in Töne setzte. Und die Abstimmung selbst wurde zum Krimi: Zwei der Mitfavoriten, Schweden und die Niederlande, haben es nicht ins Finale geschafft – das ist eine dicke Überraschung!
Hier die Teilnehmer des 2. Semifinals in der Reihefolge ihrer Auftritte und einige böse, fiese, gemeine kritische Anmerkungen. Die fettgeschriebenen Teilnehmer sind für das Finale am Samstag qualifiziert:
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»Das erste Semifinale brachte am Dienstag natürlich das erwartete Grauen.« Ein Satz den ich mühelos jedes Jahr schon mal vorab in den Blogartikel-Entwurf Copy-&-Pasten kann, denn seit Jahren sind die Semifinals die ungekürzten Trash-Highlights, die auch von der Abschlussveranstaltung nicht getoppt werden können. Aber ich muss gestehen, das heutige 1. Semifinale war eher langweilig und bis auf die üblichen 80er-Referenzen waren keine epochalen Katastrophen dabei – ach ja, quasi jede Band hatte einen Geiger auf der Bühne, wow, so plump wurde das (vermeintliche) Erfolgsrezept vom letzten Jahr schon lange nicht mehr imitiert. Ausnahme ist freilich der Serbe Milan Stanković, einer Art Yugo-Prinz-Eisenherz im Discokostüm.
Das Halbfinale selbst war zwar bunt, aber deutlich biederer und weniger großkotzig inszeniert, als die russische Variante letzten Jahres. Die Einspielfilmchen waren unfassbar unwitzig. Der Mangel an Sonne und Wärme macht sich halt irgendwie nicht nur in Black Metal bemerkbar.
Die Moderatoren Nadia Hasnaoui (die Dunkelhaarige), Haddy Jatou N’jie (die Dunkelhäutige) und Erik Solbakken (der Blonde aus der Boygroup) sprachen verständliches Englisch (da sind wir anderes gewöhnt), aber haben mich auch nicht umgehauen mit ihrem Charme. Aber man kriegt nicht gleich Ausschlag, wenn sie auf dem Bildschirm sind (das sind wir anderes gewöhnt).
Hier die Teilnehmer des 1. Semifinals in der Reihefolge ihrer Auftritte und einige böse, fiese, gemeine kritische Anmerkungen. Die fettgeschriebenen Teilnehmer sind für das Finale am Samstag qualifiziert:
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Die wahrhaft prophetischen Worte von Dirk Bach aus dem Jahre 2004 zum Echo Pop haben immer noch volle Gültigkeit: »Und ihr wundert euch, dass es euch schlecht geht?«
→ Die Preisträger :: Echo Pop 2010
Etwas besser und differenzierter allerdings die Preisträger beim Klassik-Echo, der ohne Medien-Rummel vergeben wurde:
→ Preisträger :: Echo Klassik 2010
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Geschrieben von sal in Listen, tags: 2009, Liste, Todesfälle
Bevor ich mich an dieser Stelle an die gefürchteten Jahresbestenliste mache (und ein wenig graust es mich davor, denn jeder bringt seine ultimative Jahresliste heraus), verweise ich an dieser Stelle auf diese schöne Bildergalerie auf den Seiten des nicht kommerziellen amerikanischen Radioverbundes NPR mit Musikern, die dieses Jahr verstorben sind (und es fehlen einige, deren Tod ich persönlich auf progrock-dt.de in die News eingegeben habe). Es sieht fast so aus, als ob dieses Jahr nicht nur Michael Jackson gestorben wäre, n’est-ce pas?
Und ich dachte immer, ich kenne mich aus in der Musikwelt. Die meisten Namen sagen mir ü-ber-haupt nichts… Trotzdem: Scheint mir, als ob dieses Jahr besonders viele Talente verstorben sind.
→ In Memoriam: Musicians We Lost In 2009 : NPR.
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Und hier das abschließende vollständige Ergebnis des Eurovision Song Contest 2009 in Moskau:
- Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale (387 Punkte)
→ http://www.youtube.com/watch?v=fBFFlL58UTM
- Island: Yohanna – Is it true? (218 Punkte)
- Aserbaidschan: AySel & Arash – Always (207 Punkte)
- Türkei: Hadise – Düm Tek Tek (177 Punkte)
- Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time (173 Punkte)
- Estland: Urban Symphony – Rändajad (129 Punkte)
- Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night (120 Punkte)
- Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire (107 Punkte)
- Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda (106 Punkte)
- Armenien: Inga & Anush – Jan Jan (92 Punkte)
- Russland: Anastasia Prikhodko – Mamo (91 Punkte)
- Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl) (76 Punkte)
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- Litauen: Sasha Son – Love
Auch beim zweiten Durchlauf kann mich Sasha, das Muttersöhnchen nicht überzeugen. Die Harmonien in den Strophen sind außerdem verdächtig nah an »We Are The Champions«.
