Archiv für die Kategorie: “Kurz reingehört”
Neue und altere Veröffentlichungen, kurz reingehört und kurz besprochen
Schon lange habe ich mich nicht mehr so sehr auf ein Album gefreut, wie auf “Scratch My Back” von Peter Gabriel. Warum? Nun, St. Peter ist einer jener Künstler, die mich mein ganzes Leben begleitet haben (seit seinen späten Jahren bei Genesis, als ich noch ein kleiner … äh junger Pimpf war) und dessen Alben mich nie enttäuscht haben. Obwohl ich die eine oder andere Cover-Version von Peter Gabriel bereits kannte, überraschte mich die Nachricht von einem ganzen Cover-Album dann doch. Wer hätte das gedacht, dass ein so arrivierter Songschreiber andererleuts Zeugs singen will? Ein Blick auf die Tracklist des Albums offenbart dann aber auch: Guter Geschmack, einige Überraschungen und einige Fragezeichen. Wie werden die Songs klingen, die ich kenne? Wie sind die Songs, die ich nicht kenne?
Es folgt eine Live-Review. Ich habe – bis auf eine Ausnahme – vor der offiziellen VÖ. keinen einzigen Song des Albums gehört und habe der Versuchung widerstanden, das Album im Digital-Promopool bei EMI oder bei halbseidenen Quellen vorab anzuhören. Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich für ein Album extra am Erscheinungstag in den Saturn gepligert bin, nur um es zu kaufen (nicht einmal bei amazon.de wollte ich dieses Mal bestellen). Hier also meine ersten Eindrücke vom Album, ungefiltert, so wie ich sie in Realtime gleich raustwittern werde und am Ende hier gebündelt zusammenfassen möchte. Hau in die Tasten, Peter…
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Bob Dylan – Together Through Life
(2009, CD; Columbia)
Jou, der gute, alte (wirklich alte) Robert Allen Zimmerman (ihr wisst schon Bob Dylan halt) hat mal wieder ne Scheibe gemacht, sein 33. Studiowerk, wenn ich der Wikipedia glauben darf. Und da er ja nicht ganz unberechtigt im Ruf steht, nicht der abgehalftertste Künstler der 1. Rock-Generation zu sein, der noch aktiv ist, sollte ich zumindest mal ein Ohr riskieren, ne’est pas?
Und, wie ist Together Through Life nun? Nun, in erster Linie ist es kein Rock-Album: Blues, Cajun, Zydeco, Folk, Country – vieles ist dabei, aber Rock höre ich da (quasi) nicht, was auch nicht weiter verwunderlich ist: Dylan hat sich in den letzten Jahren verstärkt mit seinen Wurzeln beschäftigt, schließlich ist der Mann ja kein posender Rocker im eigentlichen Sinne, sondern ein – äh – Unikat, aus der Folkbewegung hervorgegangen und dann, tja, dann kamen erst einmal alle möglichen Genres.
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Solistenvereinigung & Rundfunkchor Berlin · RSO Berlin, Helmut Koch / Georg Friedrich Händel: Der Messias. Oratorium in drei Teilen, HWV 56 (Gesamtaufnahme in deutscher Sprache)
(Aufnahme 1975, 2009, 2CD, Berlin Classics)
Diese deutschsprachige Aufnahme des Messias von Georg Friedrich Händel (1685-1759) (übrigens nicht die von W. A. Mozart 1789 arrangierte deutschsprachige Fassung mit Texten von C. D. Ebeling, sondern eine Textfassung aus dem 19. Jahrhundert von Georg Gottfried Gervinus) ist ein Evergreen im Katalog des Eterna-Nachfolgelabels Berlin Classics und wurde in zahlreichen Auflagen mit unterschiedlichen Covers als Querschnitt und als Gesamtaufnahme immer wieder veröffentlicht. Im Rahmen des aktuellen Händel-Jahres kommt die Aufnahme im elegant-schlicht gestalteten Pappschuber daher. Darin steckt eine 2-CD-Jewel-Case mit einem 18-seitigem, zweisprachigen Booklet. Das Booklet enthält den vollständigen Text des Oratoriums , sowie einen ausführlichen Aufsatz über die Entstehung des Messias. So weit, so gut. Den Rest des Eintrages lesen »
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Antje Weithaas & Silke Avenhaus – Felix Mendelssohn Bartholdy: Violinsonaten
(2009, CD; CAvi)
Ein Album, randvoll mit Kammermusik von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), darunter zwei Welt-Ersteinspielungen, das klingt nach einer wirklich lohnenswerten Neuveröffentlichungen im diesjährigen Mendelssohn-Jahr.
Ein erster Durchlauf konnte die hohen Erwartungen indes (noch) nicht erfüllen. Zum einen finde ich den Klang des Albums nicht ausgewogen. Das Klavier dominiert den Klang, die Violine ist alles andere als gleichberechtigt – und so wie mit dem Klang ist es auch mit den meisten der hier vorgestellten Kompositionen: Die Violine geht unter, das Klavier steht im Vordergrund. Außerdem handelt es sich bei den allermeisten der hier vorgestellten Werke um frühe Kompositionen eines 11-jährigen (im Falle der F-Dur-Sonate) bzw. eines höchstens 16-jährigen (f-Moll-Sonate, op. 4 (1823) und das Fragment einer d-Moll-Sonate (1825) ). Lediglich die hier in einer “Urtext Edition” erstveröffentlichte Sonate in F-Dur ist ein “Erwachsenen-Werk”. Und genau diese Sonate, bisher nur in der von Yehudi Menuhin offensichtlich stark bearbeiteten Fassung von 1953 bekannt, ist vielleicht die größte Enttäuschung des Albums. Wenn ich einen unverfälschten Geniestreich erwartet habe, dann konnte ich ihn zumindest beim ersten Durchhören nicht ausmachen. Das Werk scheint mir (immer noch oder gar viel mehr?) eher ein Nebenwerk zu sein. Da nützen dann auch die Beteuerungen der Interpreten im Booklet nichts. Hier zündet nicht viel – und die zurückhaltenden Interpreten tun auch nicht viel, um mit ihrer Persönlichkeit den Stücken zu mehr Wirkung zu verhelfen.
| Interpretation | | | Klang | | | Booklet & Gestaltung | |
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