Kostenlos und sehr gut (und nicht von mir): Gustav Mahlers Symphonien in historischen Aufnahmen
Geschrieben von sal in Streams und Downloads, tags: Download, Gustav Mahler, klassische Musik, kostenlos, Spät-Romantik
Ehre, wem Ehre gebührt. Und obwohl ich immer für etwas Ehre zu haben bin, muss ich die Meriten für die folgende Zusammenstellung dem eigentlichen Urheber überlassen: Marvin vom exzellenten Blog Free Albums Galore hat sich für einen aktuellen Beitrag die Mühe gemacht, ein paar wirklich hörenswerte historische Aufnahmen fast aller Symphonien von Gustav Mahler (1860-1911) zusammenzutragen. Gerade für Mahler gab es eine Reihe bahnbrechender Interpretationen in der Vergangenheit, die heute immer noch als Referenz (zumindest was die Interpretation anbelangt) gelten können. Diese Zusammenstellung folgt seinem Beispiel, Erläuterungen dazu gibt es im Original-Beitrag.
- Sinfonie No. 1 in D-Dur “Titan” in einer Aufnahme des NBC Orchestra unter der Leitung von Bruno Walter von 1939
- Sinfonie No. 2 in c-Moll “Auferstehung” in einer Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Bruno Walter von 1948
- Sinfonie No. 3 in d-Moll in einer Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Hermann Scherchen von 1950
- Sinfonie No. 4 in G-Dur in einer Aufnahme der New York Philharmonic unter der Leitung von Bruno Walter von 1945
- Sinfonie No. 5 in cis-Moll in einer Aufnahme der New York Philharmonic unter der Leitung von Bruno Walter von 1947
- (keine Aufnahme)
- Sinfonie No. 7 in e-Moll in einer Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Hermann Scherchen von 1950
- Sinfonie No. 8 in Es-Dur “Sinfonie der Tausend” in einer Aufnahme des Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Leopold Stokowski von 1950
- Sinfonie No. 9 in D-Dur in einer Aufnahme der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Bruno Walter von 1939
- Sinfonie No. 10 in Fis-Dur in einer Aufnahme der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Hermann Scherchen von 1952
Rechtshinweis: Alle oben aufgeführten Aufnahmen sind nach dem Verwertungsrecht im deutschen Urheberrecht (§ 85 Abs. 3 UrhG) über 50 Jahre alt und damit rechtefrei. Sie können somit legal von der oben verlinkten Website heruntergeladen werden. Ähnliche Regeln gelten für die meisten anderen europäischen Staaten, nicht aber für die USA und Kanada.

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Ahhh! Als sonst stiller Leser dieses Blogs muß ich nun doch einmal explizit Danke sagen. Schöner Hinweis! – Bruno Walters eher konservativ-glättendes Mahlerverständnis, das Mahler an die Romantik rückbindet und weniger das eigentlich Fortschrittliche betont (die gebrochene Weltsicht, die sich im Material konstituiert und die autonome symphonische Form immer mehr dissoziiert, bis hin zur Auflösung des kompositorisch verfügenden Subjekts, weil der Welt mit künstlerischer Formung nicht mehr beizukommen ist), ist zwar (trotz des persönlichen “Ritterschlags” durch Mahler) durchaus problematisch, aber historisch interessant sind die Einspielungen natürlich immer. Und Scherchen ist ohnehin ein Muß für die Mahler-Diskographie.
Nachtrag (da ich’s erst hinterher gelesen habe): Das substanzlose Geschwafel über Mahler auf “Free Albums Galore” vergißt man allerdings lieber schnell wieder.
Mag sein, dass Bruno Walters Sicht aus heutiger Perspektive antiquarisch wirkt und die Bindung an die Romantik überbetont, andererseits komme ich mit vielen moderneren Deutungen viel weniger zurecht, vielleicht gerade weil sie das Moderne darin überbetonen. Ich halte es übrigens für problematisch, den “Ritterschlag” Walters durch Mahler einfach so abzutun. Eine gewisse Kompetenz in Sachen Mahler sollte man Mahler auf jeden Fall zugestehen. Scherchen ist allerdings mindestens ebenso hörenswert. Leider habe ich bei Mahler ohnehin der Eindruck, dass die wirklich gelungenen Deutungen, die ich nachvollziehen kann fast ausnahmslos vor … mmmh … sagen wir mal 1970 entstanden. Es gibt auf jeden Fall viel Historisches zu entdecken, gerade bei Mahler.
Ansonsten erhält die Formulierung
den inoffiziellen Titels der Formulierung des Jahres in einem Blog-Kommentar. Wahrlich, so etwas habe ich seit meinem Philologie-Studium nur selten gelesen. Danke für die stille Leserschaft.