Dass das Internet eine Fülle von legalen Quellen für kostenlose Musik bietet, ist eine Binsenweisheit. Nicht alles, was man findet gefällt einem, nicht alles, was man findet, genügt den eigenen Qualitätsanforderungen. Aber ab und zu findet man dann doch zumindest hörenswerte Newcomer.
Eher zufällig stolperte ich über die Myspace-Seite des ukrainischen Musikers, Komponisten und Produzenten Oleg “Heinali” Shpudeiko (eigentlich stolperte er über mich, denn er schickte mir eine Freundschaftsanfrage), dessen Musik eine teilweise sehr angenehme Mischung aus Minimal Music, Drum’n'Bass und Postrock ist. Philip Glass meets Sigur Ros meets Björk oder so. Seine Alben sind kostenlos auf seiner bandcamp.com-Seite (was es nicht so alles gibt) in verschiedenen Formaten downloadbar. Seine neue EP “Into The Sea” ist wirklich nicht übel, vor allem der erste Teil des Titelstücks “Into The Sea” und Track 3 “Icarus”. Auf jeden Fall ein Tipp für alle, die Minimal Music schätzen.
Das Video zum Titelstück wurde von der dänischen Nachwuchs-Regisseurin Charlotte Trier gestaltet und ist sehenswert.
Kommt ihr euch auch immer blöd vor, wenn ihr davon sprecht CDs zu previewen? Ich meine, man sieht sie ja nicht an, im angelsächsischen Sprachgebrauch benutzt man ja gerne auf prelistening, aber wie viele könnten mir dann noch folgen, allgemein meine ich, wenn ich nicht von »priehwjuh« sondern von »priehlissening« spräche (Ich nehme mal an, dass die meisten hier in der Blog-Leserschaft über Englisch-Kenntnisse verfügen (OK, Schuli nicht und Micha auch nicht )
Aufmerksame Besucher meines Blogs und Zuhörer meiner zweiwöchentlichen Radiosendung “sal | about | music” haben es bereits bemerkt: Derzeit liegen meine Radioaktivitäten etwas brach. Der Grund ist eigentlich ein erfreulicher: Ich habe als Texter einen schönen, neuen Job an Land gezogen (mehr dazu hier in Kürze); der Nachteil: Ich bin noch etwas überfordert in Sachen Organisation und Zeitabläufe, soll heißen: Will ich nicht meine Arbeit von Anfang unter Zeitdruck stellen (und das will ich nicht), dann muss ich andere Dinge derzeit ein wenig zurückstellen. Darunter leidet derzeit auch meine Radiosendung – aaaber: Seid versichert: Bald schon, vermutlich nächste Woche gehe ich wieder auf Sendung und quäle meine Lieblingshörer wieder mit meinen Geschmacksverirrungen. Solange bitte ich euch um etwas Geduld. Alles wird gut.
Gerade lese ich, dass im März ein neues Studioalbum von Jimi Hendrix erscheinen soll. Es wird “Valleys of Neptune” heißen und soll Aufnahmen aus dem Jahre 1969, also 40 Jahre alte unveröffentlichte, bzw. nur auf Bootlegs veröffentlichte Aufnahmen enthalten. 60 Minuten des Materials sollen überhaupt noch nicht zu hören gewesen sein, außerdem soll die schon als Bootleg bekannte Cover-Version des Cream-Klassikers “Sunshine of your Love” zu hören sein. Damit setzt sich die Reihe der posthum veröffentlichen Album Jimi Hendrix auch im 40. Jahr seines Todes fort. Jetzt schon ist seine posthume Diskographie deutlich größer als das, was er zu Lebzeiten veröffentlicht hat. Hendrix ist da kein Einzelfall, aber ein extremes Beispiel: Von Jimi Hendrix erschienen zu Lebzeiten drei Studioalben und ein Livealbum, nach seinem Tod wurden neun Studioalben und rund doppelt so viele Live-Alben veröffentlicht – und das sind nur die offiziellen! (s. dazu auch Jimi Hendrix posthumous discography).
Draußen bleibt der angekündigte Wintersturm zwar bisher aus, aber schneien tut es dann doch recht heftig für Kölner Verhältnisse. Die Vorratsschränke sind gut gefüllt, das Wochenende können wir gut in unserer Wohnungshöhle überwintern. Zeit um Musik zu hören, im Netz zu surfen und ein wenig stöbern. Und welche Musik würde da besser passen als Debussys “The Snow is Falling” aus der wundervollen Children’s Corner? Nun habe ich die Children’s Corner gewiss in fünf verschiedenen Aufnahmen im Regal stehen, aber die kann/ darf ich ja nicht einfach meinen Freunden schicken (Naja, in begrenztem Maße schon, wegen des Rechts auf Privatkopie – aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden). Also habe ich einfach mal so bei Google “Children’s Corner Debussy Free Download” eingegeben und fand, neben einer Menge kommerzieller Angebote (die alles andere als free waren) und einiger halbseidener Seiten (»Download this album to preview at rapidshare.com – If you like what you hear, please buy the original album« … hüstel) die Website pianosociety.com, auf der eine ganz Reihe ambitionierter Amateure und Newcomer eine sehr umfangreiche Sammlung an Audio- und Video-Aufnahmen mit Klaviermusik (Solo, Kammermusik oder mit Orchester) zum kostenlosen Download bereit stellen, unter anderem auch die → Children’s Corner von Claude Debussy, gespielt vom US-amerikanischen Amateur-Pianisten Tom Pascale, der im “echten Leben” ein Bänker ist und neben eigenen Kompositionen eine Reihe akzeptabler Aufnahmen mit Werken von Beethoven, Schubert, Debussy und anderen dort zum Download freigegeben hat.
Yo, yo, yo! Frohes neues Jahr und so. Ich habe bis dato noch keine Zeit gefunden, den normalen Blog-Betrieb wieder aufzunehmen: Neuer Rechner, neue Arbeit, neues Gehirn… argl, nope, das ist das alte. Meine Blogs werden bald alle betextet, bestimmt. Irgendwann wache ich eventuell mal eines morgens auf und bin selbst zum Blog geworden, aber … who cares?
Was ich sagen wollte, um euch ein wenig die Wartezeit zu versüßen und damit euch mein Gelaber nicht völlig abhanden kommt: Wer wie ich in den letzten Jahren bei der Band Thrice immer wieder wohlwollend hineingehört hat (“The Alchemy Index Vol 3 / 4″ habe ich in besonders guter Erinnerung), der wird sich vielleicht über vier exklusive Tracks der Truppe bei meiner üblichen Geheimquelle daytrotter.com freuen. Ganz frisch auf den Tisch, viermal Livekram. Und jetzt sagt nicht, dass das nicht das so schön ist, wie mein Geschwafel an dieser Stellem mh? Oder halt, wartet: Sagt besser nicht: Hört einfach mal rein
Nächste Ausgabe von s| a| m #48
wird am 29. 09. 2011, von 21:00-23:00 Uhr
auf dem Stream des Senders Metal Refinement gesendet. Thema: t.b.a.
Paralleler Chat im IRC zur Sendung auf #progrock-dt und #metal-refinement