- Israel: Noa & Mira Awad – There Must Be Another Way
Irgendwie passt der Refrain nicht in den Song, aber was soll’s: Hier zählt die Absicht – ich glaube, der Song landet im vorderen Drittel.
- Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire
Der erste Titel der Big Four ist auch mein Favorit der vier gesetzten Nationen: Die Kaas kann waas… äh… was.
- Schweden: Malena Ernman – La Voix
Das geht beim zweiten Mal noch weniger: Schlager-Nightwish mit 70er-Disco-Beat. Richtig furchtbar.
- Kroatien: Igor Cukrov feat. Andrea – Lijepa Tena
Auch beim zweiten Mal trifft sie (“Andrea”) keinen Ton. Furchtbar.
- Portugal: Fior-de-lis – Todas As Ruas Do Amor
Fröhliche Portugiesen? Und – der Percussionist hat doch etwas sehr … ähm … femines, oder?
- Island: Yohanna – Is it true?
Auch beim zweiten Mal: Sehr gut gesungen, leider immer noch in diesem Lampenschirm-Kleid. Schöne, klassische Grand-Prix-Ballade…
- Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night
Was für ein Kontrast! Griechenland ist ein Garant des Grauens – die absolut tuntigste Performance des Abends. Das kann nicht schlimmer werden.
- Armenien: Inga & Anush – Jan Jan
Tja, eigentlich wäre der Song ok, wenn… wenn die Sängerinnen mehr könnten. So ist es eine sehr anstrengend zu hörende Nummer.
- Russland: Anastasia Prikhodko – Mamo
Eine Ukrainerin, die für Russland singt. Hui, Völkerverständigung! Leider ist der Song sehr schlecht gesungen. Die schlechteste Gesangsperformance bisher.
- Aserbaidschan: AySel & Arash – Always
Der griechische Song noch mal, remixed von DJ Bobo im Osteuropa-Mix. Plumper geht es nimmer.
- Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda
Eine schöne Balkan-Hymne, sehr stark inszeniert. Einer meiner Favoriten.
- Moldawien: Nelly Ciobanu – Hora Din Moldova
Druckvoller Auftritt, mitreißende Performance, tolle Volkstänze: Vermutlich zu folkloristisch, um vorne zu landen.
- Malta: Chiara – What If We
Der Malteserin wird immer eine gute Stimme nachgesagt: Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Sie ist laut und tonsicher aber ich stimme quäkselt. Ich mag das nicht.
- Estland: Urban Symphony – Rändajad
Elfenpop. Wieder schön. Aber chancenlos.
- Dänemark: Brinck – Believe Again
Berechnender Radio-Pop-Müll. Das darf einfach nicht gewinnen. Eine kalkuliertere Nummer gibt es dieses Jahr nicht.
- Deutschland: Alex Swings, Oscar Sings!- Miss Kiss Kiss Bang
Schleimiger Provinz-Swing mit Titten-Einlage von Dita von Teese. Hat Deutschland nichts besseres zu bieten?
- Türkei: Hadise – Düm Tek Tek
Wenn sexy Dance-Pop, dann Hadise. Sehr sexy,sehr druckvoll. Große Siegchancen.
- Albanien: Kejsi Tola – Carry Me In Your Dreams
Die provinzielle Kopie der Türkin. Ganz schwach. Großartig das türkisfarbene Ganzkörperkondom.
- Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale
Der gesetzte Favorit kann mich auch beim zweiten Mal nicht überzeugen – aber sicher: Das Ding geht ins Ohr.
- Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
Auch im Finale: Grell, laut, fast schon aggressiv-sexuell: Dabei tritt der Song völlig in den Hintergrund. Der Gesang gehört übrigens zu den schwächsten des Abends.
- Rumänien: Elena – The Balkan Girls
Nach der Ukraine wirkt die Nummer wirklich fast harmlos. Die unglückliche Startnummer kostet der Rumänin sicher viele Punkte. Das ist sehr lahm.
- Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time
Das ist ja fuuuurchtbar: Lloyd-Webber schreibt eine belanglose Nummer und Diane Warren textet belanglos drüber. Das klingt wie eine B-Seite von Whitney Houston, die 2019 ein Comeback mit “alten Sachen” versucht.
- Finnland: Waldo’s People – Lose Control
Auch beim zweiten Mal überzeugt mit Waldo überhaupt nicht. Das ist eine sehr billige DJ Bobo-Nummer. Furchtbar gesungen und mit viel Pyrotechnik aufgemotzt.
- Spanien: Soraya – La Noche Es Para Mí (The Night Is For Me)
Huch?! Die Türkei, die waren doch schon mal? Ah, nein, Spanien will sich mal nicht blamieren. Hm, ob es hiermit gelingt?
Fazit: Keine Überraschungen nach dem Halbfinale. Nach den Performances sehe ich immer noch die Türkei, Ukraine und Norwegen ganz weit vorne. Außenseiter-Chancen für Israel, Moldawien, Bosnien und Griechenland. Und vielleicht Island und Frankreich – nicht ganz vorne, aber respektabel.
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Hier noch einmal die Startreihenfolge für das heutige Finale des Eurovision Song Contest 2009 in Moskau:
- Litauen: Sasha Son – Love
- Israel: Noa & Mira Awad – There Must Be Another Way
- Frankreich: Patricia Kaas – Et S’il Fallait Le Faire
- Schweden: Malena Ernman – La Voix
- Kroatien: Igor Cukrov feat. Andrea – Lijepa Tena
- Portugal: Fior-de-lis – Todas As Ruas Do Amor
- Island: Yohanna – Is it true?
- Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night
- Armenien: Inga & Anush- Jan Jan
- Russland: Anastasia Prikhodko – Memo
- Aserbaidschan: AySel & Arash – Always
- Bosnien Herzegowina: Regina – Bistra Voda
- Moldawien: Nelly Ciobanu – Hora Din Moldova
- Malta: Chiara – What If We
- Estland: Urban Symphony – Rändajad
- Dänemark: Brinck – Believe Again
- Deutschland: Alex Swings, Oscar Sings!- Miss Kiss Kiss Bang
- Türkei: Hadise – Düm Tek Tek
- Albanien: Kejsi Tola – Carry Me In Your Dreams
- Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale
- Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
- Rumänien: Elena – The Balkan Girls
- Großbritannien: Jade Ewn – It’s My Time
- Finnland: Waldo’s People – Lose Control
- Spanien: Soraya – La Noche Es Para Mí (The Night Is For Me)
OK, dann lehne ich mich mal für das Finale heute Abend ein wenig aus dem Fenster: Hier sind meine sechs Favoriten auf den Sieg (in alphabetischer Reihenfolge der Länder) und ich möchte noch einmal betonen: Das wenigste davon gefällt mir wirklich! Den Rest des Eintrages lesen »
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Ich verrate euch ein dunkles Geheimnis meiner bösartigen Seele: Der einzige Grund, warum ich den ESC so gerne gucke, ist das ungewöhnliche Aufkommen an Schund-Beiträgen aus aller Herren Ländern und meine diebische Freude daran, darüber abzulästern. Nirgendwo sieht man schlechtere Sänger, dämlichere Kostüme und albernere Tanz-Einlagen als beim Eurovision Song Contest. Hier ist meine Trash-Top-10 der diesjährigen Ausgabe. Nebenbei bemerkt: Der deutsche Titel “Miss Kiss Kiss Bang” von Alex Swings, Oscar Sings! (Ich grusel mich jedes Mal schon beim Titel und “Bandnamen”) läuft außer Konkurrenz – ansonsten müsste ich die Nummer in den Top 3 platzieren, mit gar nicht so schlechten Chancen auf den ersten, zumindest aber zweiten Rang. So aber ohne Deutschland, meine diesjährige Trash-Top-10:
- Bulgarien: Krassimir Avramov – Illusion
In meinen Notizen zu seinem Auftritt finden sich nur drei Worte: »Oh! Mein! Gott!« Krassimirs Performance, sein Falsetto-Gesang, dazu seine Gesangspartnerin – all das sichert dem bulgarischen Beitrag dieses Jahr problemlos den Titel als grauenvollste Nummer des ESC.
