Kostenlos und sehr weihnachtlich: Blueneck – Christmas

Das britische Duo Blueneck aus Bristol spielt ruhig und schwermütig gehaltenen Post-Rock mit leichten Artpop-Anleihen. Ihr Weihnachts-Album „Christmas“ erschien bereits 2015 und ist eine der gelungensten (kostenlosen) Weihnachtsveröffentlichungen der letzten Jahre. Acht bekannte Weihnachtssongs, darunter auch Klassiker wie „I Believe in Father Christmas“ oder „White Christmas“, erklingen mit düsterem, leicht schwermütigen Timbre. Selbst Chris Reas Schmonzette „Driving Home For Christmas“ wird bei Blueneck zu melancholischen Heimfahrt und Whams garstiges „Last Christmas“ wird zum Klagelied eines naiven Verlierers.

Viele kostenlose Tipps sind es auch dieses Jahr nicht gewesen. Mir scheint, die guten Jahre in der „kostenlosen Musikszene“ sind vorbei. Der Markt bewegt sich einfach in eine Richtung, der ich nicht mehr folgen möchte. Statt die Freiheiten einer Indie-Produktion zu nutzen, versuchen viele Nachwuchskünstler mit ihren Weihnachtsalben angestrengt wie ihre kommerziellen Vorbilder zu klingen. An Plagiaten habe ich kein Interesse mehr, dann höre ich lieber die kommerziellen Vorbilder. Das nimmt mir allerdings nicht die Freude an der Weihnachtsmusik – es gibt ja bereits mehr als genug.

Meinen treuen Lesern wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und uns alle ein friedliches, glückliches und die Welt heilendes 2017.

Um es mit den Worten des seligen Greg Lake zu sagen:

I wish you a hopeful Christmas
I wish you a brave New Year
All anguish pain and sadness
Leave your heart and let your road be clear
They said there’ll be snow at Christmas
They said there’ll be peace on Earth
Hallelujah Noel be it Heaven or Hell
The Christmas we get we deserve.