Archiv für die Kategorie: “Kurioses”

Seltsame Zitate aus Websites, Mails, Künsterbiografien und aus Waschzetteln

One Dollar Note

“Billboard”: U2 2009 Topverdiener im Musikgeschäft auf dradio.de – Kulturnachrichten

Laut eines Berichtes des US-amerikanischen Musikmagazins Billboard waren U2 die Topverdiener 2009  im Business, gefolgt von Bruce Springsteen, Madonna, AC/DC und Britney Spears. Wow. Britney als “Jüngste” und “Ärmste” in der Top 5 bei den Spitzenverdienern, der Rest der Baggage ist seit mindestens 20, wenn nicht 30 Jahre und mehr im Geschäft und sicher ihren künstlerischen Höhepunkt schon weeeeit hinter sich haben und ihre Kohle offenbar eher mit Konzerten machen, als mit Alben (in der Top 40 sind weitere beeindruckende Topverdiener, die bereits seit Jahren mehr kein Album veröffentlicht haben). Und was lernen wir daraus? Olle Kamellen ziehen immer noch (vor allen bei Konzerten): Ein Symptom für eine Musikszene, der es an dauerhaft charismatischen Persönlichkeiten mangelt. Und ein Symptom dafür, wie schlecht es um die Rockmusik steht, wenn man sich freiwillig das altersschwache Genöle von Bruce und Bongo Bono anhört. Ich kann das nicht nachvollziehen, aber … ich muss mir das ja auch nicht anhören. Tue ich bei den beiden schon lange nimmer.

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Jimi Hendrix, Portait © Paolo Steffan

Jimi Hendrix, Portait © Paolo Steffan

Gerade lese ich, dass im März ein neues Studioalbum von Jimi Hendrix erscheinen soll. Es wird “Valleys of Neptune” heißen und soll Aufnahmen aus dem Jahre 1969, also 40 Jahre alte unveröffentlichte, bzw. nur auf Bootlegs veröffentlichte Aufnahmen enthalten. 60 Minuten des Materials sollen überhaupt noch nicht zu hören gewesen sein, außerdem soll die schon als Bootleg bekannte Cover-Version des Cream-Klassikers “Sunshine of your Love” zu hören sein. Damit setzt sich die Reihe der posthum veröffentlichen Album Jimi Hendrix auch im 40. Jahr seines Todes fort. Jetzt schon ist seine posthume Diskographie deutlich größer als das, was er zu Lebzeiten veröffentlicht hat. Hendrix ist da kein Einzelfall, aber ein extremes Beispiel: Von Jimi Hendrix erschienen zu Lebzeiten drei Studioalben und ein Livealbum, nach seinem Tod wurden neun Studioalben und rund doppelt so viele Live-Alben veröffentlicht – und das sind nur die offiziellen! (s. dazu auch Jimi Hendrix posthumous discography).

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s prestigeträchtige Musikblog Boing Boing hat in einem seiner letzten Artikel einen neuen Helden entdeckt: Adriano Celentano. Gegenstand der Betrachtung ist sein Song “Prisencolinensinainciusol” aus dem Jahre 1972, dessen Text ausschließlich in einer Art Pseudo-Englisch gesungen ist. Interessant ist, dass Celentano von den Kommentatoren des Blogartikels sogar als Vorläufer der Rapmusik (!) gepriesen wird. In der Tat ist die Nummer einer der allercoolsten Nummern des musikalischen Querkopfs und sehr funky; man beachte auch bitte die Choreographie des Videos, das offenbar aus mehreren Fernsehshows aus dem italienischen Fernsehen zusammengeschnitten wurde.


Schade, dass Celentano in Deutschland vor allem wegen seiner unsäglichen Filme wahrgenommen wird (und bestenfalls als der Sänger von “Azzurro”). Celentanos Popmusik gehört zum Ureigensten, was die italienische Musikszne zu bieten hat, obwohl seine Musik ursprünglich stark von der amerikanischen beeinflusst war (ein Einfluss, der sich erst in seinen späten Jahren abgeschwächt hat) Ohne Celentano wäre der Rock’n'Roll und alles, was danach kam nicht nach Italien gelangt.

Gibberish rock song written by Italian composer to sound like English

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Bitte beachtet doch meinen Artikel (→ Rolling Stone Italia wählt Berlusconi zum “Rockstar des Jahres 2009) in meinem Italienblog zur Wahl Silvio Berlusconis zum “Rockstar des Jahres 2009″.

Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ist das sich Anbiedern oder subtile Ironie?

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Reality killed the Video Star - auf amazon.de

Nun war Robbie Williams gewiss niemals der Kritikerliebling, aber bemerkenswert ist der Verriss des am Freitag erscheinenden Robbie-Williams-Album “Reality Killed The Video Star” dennoch. Sicher. das Resümee, dass sich Williams nun mit einer »blutleer und auf Kommerz getrimmte wirkende Sammlung harmloser Popsongs und Balladen« zurückmeldet, hätte man fast voraussagen können. War Williams nicht ohnehin immer eher Kommerz, denn große Kunst (wenn auch gut gemachter Kommerz, d’accord).

Intensive Care

Was ich allerdings wirklich bemerkenswert und nicht nachvollziehbar finde, ist die Kritikerschelte für das meiner Meinung nach wirklich gute und andere Williams-Album “Intensive Care” und das Lob für das schnell zusammengeschusterte, kommerziell und künstlerisch total geflopptes Album “Rudebox”, das nach Meinung des Spiegel-Kritikers Andreas Borcholte ein »experimentellen Album« sein soll. Was soll denn bitte an der Ansammlung ürgselig produzierter Cover- und Quasi-Covernummer experimentell sein? Ich befand seinerzeit im Schallplattenmann, dass sich auf dem Album »viel Halbgares, Nerviges und Langweiliges in einem schon aufdringlich elektronischen Sound« tummelt. Keine Ahnung, wie man so etwas gut finden kann.

Das bei Spiegel Online anzuhörende Medley des neuen Albums klingt nach … ta-ta-ta-taaa: Robbie Williams (anders als “Rudebox”, das streckenweise wie das Album eines Sozialarbeiter in einer evangelischen Jugendeinrichtung klang, der sich für seine Schützlinge ein bisschen lächerlich macht). Borcholte spricht von einem »langweiligen Nummer-Sicher-Paket«, yepp, wenigstens ein Punkt, in dem wir übereinstimmen. Ich erwarte auch nichts Spannendes von Williams (warum auch?), aber es wird sich in der Weihnachtszeit verkaufen wie geschnitten Brot.

Abgehört: Die wichtigsten CDs der Woche auf Spiegel Online

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1981 veröffentlichten Kraftwerk ihr letzten großes Meisterwerk (finde ich, sorry liebe Kraftwerk-Fans), das Album Computerwelt. Wie alle anderen Alben von Kraftwerk erschien es in einer deutschsprachigen Fassung und einer englischsprachigen Fassung (die dann natürlich Computer World hieß).

Da ich kein ausgewiesener Experte bin, war mir bisher nicht bekannt, dass Kraftwerk dann und wann auch anderssprachige Fassungen aufnahmen, sei es auch nur zu Promo-Zwecken. Hier ist ein Ausschnitt aus der italienischen Kultsendung “Discoring” (auf der Rai, als es noch quasi keine allmächtigen Mediaset-Sender von Berlusconi gab) mit einer italienischen Fassung der damaligen Single-Auskopplung “Taschenrechner” (oder international “Pocket Calculatmj bbggti6ujuzk67uz76678u76or”), die (angeblich) extra für die damals populäre sonntägliche Musiksendung produziert wurde, eben Minicalcolatore.

Am 2.10.2009 erscheint (endlich) der EMI-Back-Catalogue der Düsseldorfer Elektronik-Pioniere remastered in verschiedenen Formaten, sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch. Dieser umfasst folgende Alben:

Kraftwerk - 12345678 - Der Katalog

Kraftwerk - 12345678 - Der Katalog

  • “Autobahn” (1974)
  • “Radio-Aktivität” (1975)
  • “Trans Europa Express” (1977)
  • “Die Mensch-Maschine” (1978)
  • “Computerwelt” (1981)
  • “Techno Pop” (1986)
  • “The Mix” (1991)
  • “Tour de France” (2003)

Die Alben werden sowohl einzeln, als auch als Sammer-Box (mit dem bezeichnenden Titel “12345678″) wieder veröffentlicht werden.

http://www.progrock-dt.de/veranstaltungen/kraftwerk-12345678-der-katalog-02.10.09

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Nun ist es amtlich, was zuvor nur als unglaubwürdiges Gerücht im Web kursierte: Bob Dylan ist derzeit im Studio, um ein Weihnachtsalbum aufzunehmen. Offenbar sind bereits vier moderne Weihnachtsklassiker fertig: “Must Be Santa,” “Here Comes Santa Claus,” “I’ll Be Home For Christmas” und “O Little Town of Bethlehem” lassen zumindest von der Tracklist auf ein typisch amerikanisches Weihnachtsalbum schließen.
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Raab soll Grand Prix retten – Kölner Stadt-Anzeiger

Nun also doch: Raab rettet Deutschland. Zumindest beim Eurovision Song Contest. Nachdem die deutsche Nationalehre im Eurovision Song Contest 2009 (für mich nicht ganz unerwartet) mit dem 20. Platz gekränkt wurde, soll’s nun Stefan Raab richten: Für die nächste Ausgabe am 29. Mai in Oslo werden die Teilnehmer vom Kölner Moderator gecastet.  In der jüngeren Vergangenheit hatte Raab dreimal als Songschreiber und Künstler am ESC teilgenommen und damit die besten deutschen Platzierungen erzielt (1998 als als Produzent von Guildo Horn, Platz 7; 2000 als Produzent und Sänger, Platz 5 und 2004 als Produzent von Max Mutzke, Platz 8).

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Stockhausen vom Rathausturm – Kölner Stadt-Anzeiger

Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchives verstummten die Glocken des Kölner Ratsturmes (am historischen Rathaus in der Kölner Innenstadt) aus verständlichem Anlass. Die Pause wurde genützt, um den Glocken “neue Musik”, nein, “Neue Musik” beizubringen: So erklingen neben Melodien der Bläck Fööss (!) und der Höhner (!!) auch Melodien von Jacques Offenbach und von Karlheinz Stockhausen. Seit heute Stockhausens “Krebs” aus  “Tierkreis – 12 Melodien der Sternzeichen” um punkt 12 Uhr vom Rathaussturm.

Ich kann mir wirklich keine andere deutsche Stadt vorstellen, wo man Neue Musik mit der volksnahen Musik der Kölner Bands Höhner, Bläck Fööss und Co. (und nein, es sind keine Karnevalsbands, sondern so etwas wie Bands die zeitgenössische Volksmusik (nicht volkstümliche Musik in Seppl-Hosen!) spielen) so selbstverständlich kombiniert.

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In B-flatEine Binsenweisheit des 21. Jahrhunderts: “Das Internet ist (auch) ein Spielort für ungewöhnliche Musikprojekte.” Heute ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass Musiker rund um den Globus an musikalischen Projekten zusammenarbeiten, ohne jemals im Reallife zusammengetroffen zu sein. Die Digitalisierung und Vernetzung der Welt ist für viele kreative Menschen eine große Erleichterung.

Eine pfiffige und faszinierende Idee, auf die ich heute gestoßen bin, nennt sich in Bb 2.0 (gelesen “in B flat two (point) oh”, gemeint ist die Tonart “b-moll” und das berühmt-berüchtigte Web 2.0)  und charakterisiert sich als “a collaborative music/spoken word project”. Dahinter steckt die Idee, dass sich Musiker/ Künstler auf eine minimale Idee einigen (in diesem Fall offenbar die Tonart) und jeder eine “Spur” zum Projekt beiträgt, musikalischer Art (in b-Moll) oder mit einem gesprochenen Text. Das Ganze wird dann auf YouTube hochgeladen, so dass man auf der inbfat.net-Seite sich aus den einzelnen Beiträgen einen ganz persönlichen Mix zusammenklicken kann, jedes Mal neu (wenn man will). Das Ergebis (eigentlich die Ergebnisse) klingt erstaunlich homogen und ist auf jeden Fall ein schöne Beschäftigung. Wann kann man schon einmal als Hörer aktiv in die Musik eingreifen?

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