Das offizielle Promo-Video gibt leider nicht die gesamte Atmosphäre des Auftritts wieder, ist aber schon alleine wegen des Songs “sehenswert”.
→ http://www.youtube.com/watch?v=8MLp-GepMY8
- Belgien: Copycat – Copycat
Belgien ist das Land der Pommes Frites, der beleuchteten Autobahnen und der schlechten ESC-Beiträge. Und derweil die ersten beiden Punkte mühelos als dumme Vorurteile abgetan werden können (denn Belgien hat weiß Gott mehr zu bieten als Fritten und Autobahnen) bewahrheitet der hier agierende Fritten-Elvis mit seinen Background-Walküren das Vorurteil von Belgien als vermutlich schlechtester Nation des ESC der letzten Jahre eindrucksvoll. Wirklich ein unerträglicher Titel. Selbst im Promo-Video wird das wirklich Unwitzige des Titels klar. Der Sänger ist allerdings auf der Bühne deutlich rundlicher. Doch die Fritten?
→http://www.youtube.com/watch?v=uoCrJEqS214
- Ungarn: Zoli Ádok – Dance With Me
OK, das wirkt jetzt wirklich fast wie eine Persiflage, aber eben nur fast, denn Zoli meint es bitterernst – und das ist bitter. Sagen wir mal so: So einen “knackigen” Typen mit einem “tollen” Kostüm, einer “aufregenden” Choreographie und einem “Super-Song” kriegen wir normalerweise nur aus Griechenland geboten. Das war wirklich sehr peinlich. Das Publikum hatte ein Einsehen – Zolis Stern in Europa ist schon verglüht.
http://www.youtube.com/watch?v=OCx2_mHr-T4
- Niederlande: The Toppers – Shine
Die Niederländer sind eine begeisterte Eurovision-Nation, aber auch in den letzten Jahre eine chronisch erfolglose: Seit Einführung der Halbfinales 2004 haben sie nur ein Finale erreicht (eben 2004, wo sie dann 20. wurden – von 24) und das obwohl die Niederlande viermal den Grand Prix (1957, 1959, 1969, 1975) gewonnen haben. Aber was war das denn wieder dieses Jahr? Die vermutlich älteste Boyband der Welt (dreimal so alt und doppelt so schmierig) und drei dick-dralle Background-Miezen. Offenbar wollen die Holländer schnell nach Hause: Vermutlich ist das Campen in Russland nicht ganz einfach oder so.
→ http://www.youtube.com/watch?v=bDk05IMVnPk
- Schweden: Marlena Ernman
Die Schweden nehmen den ESC sehr ernst. In kaum einen anderen Land gibt es solch eine ausführliche und harte nationale Ausscheidung, trotzdem kommt aus Schweden seit Jahren nur Müll. Immerhin blieb uns dieses Jahr die gewohnte ABBA-Kopie erspart, aber diese Nummer mit ihrer unerträglichen Classics-meets-Pop-Attitüde ist gewiss nicht besser. Schrecklich, dass das auch noch im Finale zu hören sein wird und nicht einmal die schlechtesten Chancen haben wird.
→ http://www.youtube.com/watch?v=5WH2OwJeMBE
- Tschechien: Gipsy.cz – Aven Romale
Ein schmieriger Zigeuner-Superman rappt auf Romani, Tschechisch und Englisch (oder so etwas ähnlichem) für Tschechien. Eine nicht einmal unfreiwillig komische Nummer, die beim Halbfinale keine Chancen hatte.
→ http://www.youtube.com/watch?v=w3CgUmzl4sk
- Serbien: Marko Kon & Milaan – Cipela
Ein lustige Balkan-Nummer ist eine lustige Nummer. Also komplett überflüssig. Bäh. Was ein Schmarrn. Trotzdem: So etwas kommt natürlich dort an, wo man solch löstige Witzeken versteht, es hat aber glücklicherweise nicht für das Finale gereicht. Aber für die Trah-Top-10 reicht es allemal.
→ http://www.youtube.com/watch?v=DRObP8XE4Ko
- Lettland: Intars Busulis – Probka
Ein seltsam zuckender, sehr nervöser junger Mann mit 80er-Jahre-Jacke singt einen schlechten Song. Erinnert mich an meine Jugend und die war nicht immer glücklich in den Achtzigern. Eine höchst befremdliche Mischung aus Epilepsie und billigen Rock-Riffs. Das Video ist leider kein Ersatz für die besorgniserregende Live-Performance
→ http://www.youtube.com/watch?v=uubxd_8P97M
- Ukraine: Svetlana Loboda – Be my Valentine! (Anti-crisis Girl)
Die schrecklichste aller “sexy” Dance-Pop-Nummern: Aufwendige Pyrotechnik, halbnackte Kerle und eine weniger als halbnackte Sängerin in hohen Stiefeln in einem der drei vulgärsten Outfits, an die ich mich beim ESC erinnern kann. Das war dann noch ein bisschen schlimmer als die Selbstbeweihräucherung aus Rumänien von Elena mit “The Balkan Girls”, obwohl es eigentliche derselbe Song war (n’est-ce pas?). Beides sind Selbst-Stilisierungen, die meine Vorurteile schüren. Trotzdem haben beide Nummern Siegchancen. Brrrr…
→ http://www.youtube.com/watch?v=dFqw8_T_mpE
- Finnland: Waldo’s People – Lose Control
Finnland schickt oft mutige Titel ins Rennen. Früher wurden diese oft ignoriert, doch seit Lordis “Hard Rock Hallelujah” ist vieles anders geworden bei den Finnen. Leider nicht notwendigerweise zum besseren, denn diese finnische Ausgabe von DJ Bobo hat es ins Finale geschafft, anders als das Original (als DJ Bobo) letztes Jahr für die Schweiz. Eine schier unerträgliche Disco-Stampf-Nummer.
→ http://www.youtube.com/watch?v=Td6HeWx_6WQ
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Das gestrige zweite Halbfinale brachte, wenn überhaupt möglich, eine nochmalige Unterbietung des Niveaus der ersten Veranstaltung. Und offenbar hatte ich mich zu früh gefreut, dass die dominierenden Elemente der letzten Jahre ein wenig zurück gedrängt worden wären, denn fehlten am Dienstag die typen “Ost-Europa-Pop-Nummern”, die emphatischen Duette mit schmachtenden Liebesbekenntnissen und die “Sexy-Dance-Pop-Nummern” (wobei ich das “sexy” bitte in gedachten Anführungszeichen setzen möchte – denn wirklich sexy ist die berechnende, arschwackelnde, Titties wogende Fleischbeschau bei den gestylten Mädchen-Marionetten nicht), so holte mich dieses Halbfinale auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit den Ergebnissen des zweiten Halbfinals haben wir am Samstag ein typisches Starterfeld der letzten Jahre. Gestern qualifizierten sich (Aufzählung in der Reihenfolge ihres Auftritts):
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Das erste Halbfinale brachte am Dienstag natürlich das erwartete Grauen. Zwei fast unerträgliche, vor allem aber unverständliche Moderatoren Natalya Vodyanova (Das Modell, sichtlich mit Lesen und Sprechen überfordert) und Andrey Malakhov (Der Blödmann, ein Mis aus diversen Aufputschmitteln vor der Sendung würde ich hier nicht ausschließen), die wie auf Speed moderierten, dazu ein weiterer Fatzke im Green Room, der noch unverständlicher war (die armen Interview-Partner), all das in einer multimedialen Selbstinszenierung Russlands: Größer, bombastischer, bunter. Überhaupt, die Farben! Sind die Rohstoffpreise für Textilfarben in den letzten Monaten massiv eingebrochen? Oder gibt es jetzt den bunten China-Müll von kik nun flächendeckend in Europa?
Die Repräsentanten der Länder waren en gros vor allem auf optische Effekte ausgelegt – oder sollte ich sexuelle Reizen sagen? Es gab jede Menge Haut, lange Haare, hohe Absätze – das übliche Repertoire. Dazu gab es jede Menge Pyrotechnik (auch nichts Neues, oder?), viele schlechte Songs, die wie Kopien der Songs der letzten Jahre klangen, aber vielleicht weniger Sondermüll, als in den vergangenen Jahren? Das Niveau der westlichen Teilnehmer und der osteuropäischen Teilnehmer war ungefähr gleich schlecht, wobei sich im ersten Halbfinale nur drei Ost-Europäer durchsetzten (und das nur, wenn wir Bosnien zu Osteuropa zählen), ansonsten konnten sich die West- und Südeuropäer durchsetzen. Ob das nun Lohn der neuen Bewertungskriterien ist oder ein Hinweis, dass der Osteuropa-Pop langsam nicht mehr zieht, bleibt abzuwarten.
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