Es muss nicht immer „Last Christmas“ sein — 50 Alternativen und Klassiker zum Weihnachtsmusik-Brei aus dem Radio und Fernsehen

Wenn man die Mainstream-Medien verfolgt (wovon ich ausdrücklich abrate!), sagen wir einmal WDR 2, die Spotify-Christmas Playlist und die RTL Chartshow, dann könnte man den Eindruck haben, dass kein Weg an „All I Want For Christmas Is You“ von Mariah Carey, „Driving Home For Christmas“ von Chris Rea und vor allem am unsäglichen „Last Christmas“ von Wham vorbeiführt. Moderne Weihnachtsmusik funktioniert nur, wenn sie alle Klischees bedient, und zwar gleichzeitig und in doppelter, was sage ich in dreifacher Ausführung.

Und doch gibt es sie, die „andere“ Weihnachtsmusik. Die, die nicht kitschig ist. Die, die noch nicht totgenudelt wurde. Die, die alle Gefühle, die wir mit diesem seltsamen Fest verbinden – Sehnsucht, Hoffnung, Frieden, Liebe aber auch Verzweiflung, Einsamkeit, manchmal auch Wut – ausdrückt, ohne Stereotypen zu bedienen.

Ich bin immer ein Fan von guter Weihnachtsmusik gewesen. Ich habe meine ganz persönliche Top 50 zusammengestellt, die ich hier präsentieren möchte.

(Ein Klick aufs Artwork führt in den meisten Fällen auf die Amazon-Seite, bei vielen Alben ist ein JPC-Link als Alternative im Begleittext).

Top 10

Bugge Wesseltoft – It’s Snowing on my Piano (bei amazon.de | bei JPC.de)

Bugge Wesseltoft, norwegischer Jazzmusiker und üblicherweise dem modernisierenden Teil der Jazz-Szene zugehörig, hat 1997 eher zufällig ein stilles Weihnachtsalbum der Extra-Klasse eingespielt. Wesseltoft reduzierte klassische Weihnachtssongs und einige neue Improvisationen auf „It’s Snowing on My Piano“ auf zurückhaltende, sehr ruhige Piano-Variationen. Wesseltoft gelingt dabei wie keinem anderen zuvor, selbst die trivialsten und abgenutzesten Weihnachtsmelodien neu aufzuschlüsseln.

California Guitar Trio – A Christmas Album (bei amazon.de)

Das California Guitar Trio präsentiert auf „A Christmas Album“ eine Sammlung zehn unterschiedlichster Weihnachtskompositionen, von Klassikern wie „Oh Tannenbaum“ oder dem Traditional „Greensleeves“ über Kompositionen von Bach und Händel bis hin zu Kompositionen von Ryuichi Sakamoto („Merry Christmas Mr. Lawrence“) und John Lennons „Happy X-Mas (War is Over)“. Dabei begegnen sie den Kompositionen mit Respekt, Humor, Ironie und Liebe zum Detail. Das Ergebnis ist herrlich kitschfrei und dennoch festlich.

Kate Bush – 50 Words for Snow (bei amazon.de | bei JPC.de)

Mit „50 Words for Snow“ veröffentlichte Kate Bush 2011 kein Weihnachts-, wohl aber ein Winter-Album, auf dem sie alle Register ihres Könnens zieht, sowohl kompositorisch, als auch gesanglich. Selbst beim Duett mit Elton John (mit unüberhörbar angegriffener, brüchiger Stimme) gelingt die Gratwanderung zwischen ergreifender und gefühlvoller Ballade, ohne dass sie ins Kitschige abrutscht. Ein Höhepunkt ist das Titelstück mit Stephen Fry und 50 (erfundenen) Worten für Schnee.

