Eigentlich befinde ich mich noch für einige Wochen in meinem nicht ganz freiwilligen Hiatus, da ich aber an den Besucherzahlen des Blogs sehe, dass sich viele Leser für das neue Album von Kate Bush interessieren, hier nur schnell der Hinweis, dass man ab sofort das komplette neue Album “50 Words for Snow”, das am Freitag dem 18.11. in D/A/CH erscheinen wird, auf den Seiten des US-Amerikanischen öffentlichen Radios NPR kostenlos anhören kann. Und ohne zu viel verraten zu wollen: Ich finde das Album wirklich hörenswert.
Wie bereits letztes Jahr im Falle der (damals neuen) Weihnachtsalben von Tori Amos, Bob Dylan und Sting, möchte ich auch heuer ein paar neue Alben mit weihnachtlicher Musik vorstellen, die mir auffallen und die ich für empfehlenswert oder schrecklich genug halte, um an dieser Stelle meine schamlose Leidenschaft für Weihnachtsmusik offenzulegen.
Den Anfang macht ein besonderes Projekt der Youtube-Stars Pomplamoose (deren Videos in ihrem Youtube-Channel in 2 1/2 Jahren über 40 Mio. mal angeschaut wurden ). Ihre Weihnachts-EP »Pomplamoose Christmas« kann man nicht im Laden oder wie bei ihnen üblich als Download (bei iTunes) kaufen, sondern die EP gibt es nur gegen eine Buchspende für das Richmond Book Drive, einer Initiative, die Bücher an Schüler ausgibt, damit ihr Interesse am Lesen geweckt wird. Wie das geht, erklären Jack und Nataly in ihrem neuesten Video: Den Rest des Eintrages lesen »
Machen wir es kurz, ich habe keine Zeit und keine Ahnung, will aber dennoch den Tipp loswerden: Die kanadische Thrash-Metal-Band Annihilator (das wusste ich nicht, das habe ich nachgeschlagen und fragt mich jetzt nicht, was genau Thrash Metal heißt) ist in eingeweihten Kreisen durchaus ein Begriff (Hey, ich kannte immerhin den Namen der Band).
Ihr derzeitiges Label Earache (!) verschenkt gerade eine komplette “Best-of”-CD (auch wenn die Tracklist laut meiner Insider-Infos »jetzt nicht ganz so fett aber naja« sein soll) namens »Total Annihilation« mit 14 Tracks in bester 320 kbps-MP3-Qualität gegen die Angabe der üblichen eMail-Adresse. Wer es also ab und zu härter mag oder einfach nur mal neugierig in das Genre reinhören will, der ist hier sicher bestens bedient.
Die Kulttruppe aus Neapel ist wieder da: Endlich ist das Nachfolge-Album the new Masterpizza (sic!) zu »Other Bands Play, Nanowar Gay!« (s. Artikel dazu → hier, Du Poser!) von NanowaR of Steel erschienen. Die (Metal-) Truppe, die jedes Genre gekonnt auf den Arm nehmen kann hat auf »Into Gay Pride Ride« (sic!!) mal wieder ganze Arbeit geleistet und ein professionelles, höchst unterhaltsames Album produziert, in dem sie – wie gewohnt – alle möglichen Metalbands, -Songs und -Mythen selbstironisch aufs Korn nehmen. Mehr noch – dieses Mal versuchen Sie sich als Raggamuffin-Rapper usw. – NanowaR als Shaggy “from the ghetto in the forest” …
Aufgebaut wie eine Radioshow (mit Werbung und Jingles zwischendurch) gehen dem nicht-Italophilen einige Gags durch (Herrlich die Pino-Daniele-Persiflage in einem Radiojingle!), andererseits bleiben immer noch genügend “internationale” Anspielungen übrig, um sich beim Album halb totlachen zu müssen. Was man dabei fast vergisst: Die Band ist wirklich exzellent – die Herren Zwerge (Nano = ital. Zwerg) beherrschen ihr Handwerk. Unverzichtbar für jeden Metalfan, der ein wenig über sich lachen kann … und für jeden, der Metal (zurecht) albern findet. Den Rest des Eintrages lesen »
“Peace” ist eine Zusammenarbeit von Buffetlibre (einem Netlabel) und Amnesty International Katalonien. Das Projekt bietet für einen Mindestbeitrag von Euro (freilich darf man gerne mehr zahlen/spenden) 180 (einhundertachtzig!) exklusive und unveröffentlichte MP3s in 320 KBps von mehr oder minder arrivierten Künstlern: Mit dabei sind Marc Almond, I’m From Barcelona, Malajube, Mogwai, Paul Niehaus (Calexico), Ryuichi Sakamoto featuring Christian Fennesz, Maghrebika feat Bill Laswell und zahlreiche andere Künstler aus allen Kontinenten.
Auf der Website gibt es weitere Infos zu jedem Künstler und natürlich die Erwerbsmöglichkeit. Man kann quasi mit allen relevanten Zahlungssystemen den Sampler erwerben. Die Einnahmen kommen der katalanischen Sektion von AI zugute.
Schon seit einigen Wochen fiel mir bei Facebook immer wieder eine Anzeige auf (denn anders als andere habe ich prinzipiell erst einmal nichts gegen Anzeigen und lese sie zumindest einmal):
Porcupine Tree meets Pink Floyd?
That is what fans are saying about Paul Cusick’s début album Focal Point. Hear it now.
Aber irgendwie wollte ich damit erst einmal nichts Gutes verbinden. Ich hielt das beworbene Album für just another boring Prog-CD, das mit prominenten Namen potentielle Käufer anlocken wollte, kein ganz neuer Trick und gerade Porcupine Tree wird in den letzten Jahren so oft als Referenz genannt, dass man fast skeptisch sein muss. Dennoch lud ich das Album in einer schwachen Minute komplett (kostenlos) von der Website herunter, denn das kann man nämlich → hier (immerhin in 128 kbps-Qualität), um in aller Ruhe in das Album anhören zu können (Try before buy, sozusagen), um mich ihm irgendwann zu widmen oder zumindest um kurz mal reinzuhören. Aber das Zip-File blieb dann doch erst einmal ungeöffnet auf der Festplatte und war so halb vergessen. Es ist weiß Gott nichts mehr so Ungewöhnliches, dass ein Nachwuchs-Act sein Material kostenlos zur Verfügung stellt. Ich muss mir ja auch nicht alles anhören, oder?
Ich muss zugeben, ich kriege viel zu wenig mit, was im Tuxedomoon-Kosmos geschieht, obwohl ich den Krempel in den allermeisten Fällen sehr schätze, wenn er mit mal in die Fi… äh Ohren kommt. Eher zufällig bin ich jetzt bei Myspace.com (immer noch eine Scheiß-Community als Social Network aber konkurrenzlos für Musik) an das Projekt “The Fitzcarraldo Sessions” geraten und muss sagen: Datt hat watt! Die richtige Mischung aus Schrägowski und catchy tunes. Kennt jemand das ganze Album?
Fast vergessen bei meiner Live-Review zu Peter Gabriels “Scratch my Back”: Derzeit kann man das vollständige Album (!) auf den Seiten des Guardian probehören (und kostenlos den Track “Flume” downloaden):
Dass das Internet eine Fülle von legalen Quellen für kostenlose Musik bietet, ist eine Binsenweisheit. Nicht alles, was man findet gefällt einem, nicht alles, was man findet, genügt den eigenen Qualitätsanforderungen. Aber ab und zu findet man dann doch zumindest hörenswerte Newcomer.
Eher zufällig stolperte ich über die Myspace-Seite des ukrainischen Musikers, Komponisten und Produzenten Oleg “Heinali” Shpudeiko (eigentlich stolperte er über mich, denn er schickte mir eine Freundschaftsanfrage), dessen Musik eine teilweise sehr angenehme Mischung aus Minimal Music, Drum’n'Bass und Postrock ist. Philip Glass meets Sigur Ros meets Björk oder so. Seine Alben sind kostenlos auf seiner bandcamp.com-Seite (was es nicht so alles gibt) in verschiedenen Formaten downloadbar. Seine neue EP “Into The Sea” ist wirklich nicht übel, vor allem der erste Teil des Titelstücks “Into The Sea” und Track 3 “Icarus”. Auf jeden Fall ein Tipp für alle, die Minimal Music schätzen.
Das Video zum Titelstück wurde von der dänischen Nachwuchs-Regisseurin Charlotte Trier gestaltet und ist sehenswert.
Kommt ihr euch auch immer blöd vor, wenn ihr davon sprecht CDs zu previewen? Ich meine, man sieht sie ja nicht an, im angelsächsischen Sprachgebrauch benutzt man ja gerne auf prelistening, aber wie viele könnten mir dann noch folgen, allgemein meine ich, wenn ich nicht von »priehwjuh« sondern von »priehlissening« spräche (Ich nehme mal an, dass die meisten hier in der Blog-Leserschaft über Englisch-Kenntnisse verfügen (OK, Schuli nicht und Micha auch nicht )
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement