2016 in music: The ever popular Top 25 best albums of the year list

Album des Jahres:

David Bowie – Blackstar (bei amazon.de | bei jpc.de)

Nein wirklich, da kann es keinen Zweifel geben. Mein Album des Jahres erschien bereits am 8. Januar und es wäre auch mein Album des Jahres geworden, wenn the thin white duke nicht gestorben wäre. Es ist das erste Bowie-Album seit Urzeiten, dass ich von Anfang bis Ende liebe (ich war ja bekennender Bowie-Skeptiker): Düster, dystopisch, todesahnend, dazu Gesang, der so intensiv wie sonst nur der von Scott Walker oder Peter Hammill ist (aber eben ganz anders). Musik, die die Grenzen zwischen Artpop, Jazz und Prog auflöst und gleichzeitig erweitert, ein kompromissloses Meisterwerk eines Ausnahmekünstlers, der sich am Ende seiner Karriere nichts mehr beweisen musste.

Klassik-Album des Jahres:

Vilde Frang – Korngold/Britten: Violin Concertos (bei amazon.de | bei jpc.de)
Nikolaus Harnoncourt – Beethoven: Missa Solemnis (bei amazon.de | bei jpc.de)
Anna Prohaska – Serpent & Fire (bei amazon.de | bei jpc.de)

Es war ein gutes, vielleicht aber kein überragendes Klassik-Jahr. Die Qualitätsdichte in der Klassik ist mittlerweile so hoch, wie in keinem anderen Genre. Trotzdem sind mir einige Re-Releases dieses Jahr besonders lieb und teuer gewesen (etwa die Gielen-Edition Vol. 1-3). Von den Neuproduktionen habe ich drei Alben ausgewählt, die mich dieses Jahr im gleichen Maßen beeindruckt haben: Vilde Frangs immer wieder faszinierendes Violinspiel verleiht sogar Korngolds Hollywood-Violinkonzert eine ungeahnte Vielschichtigkeit; Nikolaus Harnoncourts‘ Vermächtnis, die Neuaufnahme der „Missa Solemnis“ entschlüsselt Beethovens gewaltiges und schwieriges Werk mit extremen Tempi; Anna Prohaska versüßt mit ihrer honigweichen Stimme starke Frauenrollen des Barocks und macht Liebe, Hass und Eifersucht greifbar. Wer meint, keine Barockoper zu mögen, sollte sich von diesem Album eines Besseren belehren lassen.

auf den Plätzen:

Krzysztof Urbański – Lutosławski (bei amazon.de | bei jpc.de)
Tianwa Yang – Lalo: Symphonie espagnole – Maném: Concierto Español (bei amazon.de | bei jpc.de)

Prog-Album des Jahres:

Marillion – F*** Everyone And Run (F. E. A. R.) (bei amazon.de | bei jpc.de)

F. E. A. R. ist die Quintessenz dessen, was (für mich) Marillion ausmachen. Gleichzeitig ist das Album kunstvoll produziert, textlich und musikalisch überzeugend und selbst die kurzen Filler-Tracks wären auf den vorigen Alben Highlights. Dazu kommen drei phänomenale Longtrack-Suiten, die in Länge und kompositorischer Dichte zu den allerbesten Sachen gehören, die Marillion jemals gemacht haben.

auf den Plätzen:

Gianni Venturi / Lucien – Moloch (Sonderpreis „Italo-Prog-Album des Jahres“) (bei bandcamp.com)
Farmhouse Odyssey – Rise of the Waterfowl (bei bandcamp.com)
Hashshashin – nihsahshsaH (bei bandcamp.com)
Rïcïnn – Lïan (Sonderpreis „Bestes Pay-what-you-want-Album des Jahres“) (bei bandcamp.com)
Stick Men – Prog Noir (Sonderpreis „Crimso-Album des Jahres“ 😉 ) (bei amazon.de | bei jpc.de | bei bandcamp.com)

Live-Album des Jahres:

Kate Bush – Before the Dawn (bei amazon.de | bei jpc.de)
King Crimson – Radical Action to Unseat the Hold of Monkey Mind (bei amazon.de | bei jpc.de)