Sufjan Stevens – Songs for Christmas I (Vol. 1 – 5) (bei amazon.de | bei JPC.de | bei bandcamp.com)
Sufjan Stevens – Silver & Gold (Vol. 6 – 10) (bei amazon.de | bei JPC.de | bei bandcamp.com)

Low-Fi-Folk und Weihnachten? Dilettantismus, Genialität, Andacht und Albernheiten, in den beiden 5-EP-Boxen von Indie-Herold Sufjan Stevens steckt alles drin, was man sich schon lange zu Weihnachten an Musik gewünscht hat und fast ist es wirklich so, als ob der Sufjan mit seinen Freunden persönlich im Wohnzimmer vorbeischaut und musiziert. Eine der quantitativ und qualitativ schönsten Weihnachtsveröffentlichungen der letzten Jahre. Das liebevoll gestaltete Artwork mit Karten und Bilder ist längst Kult. Wer nur die Musik braucht, kriegt die Downloads für schlappe 10$/Sammlung bei Bandcamp.

Jethro Tull – The Jethro Tull Christmas Album (bei amazon.de)

Ian Anderson hatte sich auf den Alben seiner Band Jethro Tull immer wieder mit Weihnachten beschäftigt. 2003 fasste er alte und neue Weihnachtssongs zum „Jethro Tull Christmas Album“ zusammen. Das Album bietet beschwingte, weihnachtliche Songs (sowohl traditionelle Weihnachtslieder wie „God rest ye merry gentlemen“, als auch Eigenkompositionen wie „Birthday card at Christmas“ und den Tull-Klassikern „A Christmas Song“ und „Another Christmas Song“) im folkigen Klanggewand mit viel Flöte und mehr als einem Augenzwinkern – wie immer bei Ian Anderson.

Tracey Thorn – Tinsel and Lights (bei amazon.de | bei JPC.de)

Wer hätte gedacht, dass Tracey Thorn, bekannt als Sängerin der Band „Everything But The Girl“ eines der schönsten Weihnachtsalben der letzten 40 Jahre veröffentlicht? Leise, bescheiden und melancholisch leuchtet Tracey in ihrer unnachahmlichen Art die traurige Seite von Weihnachten aus. Das ist zum Weinen schön, gleichzeitig rutscht es nie ins Triviale ab. So gelungen, dass man unbedingt mal reingehört haben muss.

Aimee Mann – One More Drifter For the Snow (bei amazon.de)

Viele Singer-Songwriterinnen haben Weihnachtsalben aufgenommen (einige folgen noch). Von all diesen Alben ist Aimee Manns „One More Drifter For The Snow“ das vermutlich gelungenste. Ihre immer etwas belegte Stimme passt gut zur melancholischen Grundstimmung ihres Albums. Gleichzeitig zeigt sie Humor („You’re A Mean One, Mr Grinch“) und verbreitet mit ihrer Musik eine wohlige, sanfte Weihnachtsstimmung.

Sting – If On A Winter’s Night (bei amazon.de | bei JPC.de)

Stings „Winteralbum“ geht (ähnlich wie Kate Bushs „50 Words“) thematisch und musikalisch weit über normale Weihnachts-CDs hinaus. Von traditionellen englischen Weihnachtsliedern des Mittelalters, über Eigenkompositionen bis hin zu einer sehr gelungenen Fassung des „Leiermann“ aus „Der Winterreise“ von Franz Schubert, Sting spannt einen weiten winterlichen Bogen. So unterschiedlich die Songs, so unterschiedlich die Arrangements: Folk, gediegener Pop, Ethno-Einflüsse (wundervoll der indische Chor auf “Christmas At Sea”), Jazz, dazu jede Menge Mittelalter- und Renaissance-Instrumente, alles sehr dezent und geschmackvoll eingespielt. Das Album ist unter Sting-Fans nicht unumstritten. Seine Ausflüge in die Klassik (oder vielmehr in die Welt jenseits von Pop und Rock) werden nicht von jedem goutiert. Ich persönlich finde dieses Album von 2009 seine gelungenste Studioarbeit seit den „Ten Summoner’s Tales“ von 1993.

Sarah McLachlan – Wintersong (bei amazon.de)

Sarah McLachlan verbindet auf „Wintersong“, dem wohl besten Album der kanadischen Singer-Songwriterin, ruhige, semi-akustische Arrangements mit traditionellen („What Child Is This?“, „Silent Night“) und modernen („I’ll Be Home For Christmas“, „River“) Weihnachtsliedern. Wer es ruhig und besinnlich und (wirklich) nur ein klitzekleines bisschen kitschig mag, der ist mit Sarah MacLachlans „Wintersong“ bestens bedient.

Klassische Musik

Nikolaus Harnoncourt – J. S. Bach: Weihnachtsoratorium (bei amazon.de | bei JPC.de)

Weihnachten ohne Bachs Weihnachtsoratorium? Für viele schlichtweg unmöglich. Auf dem unübersichtlichen Klassik-Markt tummeln sich viele gute (und noch mehr mittelmäßige) Aufnahmen des sechsteiligen Werks. Nikolaus Harnoncourt schuf mit seiner zweiten Aufnahme des Weihnachtsoratoriums eine Referenz, an der man alle vorigen und alle folgenden Aufnahmen messen kann. Hier stimmt alles: Exzellente Solisten, ein hervorragender Chor und ein bestens eingespieltes Orchester unter einer inspirierten Leistung. Ich besitze fast ein Dutzend Aufnahmen des Weihnachtsoratoriums, diese hier ist ein Dauerbrenner in meiner Playlist.

Ralf Otto – C. Saint-Saëns: Oratorio de Noël (bei amazon.de | bei JPC.de)

Camille Saint-Saëns‘ „Oratorio de Noël“ wird gerne mal als „Anti-Bachisches Weihnachtsoratorium“ bezeichnet. Es ist deutlich kleiner und bescheidener und legt sowohl musikalisch als auch inhaltlich andere Schwerpunkt als das große, protestantische Werk Bachs. Ob man es deswegen unbedingt als Gegenkonzept darstellen sollte, weiß ich nicht. Saint-Saëns‘ romantische Weihnachtsmesse überzeugt durch starke Chor-Sequenzen und betörende Arien. Die Aufnahme des Bachchor Mainz mit dem Ensemble L’Arpa Festante unter Ralf Otto steht hier exemplarisch für eine Reihe hervorragender Neuaufnahmen, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind. Wer der Barockmusik über ist, kann hier tief in die französische Romantik eintauchen.

Quadriga Consort – On A Cold Winter’s Day (bei amazon.de | bei JPC.de)

Dass Alte Musik nicht nur etwas für Nischen-Nerds sein kann, belegt das österreichische Quadriga Consort. Nominell ein ‚klassisches‘ Alte-Musik-Ensemble bemüht sich die „Alte-Musik-Band“ (Eigenbeschreibung) um einen unverkrampften Umgang mit Alter Musik und Folk der britischen Inseln – mit Erfolg: Ohne qualitative Kompromisse einzugehen oder sich an die Popmusik anzubiedern, gelingt ihnen auf „On a Cold Winter’s Day“ eine stimmungsvolle, weihnachtliche, ‚klassische‘ und vor allem lebendige Umsetzung alter Weihnachtslieder aus England, Wales, Schottland und Irland. Für stimmliche (und sprachliche) Kompetenz bürgt die Sängerin (und Muttersprachlerin) Elisabeth Kaplan, für die exquisiten, abwechslungsreichen Arrangements sorgt der Kopf und Cembalist der Quadrigas, Nikolaus Newerkla. Ein Tipp auch für jene, die normalerweise nichts mit klassischer Musik am Hut haben (oder die, wie ich, den Renaissance- und Mittelalter-Kitsch, der gerade so in ist, verabscheuen).

Les Metaboles – Mysterious Nativity (bei amazon.de | bei JPC.de)

Chormusik-CDs mit sakraler und weihnachtlicher Musik gibt es viele, diese hier ist anders: „Mysterious Nativity“ stellt sieben geistliche Werke von fünf Komponisten des späten 20., frühen 21. Jahrhunderts aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion vor: die “Three Sacred Hymns” des Russen Alfred Schnittke, das “Magnificat” des Esten Arvo Pärt, “O salutaris hostia” des Litauers Vytautas Miškinis, “Mysterious Nativity” und “Sviatyï Boje” des Russen Georgy Sviridov sowie die “Three Sacred Songs” und das “Ave verum corpus” des jungen ukrainischen Komponisten Dimitri Tchesnokov. Das französische Ensemble Les Métaboles überzeugt durch klangschöne Stimmen, exzellentes Timing und einen warmen homogenen Ensembleklang – der Rest ist auf diesem Album pure Magie des Chorgesangs.

American Classics

Frank Sinatra – The Christmas Album (bei amazon.de)
Ella Fitzgerald – Ella Wishes You A Swinging Christmas (bei amazon.de)
Dean Martin – Christmas With Dino (bei amazon.de)
Louis Armstrong – What a Wonderful Christmas (bei amazon.de)
Bing Crosby – White Christmas (bei amazon.de)
Nat King Cole – Christmas Album (bei amazon.de)

Oft kopiert, nie erreicht: Die US-amerikanische Weihnachtsmusik der 1950er und 1960er der Jazz- und Crooner-Größen Frank Sinatra, Ella Fitzgerald, Dean Martin, Louis Armstrong, Bing Crosby und Nat King Cole. In vielerlei Hinsicht schufen sie den neuen Kanon an Weihnachtssongs, der heute von jedem Pop-Sternchen geträllert wird. Ob „White Christmas“ oder „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“, ob „I’ll Be Home For Christmas“ oder „Winter Wonderland“ – diese Generation an herausragenden Musikern prägten den modernen Weihnachtssound. Natürlich ist das aus heutiger Sicht alles andere als neu, aber es ist in den meisten Fällen immer noch besser als das allermeiste, was heute von Schlagersternchen nachgeäfft wird.

Modern Classics

Cyndi Lauper – Merry Christmas … Have A Nice Life (bei amazon.de)
Holly Cole – Baby, It’s Cold Outside (bei amazon.de)
Bette Midler – Cool Yule (bei amazon.de)

Nicht immer ist das Artwork ein Indikator für die Ernsthaftigkeit oder die Qualität einer Produktion. Cyndi Laupers und vor allem Bette Midlers Weihnachtsalben sehen einfach schrecklich aus, sie beinhalten aber eine gelungene Mischung aus melancholischen und ironischen Weihnachtssongs. Bette Midlers Aufnahmen von „O Come, O Come, Emmanuel“ und der drolligen Hawaii-Nummer „Mele Kalikimaka“ stehen exemplarisch für die Bandbreite dieses bemerkenswerten Albums. Holly Coles jazziges, laszives Gecrooner ist ein Geheimtipp für alle, die sich die amerikanischen Klassiker in etwas zeitgemäßerem Sound wünschen. Cyndi Lauper zeigt auf ihrem Weihnachtsalbum, dass sie in den 1980ern eine völlig unterschätzte Sängerin war. Ein Stein, wer bei „December Child“ nicht ein Tränchen im Auge hat.

The Puppini Sisters – Christmas with the Puppini Sisters (bei amazon.de)

Wer auf den Sound der Andrew Sisters aus den 1930ern steht, der sollte unbedingt in „Christmas with the Puppini Sisters“ hineinhören. Der charakteristische dreistimmige Chorgesang der Andrew Sisters wird perfekt kopiert, der swingende Sound ihrer Nummern wird perfekte auf alte und neue Weihnachtsslieder gelegt.

Loreena McKennitt – A Midwinter Night’s Dream (bei amazon.de)
Annie Lennox – A Christmas Cornucopia (bei amazon.de)
Tori Amos – Midwinter Graces (bei amazon.de)

Drei (ehemalige?) Ikonen der Achtziger und Neunziger, Loreena McKennitt, Annie Lennox und Tori Amos, veröffentlichten in den 2000ern Weihnachts- bzw. Winter-Alben, die sicher dem einen schon zu kitischig, zu dick aufgetragen, vor allem zu überproduziert sind, andere finden, dass das Weihnachtsrepertoire bei dendrei markanten Sängerinnen in den besten Händen ist. Auf jeden Fall ein Antesten wert.

Progressive Rock

Marillion – A Collection Of Recycled Gifts (bei bandcamp.com)

Schon alleine wegen der genialen Versionen von „Gabriel’s Message“ und „Carol of the Bells“ eine lohnenswerte Anschaffung. Sänger Steve Hogarth zeigt, dass er wirklich eine der besten Stimmen im Progressive Rock besitzt.

The Reign of Kindo – Christmas EP (bei youtube.com)

Und wenn wir schon bei guten Stimmen sind, darf Joseph Secchiaroli von The Reign of Kindo nicht fehlen. Das Album gab es mal als Download auf der Website. Mittlerweile stellt die Band nur noch einen Youtube-Stream zur Verfügung. Dennoch lohnenswert, wenn auch überraschend „konservativ“ in den Arrangements.

Chris Squire – Chris Squire’s Swiss Choir (bei amazon.de)

Chris Squire, seines Zeichen der mittlerweile verstorbene Bassist von Yes, veröffentlichte 2007 ein Weihnachtsalbum, dass an die Squire/White-Weihnachtssingle von 1981 „Run with the Fox“ anzuknüpfen versucht. Mit prominenter Unterstützung, Steve Hackett (Ex-Genesis) spielt die Gitarre, Jeremy Stacey (jetzt King Crimson) spielt Schlagzeug, gelang ein zumindest stellenweise stimmiges, manchmal ein eben auch over-the-top-Weihnachtsalbum. Höhepunkt ist das abschließende „Run with the Fox“. Die CD ist derzeit out of print und wird auf Amazon und Ebay zu Fantasie-Preisen gehandelt.

The December People – Sounds Like Christmas (günstig bei JPC.de)

Einer der Klassiker der letzten Jahre im Bereich „weihnachtlicher Progrock“ ist mit Sicherheit das Album „Sounds Like Christmas“ von den December People aus dem Jahre 2001, hinter denen niemand Geringeres als Robert Berry (Jack Foster III, Ex-Three) und einige illustre Gäste (unter anderem John Wetton, Steve Walsh, Trent Gardner) stehen. Die Idee war gewitzt: Wenn man schon nicht alle Supergroups des Progs für ein Weihnachtsalbum gewinnen kann, dann kann man wenigstens Weihnachtsklassiker in deren Sound interpretieren. Mit den richtigen Sängern ist die Illusion zwar nicht wirklich wasserdicht pardon winterhart, aber mit etwas Glühwein und gutem Willen hört man dann wirklich Weihnachtliches von Bands wie Genesis, Yes, Pink Floyd, King Crimson, Kansas, Beatles oder Queen. In wie weit das Album dann über eine (unfreiwillige) Parodie hinausreicht, muss wohl jeder für sich selbst entschieden haben. Gehört haben sollte man das Album allerdings wirklich einmal.

Jon Anderson – 3 Ships (bei amazon.de)

Jenseits jeden Zweifels ob es nun Kitsch ist oder nicht, ist Jon Andersons „3 Ships“ von 1985, das nur noch gebraucht zu Fantasiepreisen zu kriegen ist. Jon Anderson, Ex-Sänger von Yes, war bei seinen Solo-Alben nicht immer geschmackssicher, aber das Weihnachtsthema war ein Honigfass für den esoterisch begeisterungsfähigen Anderson. Nur für Trash-Sammler. Das ist so schlecht, dass es schon fast wieder gut ist. FAST.

Various: Zu gut, um nicht erwähnt zu werden

Vince Guaraldi – Charlie Brown Christmas (bei amazon.de)

Die Musik der Charlie-Brown-Christmas-Specials ist ebenso gut und zeitlos, wie die Filme und Cartoons.

Crash Test Dummies – Jingle All the Way (bei amazon.de)

Ironie mit Bass-Bariton: Die kanadischen Crash Test Dummies mit Frontmann Brad Roberts mit einer nicht ganz ernst gemeinten, dennoch hoch unterhaltsamen Weihnachtsscheibe.

They Might Be Giants – Holidayland EP (bei amazon.de)

Wer „O Tannenbaum“ (auf Deutsch!) der Giants nicht gehört hat, der weiß nicht, wieso ich bei dem Song immer grinsen muss. Ähnlich wie das Album der Crash Test Dummies nicht ganz ernst gemeint, aber durchaus gelungen.

Bright Eyes – A Christmas Album (bei amazon.de)

Das Album erschien 2002 ursprünglich nur als kleine Edition; 2013 wurde es dann wiederveröffentlicht. Die New York Times nannte das Album seinerzeit „die traurigste, süßeste Weihnachtsaufnahme der ganzen Saison“. Kann man eigentlich so stehen lassen.

The Flaming Lips – Christmas on Mars (bei amazon.de)

Das vermutlich seltsamste Weihnachtsalbum, das ich kenne. Einige Songtitel sagen eigentlich alles „In Excelsior Vaginalistic“, „The Gleaming Armament of Marching Genitalia“ oder „Space Bible with Volume Lumps“. Die Songtitel haben tatsächlich etwas zappaesques, die Musik ist verstörende elektronische Musik. Ein echter Schocker auf jeder Weihnachtsfeier.

Elizabeth Mitchell – The Sounding Joy: Christmas Songs in and Out of the Ruth Crawford Seeger Songbook (bei amazon.de)

Traditioneller amerikanischer Folk, bemerkenswert kitschfrei und unkommerziell, trotz singenden Kindern. Eine wirklich schöne CD, mit Gastsängerin Nathalie Merchant (Ex-10.000 Maniacs).

Trans-Siberian Orchestra – Christmas Eve and Other Stories (bei amazon.de)

Metal plus Bombast plus Pathos = bombastische Weihnachtsmusik. Das Debüt von 1998 bleibt unerreicht, die folgenden Alben des Projekts (alle mit Weihnachtsbezug) sind nur laue Aufgüsse.

Arcade Fire – A Very Arcade Xmas

Das Album ist offiziell nie erschienen und zirkuliert nur als Bootleg durchs Web, einige der Songs kursieren auch auf Youtube. Der Sound ist … sehr speziell. Der Name sagt schon alles: A Very Arcade Xmas. Definitiv nur für Hartesottene.

Ferner liefen: Interessante Ergänzungen

Interessante Ergänzungen, die ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollten. Ohne Texte, einfach nur auf die Cover klicken, die dann zur Produktseite auf amazon.de leiten.

John Zorn – A Dreamer’s Christmas
Chet Baker – Silent Night

Beach Boys – The Beach Boys‘ Christmas Album
Barbra Streisand – A Christmas Album

Beta Radio – The Songs the Season Brings Vol. 1-4
Low – Christmas EP

Nils Landgren – Christmas with my Friends
Bob Dylan – Christmas in the Heart

Karel Svoboda: Drei Nüsse für Aschenbrödel (Soundtrack)
Sleeping at Last – Christmas Collection 2016

Alle 50 Titel noch einmal in einer „wertenden“ Grafik:

Ein Gedanke zu „Es muss nicht immer „Last Christmas“ sein — 50 Alternativen und Klassiker zum Weihnachtsmusik-Brei aus dem Radio und Fernsehen

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