Vor einigen Wochen habe ich bereits an dieser Stelle auf das neue Album des italienischen Pianisten und Komponisten Fabrizio Paterlini “Now” hingewiesen. Paterlini gehört zu den ganz wenigen Pianisten des berühmt-berüchtigten “Neo-Classical”-Segments, die ich mir länger als ein paar Sekunden anhören kann, denn alles, was dieses Genre in Verruf gebracht hat – aufdringliche Melodieseligkeit, aufgesetzte Emotionalität, Austauschbarkeit und Charakterlosigkeit – trifft auf ihn ganz und gar nicht zu. Paterlini belegt ein ums andere Mal, dass man heute noch melancholische Klaviermusik komponieren kann, die nicht ins Sentimentale abrutscht.
Quasi als Release-Konzert hat er im Digitube Studio in Mantova einige Sektionen seiner neuen CD live eingespielt. Das Konzert war als Livestream im Web zu sehen und kann nun auch bei Youtube angeschaut werden.
Wem gefällt, was man hier zu hören bekommt, dem empfehle ich meine anderen Artikel zu Fabrizio Paterlini in diesem Blog zu durchforsten. Das eine oder andere von ihm gibt es kostenlos; seine Alben sind für wenig Geld als Downloads oder als Limited-Edition-CDs erhältlich.
Der Frühling ist da, endlich! Ich habe wirklich nicht mehr daran geglaubt, dass es hier in Deutschland dieses Jahr noch einmal richtig frühlingshaft werden würde. Ich dachte schon, ich müsste bis zu meinem alljährlichen Sardinien-Urlaub im Mai warten, um etwas Wärme und Licht abzubekommen, aber da ist er ja dann doch noch gekommen. Hurra …
Passend dazu bietet ich euch an dieser Stelle (erneut) den wohl berühmtesten Konzertzyklus des Barocks, die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi (1678-1741 in einer sehr ordentlichen Aufnahme an: Der US-amerikanische Violinist John Harrison hat im Jahre 2000 Vivaldis beliebte Konzerte zusammen mit den Wichita State University Chamber Players unter der Leitung von Robert Turizziani eingespielt. Erfreulicherweise hat er die Aufnahmen mit einer freien Lizenz (CC BY-SA 3.0) ausgestattet und sie zum kostenlosen Download freigegeben.
Lange Zeit musste mal sie die Dateien etwas mühselig, etwa bei der Wikipedia, Track für Track herunterladen, wo sie als Audiobeispiel dienen. Nun gibt es sie als .zip-Datei (VBR-MP3, 50 MB) beim Free Music Archive, einer der besten Website für kostenlose, legale Downloads, auch in Sachen Klassik.
Der Download ist (natürlich) ein echter “Hit” beim Free Music Archive. Es wurde in den letzten zwei Jahren über 100.000 Mal heruntergeladen.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten: Frühling – I. Allegro Quelle: Archive.org
Tröstende Schönheit, besänftigende Musik. Melancholie ohne Kitsch. Ausnahmsweise mal nichts kostenloses im Blog: Das neue Album des italienischen Pianisten und Komponisten Fabrizio Paterlini “Now” wird am Ende des Monats als CD (+ Download, 10 €) und Download (6 €) erscheinen. Wer jetzt bestellt, erhält am 22. April einen Download-Code für das neue, bisher ambitionierteste Album Paterlinis und via Post die wieder einmal wunderschön gestaltete CD.
Wer zunächst Kostenloses von Paterlini sucht, um ihn “kennenzulernen” der findet unten im Blog (s. “Similar Posts” ↓) einige Vorschläge zum Download und/oder Streaming. Ich halte Paterlini für einen der talentiersten Komponisten der “freien Musikszene” – und ehrlich gesagt: Wenn ich eine Plattenfirma hätte, würde ich ihn sofort unter Vertrag nehmen.
Wer die Musik von Claude Debussy, Eric Satie, Yann Tiersen (“Die fabelhafte Welt der Amélie”-Soundtrack) oder Ludovico Einaudi mag, der wird Paterlini lieben.
Hier das offizielle Promo-Video zum Opener “After the rain there will always be the sun”
Für die meisten ambitionierten Musikfreunde dürfte der Name Ólafur Arnalds keine Unbekannte mehr sein: Der isländische Multi-Instrumentalist und Produzent hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit äußerst geschmackvoller elektro-akustischer Musik gemacht, die sich nicht leicht in Genre-Schubladen zwängen lässt: “Neo-Classical” passt am ehesten, aber man denke hierbei bitte nicht an irgendwelche Easy-Listening Light Classics, sondern eher an ruhige soundtrackhafte Musik.
Im April 2009 startete er ein Projekt, bei dem er in sieben Tagen täglich einen Song aufnahm und diesen sofort über Social Media verbreitete. Die Ergebnisse dieser Idee wurden auf der EP “Found Songs” zusammengefasst, die man als LowFi-MP3 (128 kbps) kostenlos unter foundsongs.erasedtapes.com herunterladen kann. Den Rest des Eintrages lesen »
Dies ist möglicherweise der düsterste Erik Satie (einem meiner Lieblingskomponisten), den ich jemals gehört habe (obwohl ich Reinbert de Leeuws Einspielungen auf dem Klavier auch schon für alles andere als Happy Sound halte), aber: Es funktioniert. Saties Gnossiennes elektronisch vom Montrealer Musiker Trans Alp erzeugt, dekonstruiert und in samtene Dunkelheit getaucht.
Wer eine ‘konventionelle’ Interpretation auf dem Klavier sucht, der ist erst einmal mit der kostenlosen Aufnahme von Andreas Pfaul auf pianosociety.com bestens bedingt.
Die Sängerin und Multi-Instrumentalistin Julia Kotowski alias Entertainment For The Braindead habe ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt, drum halte ich mich erst gar nicht lange mit Vorreden auf: Sie ist eine der talentiertesten MusikerInnen in der Freien-Musik-Szene, die man gehört haben sollte, wenn man auch nur ein wenig auf moderne, intelligente Singer/Songwriterinnen mit (Anti-)Pop-Appeal steht. Seit ein paar Wochen ist der vierte Teil ihrer Postcard-EP-Reihe erschienen, bei der sie Eindrücke von Reisen in Songs zusammenfasst: Dieses Mal sind es neun Tracks (mit fast 43 Minuten hat “Songs for a Soft Heart” schon eher LP-Länge), die Julia von einer Kalifornien-Reise mitgebracht hat.
Ähnlich wie bei den Vorgängern (und prinzipiell in ihrer Musik) hat sie auf “Songs for a Soft Heart” unterschiedliche musikalische Elemente zu einer eigenen Klangwelt zusammengestellt. Wer aber bei diesem kalifornischen Traum Gute-Laune-Mucke und Beach-Feeling erwartet, der wird sich über das ruhige, melancholische Album wundern … Es steckt etwas von Joanna Newsom in diesem Album (um mal einen Referenznamen zu nennen).
Anspieltipp: “Heaven and Hell” (Track 6) und “Blank” (Track 9).
Ich finde ja tendenziell Popmusik mit 1930-50er-Jazz-Mitschnipp-Referenzen gar garstig, schröck-e-lich und ürgselig (da höre ich mir dann lieber die Originale von Annette Hanshaw, Billie Holiday und Co. an), aber ich habe eh meine Probleme mit expliziter “Gute-Laune-Musik” (bin halt ein altes, misanthropes Grüffelo).
Aber: Da im letzten Sommer uns ja “A Night Like This” im Radio bis zum Erbrechen um die Ohren gehauen wurde und die Niederländerin Caro Emerald bei uns mittlerweile recht bekannt und beliebt ist und eine erfolgreiche Tournee hingelegt hat, biete ich den folgenden kostenlosen Download mal dennoch an.
Es muss ja nicht immer nur nach meiner Nase gehen. Vielleicht mache ich ja einem von euch LeserInnen eine Freude mit dieser nervtötenden Mucke mit diesem Download: Bei Noisetrade.com gibt’s gerade eine kostenlose 5-Track-EP der Amsterdamerin, eine Art Hit-Querschnitt aus ihrem aktuellen Studioalbum “Deleted Scenes from the Cutting Room Floor”: Der größte Hit “A Night Like This” ist mit dabei, außerdem auch noch weitere Nummern, die man aus dem Mainstream-Radio kennt.
Mögt ihr nicht auch “Full Album Cover” so gerne wie ich? Wenn es gelingt ein ganzes Album kohärent zu covern (und es gibt einige gelungene Bespiele, auch an dieser Stelle), dann kommt etwas gleichzeitig Vertrautes und Neues heraus. Faszinierend! Hier ein ungewöhnliches Beispiel: Ich habe Sades viertes Album “Love Deluxe” aus dem Jahre 1992 nie für etwas Besonderes gehalten, tatsächlich habe ich niemals irgendetwas von Sade für besonders gelungen oder besonders misslungen gehalten. Zarter Pop-Jazz mit einer Dosis Achtziger-Feeling und einer interessanten, aber letzten Endes nicht sehr variablen Stimme. OK, aber nichts, was mich wahnsinnig ansprechen würde (sorry Fans!). Nichtsdestoweniger hat die US-Indie-Rock-Band The Rosebuds genau dieses Album in seiner gesamten Länge gecovert und hält es für ein Meisterwerk, das mehr als ein »dauerhafter Einfluss auf die Band« war. Aha. Ob man das wirklich so nachvollziehen kann? Hmm …
So oder so, auch wenn man dem Original eher indifferent gegenübersteht (so wie ich), kommt man nicht umhin, dass die Cover-Versionen dieses 20 Jahre alten Material durchaus gelungen und natürlich wirken. Wenn man es nicht besser wüsste, dann würde mich nicht darauf kommen, dass dies Material einer Pop-Chanteuse aus den 1980ern und 1990ern ist. Durchaus empfehlenswert! Gerade die bekannten Singles “No Ordinary Love”, “Feel No Pain”, “Kiss of Life” und “Cherish the Day” gewinnen durchaus neue, unerwartete Seiten.
Eigentlich habe ich diesen Artikel schon letztes Jahr zum Jahresende gepostet, aber weil sich bei den Weihnachts- und Neujahrsritualen so wenig ändert, reblogge ich den Artikel fast unverändert noch einmal.
War 2012 für euch ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Für mich persönlich war 2012 ein eher gutes Jahr: Ich habe einige gesundheitliche Dinge in den Griff bekommen (und andere gehe ich nächstes Jahr, ganz bestimmt!), beruflich konnte ich mich stabilisieren und sogar noch etwas weitere Erfolge verbuchen, ich konnte einige Reisen unternehmen und – last but not least – wohne ich endlich dort, wo ich immer wohnen wollte, im Herzen ‘meines’ Viertels Nippes in Köln.
Wie auch immer das Jahr bei euch gewesen ist, stimmungsmäßig passt der letzte kostenlose Download-Tipp des Jahres auf jeden Fall. Er stammt vom US-amerikanischen Singer/Songwriter Joel Rakes, der in den vergangenen Jahren mit seinen gelungenen Weihnachts-EPs auf sich aufmerksam gemacht hat und auch dieses Jahr in meinem Adventskalender ein heißer Weihnachtsmusik-Tipp war. Rakes hatte bereits Ende 2011 zwei Versionen des englischsprachigen Neujahrsklassikers Auld Lang Syne in zwei Versionen, einer Happy- und einer Sad-Fassung, aufgenommen.
Er schreibt über seine Single:
»I recorded two different versions of that-classic-new-years-song-that-nobody-understands-or-knows-the-name-of: “Auld Lang Syne.” The happy version is pretty upbeat and is banjo based. My awesome sister Rebekah sings with me on the track as well. Listen to this one if you had a happy year.
If you’re looking for something a little moodier to represent a bummer year, check out the sad version. I recorded it in one take live and even used my iPhone microphone for part of the recording.«
Holt euch den kostenlosen Download, wenn ihr etwas stimmige Musik für eure Silvesterparty mögt (außer Abbas grausigem “Happy New Year” und U2s ausgelutschtem “New Year’s Day” fällt mir auch spontan wenig Neujahrsmusik ein).
Außer natürlich dem hier:
Feiert heute Abend schön, seid glücklich, seid hoffnungsvoll: Euch allen ein frohes neues Jahr.
Kurz vor Jahresende gibt es wieder einmal ein kostenloses Geschenk von Radiohead an die Fans: Ihr legendärer Live-Auftritt vom Bonnaroo-Festival 2006 liegt jetzt auf der Website http://radioheadbonnaroo.com/ kostenlos in bester Soundboard-Qualität zum Download bereit. Das ZIP-Archiv ist derzeit defekt, die Einzeltitel können problemlos heruntergeladen werden – und man sollte sich wirklich die Mühe machen, die 29 Titel (insgesamt 2:19 Std. Material, 256 kbps MP3) herunterzuladen: Der Auftritt gilt unter Kritikern und Fans als einer der besten der Band.
Ich empfehle, sich mit dem Download beeilen: Der Toningenieur Paul Phipps, der auch das Mastering der fantastischen Aufnahmen besorgt hat und den Mitschnitt bereitstellt, geht davon aus, dass der Server bald schon in die Knie gehen wird. UPDATE: Erste Alternativ-Downloads kursieren allerdings schon im Web, etwa → hier und → hier.
Seit 2010 schreibe ich an dieser Stelle immer wieder (aber nicht nur) über (aus meiner Sicht) empfehlenswerte kostenlose und legale Musik-Downloads. Einen Überblick über alle bisherigen Postings findet man unter der Tag #kostenlos: