Im Sommer 2007 überraschte das schwedische Indiepop-Label Labrador (»Die besten Popmusik-Lieferanten aus Schweden und der ganzen Welt«, so die unbescheidene Selbstbeschreibung) die Musikfans mit einem kostenlosen, 68 Stücke umfassenden Sampler. Das Projekt sorgte für viel Aufmerksamkeit in der Blogosphäre (auch bei mir → Kostenloser Sampler für den Sommer auf uergsel.de) : Der ursprüngliche Download-Server von Labrador brach zusammen und man lagerte den Sampler kurzerhand auf The Pirate Bay als Torrent aus, wo er tatsächlich immer noch herumgeistert.
Auch in den nachfolgenden Jahren stellten die Jungs und Mädels von Labrador Sommer-Sampler zusammen, wenn auch nicht so umfangreich, das Rauschen im Bloggerwald fiel aber dieses Mal deutlich leiser aus, vielleicht weil zahlreiche andere Labels ähnliche Projekte ins Netz stellten und es heute viele Quellen für legale, kostenlose Musik gibt (in diesem Blog gibt es nicht zufällig zahlreiche Einträge, die mit “Kostenlos und sehr gut” überschrieben sind).
Ich rechne eigentlich auch dieses Jahr mit einem Labrador-Sampler, aber der echte Sommer ist noch etwas weit (auch wenn ein Blick aus dem Fenster mir etwas anderes suggerieren möchte). Wer aber auf der Suche nach locker-flockiger Musik für warme Tage ist, der muss nicht warten, sondern kann jetzt schon ein fettes, kostenloses Paket bei Labrador herunterladen. Teilweise befinden sich hierauf die Titel der vergangenen Sommer-Sampler, teilweise enthält das 85 Stücke umfassende Paket neue Tracks. Hört einfach mal rein: Es gibt jede Menge kleine Pop-Perlen zu entdecken.
Die komplette “Labrador Sound Library” gibt es hier → http://www.labrador.se/sounds.php3 (»Download all free Labrador MP3s as one single zip-file«)
Mein Tipp: Die “Stars” des Labels The Radio Dept. v.a. ” The Worst Taste in Music” (nein, kein Song über mich) und der Ohrwurm von Tribeca “The Sun Always Shines On TV” (nein, keine Cover-Version der a-ha-Nummer).
“Peace” ist eine Zusammenarbeit von Buffetlibre (einem Netlabel) und Amnesty International Katalonien. Das Projekt bietet für einen Mindestbeitrag von Euro (freilich darf man gerne mehr zahlen/spenden) 180 (einhundertachtzig!) exklusive und unveröffentlichte MP3s in 320 KBps von mehr oder minder arrivierten Künstlern: Mit dabei sind Marc Almond, I’m From Barcelona, Malajube, Mogwai, Paul Niehaus (Calexico), Ryuichi Sakamoto featuring Christian Fennesz, Maghrebika feat Bill Laswell und zahlreiche andere Künstler aus allen Kontinenten.
Auf der Website gibt es weitere Infos zu jedem Künstler und natürlich die Erwerbsmöglichkeit. Man kann quasi mit allen relevanten Zahlungssystemen den Sampler erwerben. Die Einnahmen kommen der katalanischen Sektion von AI zugute.
Ich hatte mich schon gewundert, aber nicht weiter nachgeforscht, heute stolperte ich dann über diesen Artikel beim Tonspion: last.fm hat am 12.04. seinen eigenen On-Demand-Streaming-Dienst (soll heißen, bestimmte Titel auf Anfrage auf der Website abspielen lassen) eingestellt und verweist auf Partner-Websites wie Spotify, Mog usw. Das Problem: Für Deutschland gibt es keinen adäquaten Partner, der das Streaming übernehmen könnte. Das deutsche Urheberrecht und die GEMA machen den Markt für internationale Anbieter unattraktiv. Die Möglichkeit also “schnell mal eben ein Album querzuhören”, die last.fm bot, ist nun hinfällig. simfy.de, ein deutsches Streamingportal was immer wieder als last.fm-Clone gehandelt wird (und als Herausforderer) konnte mich bei einem kleinen Schnelltest (King Crimson, 0 Titel; Yes, 0 Titel; Genesis, 0 Titel) gerade nicht überzeugen. Aber ich schaue mich mal da um. Praktisch: Die bei simfy gehörten Titel können bei last.fm gescrobbelt werden
Wenn ich eines in meinen Jahren als Internet-Junkie gelernt habe, dann das, dass im Web zahlreiche Talente ihre Plattform finden, die ansonsten wohl niemals überregional bekannt worden wären. Guckt euch doch mal dieses ultracooles Duo namens an: Videos und Cover-Versionen sind wirklich sehenswert (und achtet mal im zweiten Video “September” auf die tolle Oma!!!). Ich bin entzückt:
Schon seit einigen Wochen fiel mir bei Facebook immer wieder eine Anzeige auf (denn anders als andere habe ich prinzipiell erst einmal nichts gegen Anzeigen und lese sie zumindest einmal):
Porcupine Tree meets Pink Floyd?
That is what fans are saying about Paul Cusick’s début album Focal Point. Hear it now.
Aber irgendwie wollte ich damit erst einmal nichts Gutes verbinden. Ich hielt das beworbene Album für just another boring Prog-CD, das mit prominenten Namen potentielle Käufer anlocken wollte, kein ganz neuer Trick und gerade Porcupine Tree wird in den letzten Jahren so oft als Referenz genannt, dass man fast skeptisch sein muss. Dennoch lud ich das Album in einer schwachen Minute komplett (kostenlos) von der Website herunter, denn das kann man nämlich → hier (immerhin in 128 kbps-Qualität), um in aller Ruhe in das Album anhören zu können (Try before buy, sozusagen), um mich ihm irgendwann zu widmen oder zumindest um kurz mal reinzuhören. Aber das Zip-File blieb dann doch erst einmal ungeöffnet auf der Festplatte und war so halb vergessen. Es ist weiß Gott nichts mehr so Ungewöhnliches, dass ein Nachwuchs-Act sein Material kostenlos zur Verfügung stellt. Ich muss mir ja auch nicht alles anhören, oder?
Die Idee ist nicht ganz neu und ich bin sicher, dass ich auf dieser Seite → thisdayinmusic.com (oder einer ähnlichen) schon einmal meinen Geburtstag nachgesehen habe, aber vielleicht gibt es ja doch eine mystische Verbindung zwischen meinem Geburtstag, der Musik, die damals in den Charts war und mir?
Wollen wir mal gucken, als ich geboren wurde, waren
Scott McKenzie – San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair) die Nummer 1 in UK
Bobbie Gentry – Ode To Billy Joe die Nummer 1 in den USA
The Monkees – The Monkees Vol. 1 EP die Nummer 1 in Australien
Leider kann ich euch hier aus rechtlichen Gründen keine Youtube-Videos einbinden, aber das meiste findet man problemlos im Netz. Anschauen erlaubt, einbinden verboten – tjo. So is datt…
Kommen wir zur Musik:
Klar, die Nummer 1 aus England, die Hippie-Schmonzette von Scott McKenzie kenne ich,die ist ja nun wirklich auf jeder Sixties-Party zu hören. Und ich hasse sie, finde sie richtig schleimig. Ein schleimiger Versuch der Musikindustrie auf den damaligen Hippie-Zug aufzuspringen und der Bewegung eine Hymne zu verpassen. Im Nachhinein hat das dann wohl auch geklappt.
Bobbie WER? Yeah, das ist ja ne süße Sixties-Mieze war das, sehr niedlich. Aber den Song habe ich noch nie gehört. Zumindest nicht bewusst. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, gibt es nicht eine grauselige Version von Vicky Leandros davon? (Und warum kenne ich das dann??)
Auf der Monkees-EP befanden sich vier Songs – Theme from the Monkees, Saturday’s Child, Tomorrow’s Gonna Be Another Day und Take A Giant Step – und ich kenne keinen einzigen davon (die Monkees fand ich auch immer blöd, kenne aber natürlich “I’m A Believer” und “Last Train to Clarksville”)
kurzum:
Ich habe keine besondere Verbindung zu meiner Geburtstagsmusik. Aber halt: Ich wurde doch gar nicht in UK, USA oder Australien geboren sondern in Deutschland und da war “All You Need Is Love” von den Beatles die Nummer eins. Yeah, schon besser, nicht mein Lieblingssong, aber immerhin von einem wegweisendem Album. Und in meinem Herkunftsland Italien? Da sang Adriano Celentano mit seiner Frau Claudia Mori “La coppia più bella del mondo”. Hm. Naja. Adriano ist ok, aber ausgerechnet der Song?
Und ihr? Was lief im Radio, als eure Mutter in den Wehen lag?
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement