Archiv der Kategorie: Listen

2016 in music: The ever popular Top 25 best albums of the year list

Album des Jahres:

David Bowie – Blackstar (bei amazon.de | bei jpc.de)

Nein wirklich, da kann es keinen Zweifel geben. Mein Album des Jahres erschien bereits am 8. Januar und es wäre auch mein Album des Jahres geworden, wenn the thin white duke nicht gestorben wäre. Es ist das erste Bowie-Album seit Urzeiten, dass ich von Anfang bis Ende liebe (ich war ja bekennender Bowie-Skeptiker): Düster, dystopisch, todesahnend, dazu Gesang, der so intensiv wie sonst nur der von Scott Walker oder Peter Hammill ist (aber eben ganz anders). Musik, die die Grenzen zwischen Artpop, Jazz und Prog auflöst und gleichzeitig erweitert, ein kompromissloses Meisterwerk eines Ausnahmekünstlers, der sich am Ende seiner Karriere nichts mehr beweisen musste.
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2010 in Music: Top 10 in Free Music

2010 habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft mit kostenloser Musik (alias „net music“, „netlabel music“, „free music“, „open source music“ usw.) im Internet beschäftigt, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Es ist ein wirklich ein immens weites, unübersichtliches Feld und ich bin weit davon entfernt einen Überblick zu haben (ich glaube ehrlich gesagt, den hat niemand), aber es gibt dennoch eine ganz Reihe Alben (die meisten habe ich an dieser Stelle bereits im Laufe des letzten Jahres vorgestellt), die ich für empfehlenswert halte, nicht nur weil sie kostenlos sind (denn kostenlose Musik gibt es im Internet wirklich mehr als genug), sondern weil es einfach sehr gute Musik ist, die viel zu schade ist, um einfach übergangen zu werden. Weitere empfehlenswerte kostenlose Musik findet ihr auch hier in meinem Blog, wenn ihr die Artikel mit der Tag kostenlos durchseht.

Mir ist durchaus bewusst, dass diese Liste noch viel viel subjektiver ist, als die zuvor gepostete »ever popular Top 20 CDs released in 2010«-Liste, aber was nützt es? Ich kann nur das bewerten um empfehlen, was ich kenne. Also hadert nicht, wenn ihr meint, hier würden entscheidende Free-Music– und Open-Source-Alben fehlen, hinterlasst mir einfach einen Kommentar im Blog mit einem entsprechenden Hinweis.
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2010 in Music: The ever popular Top 20 CDs released in 2010 list (##10 – 1)

Hier also der zweite Teil der ever popular Top 10 in Rock and Pop and Classics CDs released in 2010 list – die Plätze 10 – 1:

  1. The River Empires – Epilogue
    Ich hatte Glück, denn ich habe das Album während der Weihnachtstage kostenlos downloaden können, aber auch für die paar Kröten, die der Download kostet (CD gibt es iirc gar nicht) kann man nicht meckern. Allerbester Singer-Songwriter-Folkrock, schön arrangiert, toll gesungen und sehr gut produziert.
  2. Tobias Koch – Robert Schumann: Klaviermusik für die Jugend
    »Solo-CD des Jahres«: Tobias Koch war für mich einer der Gewinner des letztjährigen Schumann-Jahres. Seine beiden CDs (neben »Klaviermusik für die Jugend« erschien auch noch »Robert und Clara Schumann – Klavierwerke aus Dresden 1845-1849«) gehören zu den allerbesten Beiträgen zum Schumann-Jahr überhaupt. Wenn Schumann am Klavier, dann nur Tobias Koch.
  3. Barry Cleveland – Hologramatron
    Mein »Prog-Album des Jahres«, obwohl Cleveland auf dem Album viele Genres streift: Progressive Rock à la King Crimson, Fusion, Sixties-Pop, sogar ein wenig Americana ist irgendwie dabei: Exzellente Musiker, sehr stimmige, unverkrampfte Produktion und endlich einmal gute Texte auf einem Prog-Album.
  4. Mandelring Quartett · Claire-Marie Le Guay – Robert Schumann: Piano Quartet · Piano Quintet
    Das einzige Ensemble, dass es zweimal in meine Top 20 geschafft hat: Ich habe einige Aufnahmen des Klavierquartetts und -quintetts von Schumann dieses Jahr gehört und es gibt wirklich einige gute Aufnahmen davon, aber keine reicht an die Wärme, die Energie, die Präzision, die Aufnahmequalität dieser Aufnahme heran. Meine persönliche Referenz und meine »Klassik-CD des Jahres«.
  5. Massive Attack – Heligoland
    »Pop-Album des Jahres«: Alle fünf Massive-Attack-Studioalben lohnen sich, Heligoland ist da keine Ausnahme. Durch Damon Albarn (Blur, Gorillaz) verstärkt, sind die Bristoler nun noch cooler, haben noch ein paar Ideen mehr im petto. Neben dem epochalem Album »Mezzanine« ihre beste Scheibe.
  6. Joanna Newsom – Have One On Me
    Eine der ersten sehr erfreulichen Alben des Jahres 2010. Auf 3 CDs zelebriert Joanna Newsom ihre seltsam verschrobene Mischung aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Kram. Stellenweise klingt sie wie eine kantige, kratzige Version von Kate Bush fürs 21. Jahrhundert.
  7. Laurie Anderson – Homeland
    »Comeback-Album des Jahres«. Die fast vergessene Wiederkehr einer großen Künstlerin: Eines der stärksten Alben von Laurie Anderson, düster, prophetisch, apokalyptisch, avantgardistisch.
  8. Sarah Kirkland Snider feat. Shara Worden & Signal – Penelope
    Album des Jahres, Part I: Oh wie wundervoll! Wundervoll komponierte Stücke der Komponistin Sarah Kirkland Snider zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen, gesungen von der wundervollen Shara Worden (alias My Brightest Diamond) und gespielt vom Kammermusik-Ensemble Signal.
  9. Cowboy Junkies – Renmin Park
    Album des Jahres, Part II: Es gibt sie schon über 20 Jahre und ich kannte von ihnen nicht viel mehr als den Namen. Ein fataler Fehler, denn diese Band hat wirklich etwas zu bieten. Und das Beste: Anders als andere Bands die im Laufe der Jahre immer mehr kreativ ausbluten, erleben die Cowboy Junkies gerade einen zweiten Frühling und haben mit Renmin Park1 eines ihrer allerbesten Alben vorgelegt: Wundervoll gesungen, sehr schön arrangiert, gute Texte und sogar das Artwork sehr sehr gelungen.
  10. Owen Pallett – Heartland
    Album des Jahres, Part III: Noch so ein Album: Wundervoll arrangierte Kompositionen zwischen Minimal music, zeitgenössischer (postmoderner) Musik, Singer-Songwriter- und ArtPop-Elementen. Musik, wie aus einem Miyazaki-Film, melancholisch und dennoch leise lächelnd.

Und nein, ich konnte mich wirklich nicht zwischen den ersten drei Alben entscheiden, ich musste sie gemeinsam auf den ersten Platz setzen. Deal with it 🙂

Und ja, ich weiß, ich habe keine einzige Jazz-CD in meiner Top-20, weil ich dieses Jahr, trotz einiger sehr guten Empfehlungen, keinen (neuen) Jazz gehört habe. So werde ich einige Alben (»Chamber Music Society« von Esmeralda Spalding; »Supersonic Revolutions« von Jazzkamikaze; »Radio Silence« vom Neil Cowley Trio etc.) wohl erst später entdecken, wenn mir wieder der Sinn nach Jazz steht. Dasselbe gilt auch für die italienische Cantautori-Szene, die ich das letzte Jahr gar nicht verfolgt habe, Mir scheint, auch dort herrscht die in Italien um sich greifende Lähmung. Chissà … es kommen auch wieder bessere Zeiten für die Musik in Italien.

2010 in Music: The ever popular Top 20 CDs released in 2010 list (##20 – 11)

Jetzt habe ich mich lange genug vor dieser Liste gedrückt und in meinem Kopf hin und her sortiert, gekürzt, erweitert, durcheinander gewürfelt. Natürlich ist sie trotzdem subjektiv und natürlich reflektiert sie nur einen Ausschnitt dessen, was man dieses Jahr gehört haben sollte (nämlich meinen), aber dennoch, hier ist sie also, the ever popular Top 10 in Rock and Pop and Classics CDs released in 2010 list – die Plätze 20 – 11:

  1. Relocator – Relocator
    Das beste Prog-Debüt des Jahres, das ich in die Finger bekommen habe. Ich gestehe, ich habe (trotz oder gerade wegen des großen Namens Derek Sherinian) manchmal Schwierigkeiten mit den Keyboards, aber dennoch: Ein sehr viel versprechender Anfang.
  2. Skin Diary – Skin Diary
    Fulminantes Rock-Pop-Whatever-Debüt: Die Scheibe hat einen schön schmutzigen Sex-Appeal.
  3. Quadriga Consort – Songs From The British Isles
    Alte Musik meets Folk: Geschmackvoll, unterhaltsam, unverkrampft und überraschend. Klassische Musik für Leute, die normalerweise mit klassischer Musik nichts anfangen können.
  4. t – Anti-Matter Poetry
    Starkes Comeback des düsteren Multi-Instrumentalisten aus Deutschland.
  5. Big Big Train – Far Skies Deep Time
    Diese 41-minütige EP ist eine der wenigen Retroprog-Veröffentlichungen des vergangenen Jahres, die ich mir sehr gerne anhöre.
  6. Robert Plant – Band of Joy
    Ich bin wirklich kein großer Led-Zep-Fan, aber Robert Plants Solo-Alben sind (fast) alle hochinteressant. Band of Joy ist ein weiterer Beleg dafür, dass Plant nicht nur in Würde altert, sondern auch noch musikalisch viel zu bieten hat.
  7. Univers Zéro – Clivages
    Univers Zéro, ungewohnt heiter, hochwertig wie immer. Die Belgier enttäuschen mich nicht.
  8. Nichelodeon – Il gioco del silenzio
    Großartiges Album des italienischen Vokal-Artisten Claudio Milano und seiner neu formierten Band und musikalischer Neujustierung.
  9. Jade Leary – Heliotrope
    Das lang erwartete Comeback-Album von Jade Leary: Düster, aggressiv, vielschichtig.
  10. Mandelring Quartett · Gunter Teuffel – Leoš Janáček – Complete String Quartets
    Janáčeks Streichquartette, gespielt von meinen geliebten Mandelrings, klingen so betörend schön wie vielleicht nie zuvor.

Und die Plätze 10 – 1 gibt es dann morgen 🙂

Und eine gesonderte Liste mit den besten kostenlosen Netalben will ich auch noch zusammenbasteln, so stay tuned…

Die Top der 10 Alben, die quasi alle gut finden, die ich aber 2010 irgendwie ignoriert habe

Die Favoriten sind nominiert, die üblichen Verdächtigen werden einhellig gelobt, ein paar hippe Newcomer etablieren sich mit ihren Alben. Jedes Jahr derselbe Zirkus und jedes Jahr lese ich staunend diese Listen und stelle fest, wie viel angesagte Musik ich nicht kenne bzw. reingehört habe und als absolut durchschnittliches Machwerk eingeordnet habe. Das spricht freilich nur für meine Ignoranz, mein Alter und meine fortschreitende Früher-war-alles-besser-Mentalität, dennoch habe ich mir mal den Spaß gemacht die Top 10 der Alben zusammenzustellen, die letztes Jahr aus gutem Grund oder vielleicht auch völlig ungerechterweise an mir vorübergezogen sind. Man kann nicht mehr alles kennen, mehr noch, ich will nicht mehr alles kennen…
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The Ten & Then for 2010

Die Zeit zwischen den Jahren (und kurz davor und danach) ist in (Musik-)Blogs die klassische Zeit für Top-10-Listen: Die besten Alben des Jahres, die besten Künstler des Jahres, die besten Newcomer des Jahres, die größten Enttäuschungen des Jahres, die größten Flops des Jahres usw. usf. Ich lese solche Liste immer wieder gerne, aber die meiste Zeit wundere ich mich über den Geschmack meiner Kollegen. Wenn ich Glück habe, habe ich von der Hälfte der Alben gehört/gelesen/das Cover im Saturn gesehen und was ich kenne entzückt mich meistens auch nicht so sehr wie die Herren Blog-Kollegen. Face the facts, ich bin musikalisch alles andere als hip und höre nur widerwillig Bands, die vom Rolling Stone, vom NME oder von ähnlichen Gazetten zum aktuellen Retter des Rock’n’Rolls (vorzugsweise mit einem „The“ im Namen) gekürt werden.
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Weihnachtsalben 2010 – Eine Übersicht

Da dachte ich doch wirklich, nach dem Dreifach-Schlag letztes Jahr (Tori Amos, Bob Dylan, Sting) gäbe es dieses Jahr eine kleine Atempause in Sachen Weihnachtsalben von Stars. Doch auf einer meiner Lieblingsseiten wurde ich prompt eines besseren belehrt: Neue Weihnachtsalben von (u.a.) Annie Lennox,  Wilson Phillips, Christopher Cross, Mariah Carey usw. lassen vermuten, dass jemand die 80er-Weihnachtsgruft geöffnet hat. Wer das alles hören will? Ich sicher nicht. Aber die eine oder andere Scheibe findet gewiss ihren Abnehmer, v.a. die Lennox-Scheibe wird heftigst beworben. Ob es was nützt?