Zwei alte Helden mit unerwarteten Live-Alben. Die eine verewigt mit „Before the Dawn“ ihre jetzt schon legendären Live-Auftritte in London 2014 (und warum gibt es das eigentlich nicht als Bluray?); das andere präsentiert genau das, was Fripp jahrelang vehement abgelehnt hat: „Radical Action to Unseat the Hold of Monkey Mind“ enthält alte Nummern, sehr alte Nummern, die allermeisten aus den 1970ern. Mit dem King-Crimson-Konzert in Stuttgart ging für mich dieses Jahr auch persönlich ein Herzenswunsch in Erfüllung, das alte Material der frühen Alben einmal live zu erleben.

Jazz-Album des Jahres:

GoGo Penguin – Man Made Object (bei amazon.de | bei jpc.de)

Das beste Jazz-Album in einem bemerkenswert gutem Jazz-Jahr. Ein faszinierendes Beispiel dafür, dass moderner Jazz nicht unbedingt elektronisch sein muss, um modern zu sein. Trio-Spiel neu definiert: Definitiv das spannendste und beste Jazztrio seit den seligen e.s.t.

auf den Plätzen:

Tord Gustavsen – What Was Said (bei amazon.de | bei jpc.de)
The NYChillharmonic – 1 (bei bandcamp.com)
KA MA Quartet – A Love Supreme / Universal Tone (bei amazon.de | bei jpc.de)
Monika Roscher Bigband – Of Monsters And Birds (bei amazon.de | bei jpc.de)
Snarky Puppy – Family Dinner Vol. 2 (bei amazon.de | bei jpc.de)

Singer-Songwriter-Album des Jahres:

Sivert Høyem – Lioness (bei amazon.de | bei jpc.de)

Eigentlich sind die Singer-Songwriter (und Singer-Songwriterinnen) so etwas wie ein Steckenpferd von mir. Ich habe ein Faible für kluge Texte in einfachen Songstrukturen, vorgetragen mit markanter Stimme. Aber irgendwie war dieses Jahr nicht so viel dabei, was dauerhaft hängen blieb. Sivert Høyem, Ex-Sänger von Madrugada, hat allerdings mit „Lioness“ ein Album vorgelegt, dass musikalisch abwechslungsreich ist, brillant getextet und mit einem warmen, vollen Bariton gesungen wird. Mit „The Riviera of Hades“ enthält das Album außerdem meinen persönlichen Song des Jahres, die beklemmende Geschichte eines Flüchtlings, der sich durch die Wüste kämpft, um dann im Mittelmeer fast zu ertrinken.

auf den Plätzen:

Steve Waitt – Stranger in a Stranger Land (bei amazon.de | bei jpc.de)

Crossover-Album des Jahres:

Colin Stetson – Presents Sorrow: A Reimagining Of Gorecki’s 3rd Symphony (bei amazon.de | bei jpc.de)

Normalerweise sind ja „Klassik verrockt“-Alben etwas für den Shredder. Aber das hier ist so weit weg von David Garrett, wie nur irgendetwas davon entfernt sein kann. Der Titel sagt alles: Goreckis epochale dritte Sinfonie, neu erdacht, als postrockige, orgiastische Klangskulptur. Das Faszinierende: Stetson hat keine Note weggelassen, keine hinzugefügt. Das Ergebnis klingt dennoch neu, obwohl Kenner der Sinfonie das Stück sofort erkennen werden.

auf den Plätzen:

Marina Baranova – Hypersuites (bei amazon.de | bei jpc.de)
Sarah Neufeld – The Ridge (bei amazon.de | bei jpc.de)

Auf Spotify habe ich eine Playliste mit Song-Beispielen zusammengestellt, sofern verfügbar. Da einige Alben nicht im Streaming erhältlich sind (Kate Bush, King Crimson, The NYChillharmonic, Tord Gustavsen) habe ich die Playlist durch einige mir besonders positiv aufgefallene Tracks weiterer guter Alben des Jahres aufgefüllt, die hier nicht namentlich genannt werden.

Ein Gedanke zu „2016 in music: The ever popular Top 25 best albums of the year list

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