Archiv für 30. Mai 2010

ESC 2010 Logo -Bild: © NDR/EBU

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Mal ehrlich: Ich glaube die meisten haben an eine gute, einstellige Platzierung geglaubt, aber das Lena dann so überzeugend gewinnt, hatte wohl niemand auf der Rechnung. Stefan Raab und sie selbst wohl am allerwenigsten.

Erfreulich auch der zweite Platz der türkischen Rocker von manGa. Selbst der dritte Platz für Rumänien geht in Ordnung: Eine perfekte Popnummer mit Ohrwurm-Qualitäten, ohne dass die Inszenierung den Song zur Nebensache werden ließ. Das könnte das Problem für die ebenso perfekte Popnummer von Safura für Aserbaidschan gewesen sein: Das war zu inszeniert; ähnliches gilt für die Musical-Nummer aus Georgien_: Gut performt, aber viel zu viel Gefuchtel auf der Bühne.

Die Griechen haben den Saal zum Kochen gebracht, landeten bei der Punktevergabe dann aber doch nicht unter den ersten 5, wie ich eigentlich vermutet hatte (ich sah sie sogar ganz vorne). Die gute Platzierung von Dänemark mit einer Retorten-Nummer kann ich mir weniger erklären.

Keine Überraschung war der letzte Platz für den britischen Beitrag: Das war wirklich plump. Auch die Weißrussen und die Iren wurden für ihre altmodisch-schwülstigen Inszenierungen abgestraft. Eine Überraschung für mich war das schwache Abschneiden Islands: Ich dachte, die Eurodisco-Nummer kommt besser an.

Fazit: Ethno-Pop und Euro-Disco ziehen nicht mehr. Mit Lena und maNga liegen zwei Songs ganz weit vorne, die dem tatsächlichen Mainstream der Pop/Rock-Musik wiedergeben und bei weitem nicht so inszeniert waren, wie andere. Authentizität lässt sich auch nicht durch eine Geige verkaufen und komm mir niemand mehr mit der Balkan-Connection kommen: Deutschland hat Punkte aus allen Ecken Europas, vor allem aber aus Nord- und Mitteleuropa und vom Balkan (!) bekommen. Nicht für Lena haben Armenien, Weißrussland, Georgien, Israel und Moldawien gestimmt (deren Musikgeschmack offenbar fast immer noch stark national geprägt ist und deutlich weniger westlich, s. Beiträge); 12 Punkte gab es aus Dänemark, Estland, Lettland, Finnland, Norwegen, Slowakei, Spanien, Schweden und Schweiz, immerhin 10 Punkte gab es aus Albanien, Belgien, Litauen, Slowenien und der Türkei, 8 Punkte aus Bosnien, Mazedonien und Irland.

  1. Deutschland: Lena – Satellite (246 Punkte)
  2. Türkei: maNga – We Could Be The Same (170 Punkte)
  3. Rumänien: Paula Seling & Ovi: Playing With Fire (162 Punkte)

  4. Dänemark: Chanée & N’evergreen – In A Moment Like This (149 Punkte)
  5. Aserbaidschan: Safura – Drip Drop (145 Punkte)
  6. Belgien: Tom Dice – Me And My Guitar (143 Punkte)
  7. Armenien: Eva Rivas – Apricot Stone (141 Punkte)
  8. Griechenland: Giorgos Alkaios & Friends – OPA (140 Punkte)
  9. Georgien: Sofia Nizharadze – Shine (136 Punkte)
  10. Ukraine: Alyosha – Sweet People (108 Punkte)
  11. Den Rest des Eintrages lesen »

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