Cover Me’s Guide to 2010 Holiday Albums auf covermesongs.com

Eurovision Song Contest 2010: (almost) Live-Reviews der Final-Beiträge

ESC 2010 Logo -Bild: © NDR/EBU

Logo: © NDR/EBU

Sooo, jetzt sind alle Titel durch und hier sind meine ungeschönten Unverschämtheiten, die ich während der Performances notiert habe zum Nachlesen- nur falls ihr euch während des Zwischenprogramms und während der Punktevergabe langweilt.

Mein Tipp für das erste Viertel des Feldes ist upgedated und fett markiert.

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Eurovision Song Contest 2010: Startreihenfolge und meine Favoriten für die Plätze 1 – 10

ESC 2010 Logo -Bild: © NDR/EBU

Logo: © NDR/EBU

In 12 Stunden geht es also los: Der musikalisch belangloseste Contest kürt einmal mehr ein One-Hit-Wonder für einen Abend (denn seien wir ehrlich: Internationale Karrieren sind beim Grand Prix/ ESC nur in absoluten Ausnahmefällen gestartet – und kommt mir nicht immer wieder mit ABBA).

Hier nun die Startreihenfolge für das heutige Finale des Eurovision Song Contest 2010 in Oslo. Die 10 Teilnehmer, die ich unter den ersten 10 sehe sind fett hervorgehoben:

  1. Aserbaidschan: Safura – Drip Drop
  2. Spanien: Daniel Diges – Algo Pequeñito (Something Tiny)
  3. Norwegen: Didrik Solli-Tangen – My Heart Is Yours
  4. Moldawien: Sunstroke Project & Olia Tira – Run Away
  5. Zypern: Jon Lilygreen & The Islanders – Life Looks Better In Spring
  6. Bosnien/Herzegowina: Vukašin Brajić – Thunder And Lightning
  7. Belgien: Tom Dice – Me And My Guitar
  8. Serbien: Milan Stanković – Ovo Je Balkan
  9. Weißrussland: 3+2 – Butterflies
  10. Irland: Niamh Kavanagh – It’s For You
  11. Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends – Opa
  12. Großbritannien: Josh – That Sounds Good To Me
  13. Georgien: Sofia Nizharadze – Shine
  14. Türkei: maNga – We Could Be The Same
  15. Albanien: Juliana Pasha – It’s All About You
  16. Island: Hera Björk – Je Ne Sais Quoi
  17. Ukraine: Alyosha – Sweet People
  18. Frankreich: Jessy Matador – Alllez Olla Olé
  19. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Playing With Fire
  20. Russland: Peter Nalitch & Friends – Lost And Forgotten
  21. Armenien: Eva Rivas – Apricot Stone
  22. Deutschland: Lena – Satellite
  23. Portugal: Filipa Azevedo – Há Dias Assim
  24. Israel: Harel Skaat – Milim
  25. Dänemark: Chanée & N’evergreen – In A Moment Like This

So, jetzt habe ich mich dieses Jahr ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt. Ein paar Titel sind meiner Meinung nach sichere Kandidaten für die Top 10 (vor allem Griechenland, Aserbaidschan, Serbien und Deutschland – was bitte nicht unbedingt als Qualitätskriterium gelten sollte), ein paar könnten auch echt durchgereicht werden (Belgien, Zypern und Island) und andere artverwandte Songs (sagen wir mal Norwegen, Israel, Portugal als Balladen/Schnulzen-Vertreter und Rumänien, Armenien und Albanien als typische ESC-Popnummern) könnten weiter vorne landen. Ein paar Sachen scheinen mir sicher: Großbritannien, Frankreich, Spanien, Irland (allesamt auch wirklich grauenvoll!) werden sich hinten einordnen. Da steckt auch sicher ein wenig Wunschdenken hinter.

Wie es dann wirklich ausgeht, erfahren wir heute Abend ab 21 Uhr im TV oder bei den Live-Streams auf eurovision.de und eurovision.tv

Meine Sympathien gehören morgen (als Italiener, der lange in Deutschland lebt) der deutschen Teilnehmerin Lena (aus Sympathie-Gründen und weil ich Lena gerne als Galionsfigur für ein anderes Deutschland sehe, als es im Ausland immer dargestellt wird) und der Türkei (aus musikalischen Gründen – weil mir ihre Musik am ehesten zusagt).

Aber wenn ich ganz ehrlich bin rechne ich morgen mit einem Sieg der Griechen. Was ja dann auch irgendwie nicht die Welt verändern würde.